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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Die Literaturwissenschaften und der Spatial Turn. Modellanalysen zu Kafkas Erzählung „Der Bau“"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDie Literaturwissenschaften und der Spatial Turn. Modellanalysen zu Kafkas Erzählung „Der Bau“
BeschreibungDie Literaturwissenschaften und der Spatial Turn. Modellanalysen zu Kafkas Erzählung „Der Bau“

Veranstalter: Dr. Dorit Müller (TU Darmstadt), Dr. Julia Weber (FU Berlin)
Datum, Ort: 06.05.2011-07.05.2011, FU Berlin, Habelschwerdter Allee 45, Raum KL 32/202


Im Zuge des Spatial Turn haben sich seit einigen Jahren die Diskussionen über raumtheoretische Ansätze in den Literaturwissenschaften intensiviert. Unterschiedliche Zugänge – angefangen von Michael Bachtins Überlegungen zum Chronotopos und Jurij Lotmans Raumsemantik-Konzept über phänomenologische Untersuchungen zur Darstellung und Funktion räumlicher Zusammenhänge in Texten bis hin zu Konzepten wie Henri Lefebvres Theorie einer kulturellen Produktion des Raumes, Foucaults Heterotopiekonzept oder Marc Augés Theorie der Non-Lieux – erfreuen sich gesteigerter Aufmerksamkeit, doch ist bisher kaum methodologisch untersucht worden, ob und wie diese Theorien für die literaturwissenschaftliche Analyse von Texten fruchtbar gemacht werden können.

Der Workshop setzt sich zum Ziel, die Herausforderungen raumtheoretischer Neukonzeptualisierungen aus so unterschiedlichen Bereichen wie der Philosophie, Soziologie, Humangeographie, Architekturtheorie oder Psychoanalyse für die Analyse literarischer Texte in den Blick zu nehmen. Unser Anliegen ist es, erstens die Anschlussfähigkeit und praktische ‚Anwendbarkeit‘ verschiedener Raumkonzepte in systematischer und methodologischer Hinsicht für die Analyse von literarischen Texten zu reflektieren. Daran anschließend sollen zweitens Fragen nach der besonderen Eigenleistung literarischer Raumkonstruktionen diskutiert werden. Von hier aus lässt sich drittens erörtern, welchen spezifischen Beitrag die Literaturwissenschaften zur Debatte um die kulturelle Produktion des Raumes liefern können.

Um diese methodologischen Fragen konkret zu verhandeln, werden Raumkonzeptionen aus Philosophie, Literatur-, Sozial- und Kulturwissenschaften auf nur einen literarischen Text - Franz Kafkas Erzählung "Der Bau" (1924) - bezogen. Der Text entwirft einen labyrinthischen imaginären Raum, der sich trotz genauester Angaben zu seiner Konstruktion dem Verständnis des Lesers entzieht. Seine Raumbeschreibungen sind widersprüchlich, hochgradig symbolisch aufgeladen und nicht referentiell. Angesichts dieser Beobachtungen scheint eine raumtheoretisch fundierte Beschäftigung mit der Erzählung vielfältige Aufschlüsse zu versprechen. Das Spektrum der diskutierten Ansätze umfasst Raumtheorien von Bachtin und Lotman, psychoanalytische Topologien, postkoloniale Zugänge, systemtheoretische oder poststrukturalistische Perspektiven. Darüber hinaus werden Untersuchungen aus den Bereichen der neuen Emotions- bzw. Kognitionsforschung, der Kulturanthropologie, der Wissenstheorie und der sozialen Raumforschung angeboten.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird bis zum 30. April 2011 gebeten.



Programm

Freitag, 6. Mai 2011

13 Uhr – 13.30 Uhr

Dorit Müller, Julia Weber
Begrüßung und Eröffnung

13.30 Uhr – 15.45 Uhr

Gerhard Neumann (München)
'Der Bau' im Konzept von Kafkas 'Leben-Schreiben'

Susanne Frank (HU Berlin)
Ein kultursemiotischer Blick auf Kafkas Erzählung 'Der Bau'

Katrin Dennerlein (Würzburg)
Narratologische Überlegungen zum Raum in Kafkas 'Der Bau'

15.45 Uhr Kaffeepause

16.15 Uhr – 17.45 Uhr

Dorit Müller (Darmstadt)
Wissenstheoretische Überlegungen zum literarischen Raum in Kafkas 'Bau'

Julika Griem (Darmstadt)
Postkoloniale Grabungen. J.M. Coetzees Kunst am 'Bau'

17.45 Uhr Pause

18.30 Uhr – 19.30 Uhr

Abendvortrag:
Henry Sussman (New Haven)
Kafka in Cyberspace: Underground Displays of Writing

20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen


Samstag, 7. Mai 2011

9.00 Uhr – 10.30 Uhr

Wiebke Amthor (FU Berlin)
"Von außen ist eigentlich nur ein großes Loch sichtbar". Löcher, Gräben und Gänge im Zeichen von Psychoanalyse und Geologie in Kafkas 'Der Bau'

Julia Weber (FU Berlin)
'Im Hohlraum?' - Zur utopischen Raum- und Erzählkonstruktion in Kafkas 'Bau' aus kognitionswissenschaftlicher Perspektive

10.30 Kaffeepause

11.00 Uhr – 12.30 Uhr

Mario Grizelj (München)
Stellung, Relation, Maschine, Bau. (Wo) gibt es den Raum in der Systemtheorie?

Oliver Simons (Cambridge)
Diagrammatik: Kafka mit Deleuze

12.30 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr – 16.30 Uhr

Jörg Dünne (Erfurt)
"Meine Stirn, der Stampfhammer": Ein kulturanthropologischer Parcours durch Kafkas 'Bau'

Bertrand Westphal (Limoges)
La Géocritique du Terrier/ Geokritik im 'Bau'

Abschlussdiskussion


Finanziert von der Volkswagenstiftung

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Anmeldeschluss30.04.2011
Beginn06.05.2011
Ende07.05.2011
PersonName: Julia Weber 
Funktion: Projektleiterin 
E-Mail: julia.weber@fu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: FU Berlin, Cluster Languages of Emotion 
Strasse/Postfach: Habelschwerdter Allee 45 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
E-Mail: julia.weber@fu-berlin.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Literaturtheorie: Klassiker
Zusätzliches SuchwortRaumtheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie
Ediert von  H-Germanistik
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