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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "(Re-)Präsentationen der Arbeitswelt"
RessourcentypCall for Papers
Titel(Re-)Präsentationen der Arbeitswelt
Beschreibung(Re-)Präsentationen der Arbeitswelt

(Re-)Presentations of Working Life

Die zehnte internationale und interdisziplinäre Graduiertenkonferenz an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am 12. und 13. November 2011 gilt der Be-standsaufnahme und Analyse von (Re-)Präsentationen der Arbeitswelt. Hierbei soll an die etablierten wissenschaftlichen Diskussionen zum Thema ‚Arbeit‘ angeknüpft werden, wie sie etwa die Soziologie, Philosophie und Theologie führen. Die Konferenz möchte eine entsprechende kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung vorantreiben. Sie richtet sich daher vor allem an NachwuchswissenschaftlerInnen der Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften, denen sie ein Forum zur Diskussion bieten will.

Angesichts der weitreichenden globalen Veränderungen des Arbeitsmarktes, der Transforma-tion der Wohlfahrtsstaaten und infolge daraus resultierender individueller Verunsicherungen widmen sich seit Mitte der 1990er Jahre Literatur, Theater, bildende Künste und Film wieder verstärkt der Arbeitswelt. Die strammen Fäden der Arbeits- und Lebensverhältnisse und die sich weitenden Maschen im sozialen Sicherungsnetz finden sich immer häufiger in gegenwär-tigen Produktionen von Bühne und Leinwand widergespiegelt. Aktuelle Spielpläne sprechen von der offenbar drängenden produktiven Auseinandersetzung mit dieser Thematik und auch von einer Suche nach Alternativen in der Bewertung des Erwerbsprinzips. Zu denken wäre hier zum Beispiel an die Theater- und Performance-Projekte von Rimini Protokoll oder René Pollesch sowie die zunehmende Popularität von globalisierungskritischen Filmen. Die post-moderne Leichtigkeit, mit der Erwerbswelten wahrgenommen und dargestellt wurden, weicht zusehends einem Diskurs, der das Verhältnis von Arbeit und Leben neu gewichtet. Die kul-turwissenschaftliche Zuwendung zu zeitgenössischen (Re-)Präsentationen von Arbeit und Arbeitenden steht offenbar noch am Anfang – im Gegensatz zur hohen Dynamik der Arbeits-märkte.

Der Trend verläuft in den USA und Europa nahezu gleich: Normalarbeitsverhältnisse schwin-den, der Niedriglohnsektor wächst, befristete Beschäftigung und Leiharbeit nehmen zu. Wäh-rend die einen die ‚Deregulierung‘ der Arbeitsmärkte als Chance verstehen, warnen die ande-ren vor den Folgen einer zunehmenden Prekarisierung. Gefühle der Verunsicherung und Er-fahrungen sozialer Unsicherheit verursachen die Angst, ‚schicksalhaft‘ oder in Folge indivi-duellen Versagens durch das Raster der staatlichen Sicherung zu fallen, gehen doch die weit-reichenden Veränderungen des Arbeitsmarktes in vielen Ländern mit der Zurücknahme sozi-alstaatlicher Garantien einher – from welfare to workfare.

Die zehnte Erlanger Graduiertenkonferenz „(Re-)Präsentationen der Arbeitswelt“ richtet sich an Promovierende und Postdocs der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, der Politi-schen Wissenschaft, Soziologie, Geschichte, Philosophie, Pädagogik, Theologie, Kunstge-schichte sowie der Theater- und Medienwissenschaften. Sie lädt Nachwuchswissenschaft-lerInnen dazu ein, eigene Projekte zu präsentieren, die sich im Rahmen folgender Fragestel-lungen bewegen:

Inwiefern werden in den verschiedenen Künsten und Medien die Grenzen und Fragwürdigkeiten gültiger Diskurse von Arbeit und individueller Selbstvergewisserung ausgelotet? Wie werden Lebensweisen in der Arbeitsgesellschaft und verschiedene kulturelle Kodierungen von Arbeit analysiert? Welche Erwerbswelten existieren, und wie werden diese in den verschiedenen Diskursen über ‚Arbeit‘ (re)präsentiert? Welche subjektiven Handlungsstrategien bestehen, um innerhalb der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen der Arbeitsgesellschaften agieren zu können? Gibt es zentrale Wünsche und Vorstellungen vom ‚Guten Leben‘, Werte und Mentalitäten, die die Arbeitskultur prägen? Welche Formen von Mangel und Armut charakterisieren das Leben ohne Erwerbstätigkeit und haben längst begonnen, auch das Erwerbsleben zu bestimmen? Warum hat sich die Arbeitsgesellschaft historisch überhaupt durchgesetzt? Und wie sehen Gegenentwürfe und Utopien aus?

Als Plenarvortragende sind eingeladen:
Prof. Dr. Regina Becker-Schmidt (Hannover): „Geschlechtliche Ungleichheitslagen und gesellschaftliche Herrschaftsstrukturen. Zur Überkreuzung von Klasse und Gender im Phä-nomen ' Frauendiskriminierung'.“
Prof. Dr. Irene Dölling (Potsdam): „Prekarisierung als soziale Praxis“
Prof. Dr. Thorsten Unger (Magdeburg): „Zu Wertungsmustern von Arbeit und Nichtarbeit in der Literatur seit der Aufklärung“
Darüber hinaus sind angefragt: Robert Castel und Richard Sennett.

Es können Beiträge zu folgenden Bereichen eingereicht werden, wobei auch weitere relevante Themenvorschläge willkommen sind:

• Inszenierungen von Arbeit in Kunst, Literatur, Film, Fotografie und Theater
• Dokumentarische Fotografie und Film
• Ethik und Philosophie der Arbeit / Arbeit als Wert
• Diskurse über Arbeit in Massenmedien, Wissenschaft etc.
• Verhältnis von Kirchen und Religionen zur Arbeit
• Soziale Ungleichheit / Armut
• Sozialstaat / Verwaltung von Arbeitslosigkeit und Armut / ‚deserving‘ and ‚undeser-ving‘ poor
• Globalisierung und Arbeitsmigration
• Arbeitsformen: schöpferische Arbeit / Subsistenzarbeit / Emotionsarbeit / Reprodukti-onsarbeit
• Prostitution / Kinderarbeit / Schattenwirtschaft
• Subjektivierung der Arbeit
• Employability und Biografie
• Familie und Paarbeziehung
• Alter und Arbeit
• Leiden an und ohne Arbeit
• Gesundheit und Arbeit
• race / class / gender
• Vorurteile und Ressentiments

Die Tagung wird am 12. und 13. November 2011 in Erlangen stattfinden (Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch). Sie ist als Plenarkonferenz mit Panelsektionen konzipiert. Für jeden Panelvortrag sind 25 Minuten vorgesehen (12 Min. für den Vortrag und 13 Min. für die Diskussion). Abstracts auf Englisch und Deutsch mit max. 250 Wörtern können bis zum 15. September 2011 über unsere Website www.gradnet.de eingereicht werden. Ausgewählte Bei-träge werden in einem Tagungsband veröffentlicht.

Der Tagungsbeitrag von 25,00€ beinhaltet: Tagungsband der 9. Graduiertenkonferenz „Kriti-sche Perspektiven: ‚Turns‘, Trends und Theorien“, zwei Mittagessen, eine Abendveranstaltung mit kulturellem Rahmenprogramm und eine Führung durch die Ausstellung im Erlanger Stadtmuseum: Die Industrialisierung in Erlangen.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Betreuung Ihrer Kinder, während Sie an der Konferenz teilnehmen. Bitte teilen Sie uns den Bedarf bei der Anmeldung mit.

Für weitere Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung unter: info2011@gradnet.de

Wir freuen uns auf Ihren Vortrag!
Das Organisationsteam: Johannes Barthel M.A., Dr. Susanna Brogi, Carolin Freier M.A, Katja Hartosch M.A, Ulf Otten M.A
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.gradnet.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortErlangen
Bewerbungsschluss15.09.2011
Beginn12.11.2011
Ende13.11.2011
PersonName: Barthel, Johannes [M.A.] 
E-Mail: Johannes.Barthel@phil.stud.uni-erlangen.de 
Name: Brogi, Susanna [Dr.] 
E-Mail: Susanna.Brogi@komp.phil.uni-erlangen.de 
Name: Freier, Carolin [M.A.] 
E-Mail: Carolin.Freier@soziol.phil.uni-erlangen.de 
Name: Hartosch, Katja [M.A.] 
E-Mail: k.hartosch@hotmail.de 
Name: Otten, Ulf [M.A.] 
E-Mail: Ulf.Otten@gmx.de 
KontaktdatenName/Institution: Gradnet e.V./ Institut für Soziologie 
Strasse/Postfach: Kochstrasse 4 
Postleitzahl: 91054 
Stadt: Erlangen 
E-Mail: info2011@gradnet.de 
Internetadresse: http://gradnet.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKomparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur- u. Kulturgeschichte
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/19907

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