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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Das Melodram. Ein Medienbastard"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDas Melodram. Ein Medienbastard
BeschreibungEine Tagung des DFG-Graduiertenkollegs »Mediale Historiographien« (Erfurt, Jena, Weimar)

Ort: Coelicum, Domstraße 10, 99084 Erfurt

Das Melodram ist ein Medienbastard, der im Theater des 18. Jahrhunderts geboren wurde, nach der Französischen Revolution im 19. Jahrhundert Furore machte und als eines der populärsten Genres des Films fortlebt. Es stammt von der Ballettmusik und den Pantomimen ab, wie sie auf den Pariser Jahrmärkten zu hören und zu sehen waren. Die ersten Melodramen kombinierten Handlung und Musik, die voneinander getrennt blieben, und verbanden Sprechen und Gesang, ohne sie miteinander zu verschmelzen – eine disjunktive Synthese der Medien, die auf eine Steigerung des Ausdrucks zielte.

Die verschiedenen im Melodram zusammenwirkenden Medien traten in ein Spannungsverhältnis zu einer Dramaturgie der losen formalen Fügung. Im späten 19. und 20. Jahrhundert wurde diese Spannung zum Kennzeichnen eines Genres, das eine gesteigerte Affektivität des Handelns und Erlebens mit raschen Glückswechseln verbindet.

Auch wenn das Melodram vor allem mit starren Genrekonventionen, visuellen und dramaturgischen Klischees verbunden zu sein scheint, hat das Genre aus den Medien, die es kombiniert und mit eigener Artifizialität exponiert, immer wieder neue Elemente des Ausdrucks gewonnen und die Regeln des Codes abgewandelt. Das Melodram ist durch die Spannung von Code und reiner Sinnlichkeit gekennzeichnet. Diese Spannung wird durch die andere von Dramaturgie und des gesteigerten Ausdrucks, der Integration und der reinen Artifizialität gekreuzt. Das Melodram taugt dadurch als Genre, das soziale und geschlechtliche Widersprüche gleichermaßen ausstellt und hegt. Zugleich scheint das Melodram eine lose Form ausgebildet zu haben, in der die Ausbildung eines Genres und die Reflexion des Werdens eines Genres ineinander übergehen.


Programm

Donnerstag, 02.06.11
16:00–19:30 Uhr
Sektion 1: Disjunktive Synthesen: Genre und Medien

Bettine Menke (Erfurt) / Armin Schäfer (Hagen): Einleitung in die Tagung und Sektion

Antje Wessels (Berlin): Eine Ansprache an die Sinne. Zum antiken Mimus

Juliane Vogel (Konstanz) / Dörte Schmidt (Berlin): Mono/Melo – dramatische Form zwischen Sprache und Musik um 1800


Freitag, 03.06.11
9:30–13:30 Uhr
Sektion 2: Steigerungen des Ausdrucks

Armin Schäfer (Hagen): Einleitung

Ethel Matala de Mazza (Berlin): Wo kein Wunder geschieht. Franz Lehárs Operettendramaturgie

Dietmar Schmidt (Erfurt): Sinneswandel. Affektökonomie in G. W. Pabsts Stummfilm »Die Büchse der Pandora« (1929)

Gertrud Koch (Berlin): Vom Melos der Stimme zur Zeitform des Melodrams


15:00–19:00 Uhr
Sektion 3: Glückswechsel. Die Dramaturgie des Melodrams

Bettine Menke (Erfurt): Einleitung

Michael Niehaus (Dortmund): Der Fall als Melodram: Gesinia, die Teufelsbraut

Simon Roloff (Berlin): Opferexzesse. Serielle Peripetien im deutschen Melodram der Vierziger Jahre

Jörg Dünne (Erfurt/Konstanz): Almodóvars Filmschlüsse


Samstag, 04.06.11
10:00–14:00 Uhr
Sektion 4: Ein Genre im Werden: Eine Mediengeschichte der Medien

Daniel Eschkötter (Weimar): Einleitung

Ulrike Hanstein (Weimar): Das Gewöhnliche als Melodrama generieren: Todd Field und Lucas Belvaux

Lorenz Engell (Weimar): Die Filmkomödie: Genre Sein, Genre Werden, Genre Denken

Rembert Hüser (Minneapolis): Ron Ressing: Ein Sheriff jagt sein Aufgebot

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Konzeption & Organisation: Bettine Menke, Armin Schäfer, Daniel Eschkötter, Isabel Kranz

Kontakt:
Daniel Eschkötter
E-mail: daniel.eschkoetter@uni-weimar.de
Isabel Kranz
E-mail: isabel.kranz@uni-erfurt.de
Web: www.mediale-historiographien.de


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortErfurt
Beginn02.06.2011
Ende04.06.2011
PersonName: Eschkötter, Daniel 
Funktion: Koordinator 
E-Mail: daniel.eschkoetter@uni-weimar.de 
Name: Kranz, Isabel [Dr.] 
Funktion: Koordinatorin 
E-Mail: isabel.kranz@uni-erfurt.de 
KontaktdatenName/Institution: DFG-Graduiertenkolleg »Mediale Historiographien«  
Strasse/Postfach: Fakultät Medien, Bauhaus-Universität 
Postleitzahl: 99421 
Stadt: Weimar 
Telefon: 03643 583910 
Internetadresse: www.mediale-historiographien.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Dramentheorie; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.05.00 Antike und abendländische Literatur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.02 Drama
Ediert von  H-Germanistik
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