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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Yoko Tawada: Hamburg - mein Hafen der Literatur"
RessourcentypVortragsreihen
TitelYoko Tawada: Hamburg - mein Hafen der Literatur
BeschreibungNeu: Hamburger Gastprofessur für Interkulturelle Poetik (INPOET)
Im Sommersemester 2011:
Yoko Tawada: "Hamburg – Mein Hafen der Literatur"

An der Universität Hamburg wird im Sommersemester 2011 zum ersten Mal die von Prof. Dr. Ortrud Gutjahr konzipierte Hamburger Gastprofessur für Interkulturelle Poetik (INPOET) besetzt. Die in dieser Ausrichtung in Deutschland einmalige Gastprofessur, die jeweils ein/e herausragende/r Schriftsteller/in für ein Semester einnimmt, wird von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gefördert.
Die erste INPOET geht an die renommierte Schriftstellerin Yoko Tawada, die der Stadt Hamburg in besonderer Weise verbunden ist. Sie reiste im Jahre 1979 mit der transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland ein, studierte ab 1982 Germanistik an der Universität Hamburg und promovierte zur Sprachmagie in der europäischen Literatur. Bereits 1987 erschien eine ursprünglich auf Japanisch verfasste Sammlung von Prosastücken und Gedichten in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Nur da wo du bist da ist nichts". Seitdem hat Tawada in dichter Folge zahlreiche Prosatexte, Gedichte, Essays, Theater- und Hörstücke in deutscher Sprache publiziert und sich als geschätzte Gegenwartsautorin etabliert, die gerade aufgrund ihrer interkulturellen Schreibverfahren besondere Aufmerksamkeit erfuhr. Sie erhielt sowohl in Japan als auch in Deutschland zahlreiche Preise, wie den Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg (1990), das Stipendium zum Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg (1993), den Adelbert von Chamisso Preis (1996) und die Goethe-Medaille (2005), um nur einige zu nennen. Ausgehend von alltäglichen Begebenheiten führt Tawadas Literatur in fremdartige Erfahrungswelten, in denen das scheinbar so Vertraute sich von einer bisher ungeahnten Seite zeigt. Immer geht es in ihren poetischen Texten auch um die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache. Durch ungewöhnliche Wortgefüge und Satzkonstruktionen werden konventionalisierte Bedeutungen und vertraute Konnotationen in fremdartige oder widerständige Figurationen verwandelt, die der erneuten Erschließung bedürfen. Von daher lässt sich Tawadas Literatur als Schreibspiel mit Ausdrucksweisen, Klangformen und Bedeutungszusammenhängen im Dienste neuer Sprachschöpfungen verstehen wie auch zugleich als fortgesetzte Sprachbefragung. Denn wie keine andere Autorin der Gegenwartsliteratur entwirft sie mit ihrem dichterischen Schreiben zwischen Sprachen und Bedeutungen eine interkulturelle Poetologie und Sprachtheorie zugleich.
Im Sommersemester wird Yoko Tawada in drei eigens für ihre Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg geschriebenen Vorlesungen ihre Vorstellungen zu einer Interkulturellen Poetik vorstellen, wobei bereits das Rahmenthema dieser Vorlesungsreihe – "Hamburg: Mein Hafen der Literatur" – verdeutlicht, dass sich die Autorin mit dem Hafen als literarischem Topos und dem Wasser als Metapher für ihre fluide Sprachverwendung beschäftigen wird. Dass dieses Metaphernfeld aber auch für eine ganze eigene, poetische Bestimmung von Reiseerfahrung und Fremdheitsbegegnung produktiv wird, veranschaulicht Tawadas Motto für die Veranstaltungen im Rahmen ihrer Poetikprofessur: "Reisen heißt für mich, fremdes Wasser zu trinken. Andere Orte, anderes Wasser." So wird die Schriftstellerin in einer Auftaktveranstaltung am 20. April im Internationalen Maritimen Museum unter dem Titel "Der Hafen ist in der Literatur ein gefährlicher Ort" ihr Werk vorstellen. Ihren drei Poetikvorlesungen, die im Cassirer-Hörsaal im Hauptgebäude der Universität stattfinden, hat die Autorin phantasievolle Titel verliehen: Am 4. Mai spricht sie zu "Welche Meerjungfrau ist noch nicht habilitiert?", am 18. Mai zu "Ein Segelschiff, das seine Wurzeln in den Ozean schlägt" und am 22. Juni zu "Auf dem Deck, Stimmbänder der Fremden".
Darüber hinaus findet am 23. und 24. Juni unter der Überschrift "Fremde Wasser" eine internationale wissenschaftliche Tagung zur Interkulturellen Poetik Yoko Tawadas im Literaturhaus Hamburg statt, bei der die Schriftstellerin aus ihrer Neuerscheinung "Abenteuer der deutschen Grammatik" (2010) lesen wird und ihre Arbeit am nächsten Buch mit dem Titel "Vierundzwanzig" vorstellt. Zudem experimentiert Yoko Tawada am 29. Juni gemeinsam mit der Pianistin Aki Takase in einer Abschluss-Performance im Thalia Theater in der Gaußstraße mit Stimme, Klang und Musikalität ihrer Sprache.


PROGRAMM

20. April - Internationales Maritimes Museum (Koreastraße 1): 20.00 Uhr
Begrüßung zur Auftaktveranstaltung:
Prof. Dr. Michael Göring, Vorsitzender des Vorstands, ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

"Der Hafen ist in der Literatur ein gefährlicher Ort"
Yoko Tawada: Thematische Lesung

Moderation und Vorstellung des Werkes:
Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Universität Hamburg)


04. Mai - Cassirer-Hörsaal (Univ. Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1): 16-18 Uhr
"Welche Meerjungfrau ist noch nicht habilitiert?"
Yoko Tawada: Poetikvorlesung I


18. Mai - Cassirer-Hörsaal (Univ. Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1): 16-18 Uhr
"Ein Segelschiff, das seine Wurzeln in den Ozean schlägt"
Yoko Tawada: Poetikvorlesung II


22. Juni - Cassirer-Hörsaal (Univ. Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1): 16-18 Uhr
"Auf dem Deck, Stimmbänder der Fremden"
Yoko Tawada: Poetikvorlesung III


23.-24. Juni - Literaturhaus (Schwanenwik 38): 9.00 Uhr
Begrüßung zur Tagung:
Prof. Dr. Dieter Lenzen,
Präsident der Universität Hamburg

Fremde Wasser.
Yoko Tawadas Interkulturelle Poetik

Internationale Tagung in Anwesenheit der Autorin


23. Juni - Literaturhaus (Schwanenwik 38): 20.00 Uhr
"Für das Fremde gibt es kein Zeichen"
Yoko Tawada: Lesung
aus den Neuerscheinungen Abenteuer der deutschen Grammatik (2010) und Vierundzwanzig (2011)


29. Juni - Cassirer-Hörsaal (Univ. Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1): 16-18 Uhr
Mit Yoko Tawada durch ein Semester
Studierende und Lehrende diskutieren mit Yoko Tawada die Ergebnisse aus Seminaren und Schreibworkshops zu ihrem Werk,
Resümee der Autorin


29. Juni - Thalia Theater Gaußstraße (Gaußstraße 190): 20.00 Uhr
"Die Stimme im Wasser / Das Klavier im Wasser"
Abschlussperformance von Yoko Tawada mit der Pianistin Aki Takase im Thalia Theater in der Gaußstraße

Weitere Informationen unter: www.inpoet.uni-hamburg.de

Internationales Maritimes Museum, Koreastraße 1
Ernst-Cassirer-Hörsaal, Hauptgebäude der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1
Literaturhaus, Schwanenwik 38
Thalia Theater in der Gaußstraße, Gaußstraße 190
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.inpoet.uni-hamburg.de
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHamburg
Beginn20.04.2011
Ende29.06.2011
PersonName: Ortrud Gutjahr 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: sekretariat.gutjahr@uni-hamburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Hamburg - Institut für Germanistik II 
Strasse/Postfach: Von-Melle-Park 6 
Postleitzahl: 20146 
Stadt: Hamburg 
Telefon: 040-42838 2755 
Fax: 040-42838 4247 
E-Mail: sekretariat.gutjahr@uni-hamburg.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur nach 1945
Zusätzliches SuchwortTawada, Inpoet, Gastprofessur, Poetik-Vorlesung
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.02 Dichtung und Sprache; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
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