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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "9. Workshop des Netzwerks Terrorismusforschung (NTF) : „Terrorismus und/als/vs. Kommunikation“"
RessourcentypCall for Papers
Titel9. Workshop des Netzwerks Terrorismusforschung (NTF) : „Terrorismus und/als/vs. Kommunikation“
Beschreibung9. Workshop des Netzwerks Terrorismusforschung (NTF)
Schwerpunktthema „Terrorismus und/als/vs. Kommunikation“

Universität Hildesheim, 22. und 23. Juli 2011


Der Fokus des neunten halbjährlichen Workshops des Netzwerks Terrorismusforschung soll auf der interdisziplinären Untersuchung der vielfältigen und komplexen Beziehungen zwischen Terrorismus bzw. terroristischen Aktionen und Kommunikation bzw. kommunikativen Akten liegen.

Veranstaltungsort ist diesmal die Universität Hildesheim. Eingebettet in das starke interdisziplinäre Profil der Universität Hildesheim und ausgerichtet am neu entstandenen Bühler-Campus für sprachwissenschaftliche Lehre und Forschung, bietet die Universität Hildesheim einen idealen Rahmen für einen zentralen wie kontroversen Bereich der Terrorismusforschung.

„Kommunikation ist unerläßlicher Bestandteil der terroristischen Gewalttat: Der Terrorist bewirkt für sich allein nichts, die Publizität hingegen alles“, stellt der Journalist Sepp Binder bereits 1978 in seinem Buch „Terrorismus. Herausforderung und Antwort“ fest. Terroristische Gewalt ist damit immer an eine Art der Aussage gebunden – es ist hauptsächlich diese Tatsache, die terroristische Taten von anderen kriminellen Taten unterscheidbar macht. Terroristen sind dann erfolgreich, wenn sie es im Rahmen ihrer Gewaltakte vermögen, ihre Ziele und Ansichten zu kommunizieren und
öffentlichkeitswirksam zu inszenieren. Von dieser Überlegung aus geht der Soziologe Peter Waldmann 20 Jahre später noch einen Schritt weiter, indem er den Terrorismus als „Kommunikationsstrategie“ bezeichnet.
Wie stehen Terrorismus und Kommunikation nun zueinander? Ist Terrorismus eine Form der Kommunikation? Ist Kommunikation ein Werkzeug des Terrorismus? Oder geschieht Terrorismus dann, wenn gerade keine Verständigungsgrundlage mehr vorhanden ist, weil eine im Untergrund agierende Minderheit sich also von allen anderen zivilen oder demokratischen Möglichkeiten der politischen diskursiven Teilhabe abgeschnitten ist – oder sich selbst abgeschnitten hat? Festzuhalten bleibt in jedem Fall, dass Terrorismus sich nicht oder nur schwer ohne eine Wechselwirkung mit kommunikativen Akten denken, analysieren und verstehen lässt.
Ein weiterer interessanter Fragenkomplex kreist darum, wie über Terrorismus kommuniziert wird. Terrorismus ist in den meisten Fällen eng an massenmediale Kanäle gebunden: Terrorgruppen und Terroranschläge werden den meisten Menschen primär als Gegenstand von Berichterstattung erfahrbar. Innerhalb des Kommunikationsformats Massenmedien ergeben sich vielfältige Selbst- und Fremdinszenierungspotentiale, mit denen sowohl auf Seiten der Terroristen als auch auf Seiten staatlicher Institutionen kalkuliert wird. Hinzu treten nach größeren terroristischen Akten in der Regel öffentliche sowie, in der Retrospektive, auch Erinnerungsdiskurse. Darüber hinaus bilden zum Beispiel die Künste, aber auch die Wissenschaft, untersuchenswerte Kommunikationsräume über das Thema Terrorismus.

Denkbare Felder für Vortragsthemen wären etwa:

- Terrorismus als Form der Kommunikation
- Kommunikation von Terroristen untereinander
- Kommunikation zwischen terroristischen Gruppen und dem Staat
- die mediale Kommunikation von bzw. über Terrorismus
- Terrorismus im öffentlichen und historischen Diskurs
- Terrorismus und wissenschaftliche Aufarbeitung
- Terrorismus in der Lesart als Theater bzw. künstlerische Inszenierung
- Mediale und künstlerische Kommunikation von und über Terrorismus

Vorträge zu anderen Themen sind aber selbstverständlich auch möglich und erwünscht!
Das Netzwerk Terrorismusforschung freut sich über Vortragsvorschläge aus allen wissenschaftlichen Fachdisziplinen.


Allgemein:

Die Beiträge der Referenten sind als jeweils zwanzig- bis dreißigminütige Vorträge mit anschließender halbstündiger Diskussion geplant.

Abstracts (ca. 500 Wörter) können bis zum 15. Mai 2011 an jennifer.clare@uni-hildesheim.de geschickt werden.

Eine Tagungsteilnahme ohne eigenen Vortrag ist natürlich ebenfalls möglich. Auch hier wird aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl eine Anmeldung bis zum 15. Mai erbeten.


Zur Anmeldung oder im Falle von Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Jennifer Clare
Universität Hildesheim
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim
jennifer.clare@uni-hildesheim.de

www.netzwerk-terrorismusforschung.de

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Das Netzwerk Terrorismusforschung (NTF) ist ein Zusammenschluss von mittlerweile über 200 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachdisziplinen, die sich mit Fragen und Problemen aus dem Themenbereich Terrorismus und Terrorismusbekämpfung befassen. Das NTF soll Kontakte schaffen und als Forum für Ideen- und Informationsaustausch, Projektpräsentationen und gemeinsame Projekte dienen. Neben dem Internetauftritt und Deutschlands umfangreichster Mailingliste für diesen Bereich bietet das NTF regelmäßig Workshops an.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortUniversität Hildesheim
Bewerbungsschluss15.05.2011
Beginn22.07.2011
Ende23.07.2011
PersonName: Jennifer Clare 
Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Universität Hildesheim) 
E-Mail: jennifer.clare@uni-hildesheim,de 
KontaktdatenName/Institution: Jennifer Clare (Universität Hildesheim, Institut für deutsche Sprache und Literatur) 
Strasse/Postfach: Marienburger Platz 22 
Postleitzahl: 31141 
Stadt: Hildesheim 
Telefon: 0176-80284607 
E-Mail: jennifer.clare@uni-hildesheim.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches Suchwortinterdisziplinäre Veranstaltung
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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