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Ergebnisanzeige "Herrenhausen im internationalen Vergleich – Eine kritische Betrachtung"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelHerrenhausen im internationalen Vergleich – Eine kritische Betrachtung
BeschreibungTagung

„Herrenhausen im internationalen Vergleich – Eine kritische Betrachtung“

Hannover
3. und 4. Mai 2011

„Herrenhausen im internationalen Vergleich – Eine kritische Betrachtung“ ist das Thema einer Tagung, die am 3. und 4. Mai 2011 vom Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Leibniz Universität Hannover durchgeführt werden soll. Gefördert wird die Tagung durch die VolkswagenStiftung. Im Rahmen der Tagung sollen Referenten und Referentinnen aus dem In- und Ausland die Standortqualitäten Herrenhausens aus Sicht unterschiedlicher Wissenschaften im internationalen Vergleich diskutieren. Welche Besonderheiten und Einmaligkeiten zeichnen die Herrenhäuser Gärten aus? Welche historischen, ideengeschichtlichen, gesellschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen und Einflüsse waren bzw. sind von Bedeutung? Welche Position nimmt dieses Gartenensemble in der internationalen Gartenkunstgeschichte im Vergleich zu anderen historischen Gärten und Gartenensembles ein? Welche Rolle spielen die Gärten im Gefüge der Freiraumstruktur Hannovers und für die Bewohner der Landeshauptstadt? Dies sind einige der zentralen Fragen, die in Vorträgen, Statements und in Diskussionsrunden diskutiert werden sollen. Im Fokus der Tagung stehen die Herrenhäuser Gärten in ihrer historischen, kulturellen, künstlerischen, städtebaulichen und aktuellen Bedeutung für die Landeshauptstadt Hannover wie auch für die europäische Gartenkultur.

Herrenhausen mit seinen Gärten hat in den vergangenen Jahren national und international zunehmende Beachtung gefunden. Sei dies durch die Schöpfung des Blumengartens durch den schweizerischen Landschaftsarchitekten Guido Hager, sei dies durch die Neugestaltung des Inneren der Grotte durch die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle, sei es durch die Übergabe wichtiger Teile der „Königlichen Gartenbibliothek Herrenhausen“ an die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und das daraus resultierende Forschungsvorhaben zur Erschließung, wissenschaftlichen Auswertung und entsprechenden Einordnung dieser Bestände in den internationalen Kontext in Zusammenarbeit von Leibniz Bibliothek und dem Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL).

Einen besonderen Stellenwert bekommt die Tagung „Herrenhausen im internationalen Vergleich“ durch den Wiederaufbau des Schlosses im Großen Garten. Die VolkswagenStiftung, die als renommierter Wissenschaftsförderer international tätig ist, wird das Schloss zu einem Ort des wissenschaftlichen Gedankenaustausches machen und damit die weitere Profilbildung von Hannover als Wissenschaftsstandort vorantreiben. Immer haben die Herrenhäuser Gärten Wege in die Wissenschaften gewiesen, viele Portale in die einzelnen Disziplinen eröffnen sich hier, die im Rahmen der Tagung beleuchtet werden sollen. So sind Hannover und Herrenhausen z. B. eng verbunden mit dem Namen des großen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz. Die besonderen Beziehungen von Leibniz zum Großen Garten sowie das Zusammenspiel von Mathematik und Gartenkunst eröffnen faszinierende Forschungsperspektiven und bedürfen noch einer intensiveren Diskussion.

Historische Gärten und Gartenensembles waren und sind häufig von herausragender Bedeutung nicht nur als Gartenkunstwerke, sondern auch als öffentlich nutzbare Freiräume für die Bevölkerung der jeweiligen (Groß-)Städte, für Stadt und Region. Gartenanlagen des Adels dienten als Hort der bildenden Künste, in denen Musik und Theateraufführungen fester Bestandteil entsprechender Inszenierungen waren. Herrenhausen verfügt mit dem Heckentheater diesbezüglich über einen besonderen Gartenraum, der internationales Ansehen besitzt und für den in den vergangenen Jahren Konzepte zur Restaurierung erarbeitet wurden. Hier stellt sich die Verbindung von moderner Aufführungspraxis in einem historischen Theaterraum von einmaliger Qualität als eine anspruchsvolle zukünftige Aufgabe.

Die Herrenhäuser Anlagen sind stets auch Flaniermeile und Inspirationsort für Künstler, Dichter, Musiker und Journalisten gewesen. So bewegt sich der Spaziergänger und Feuilletonist Julius Rodenberg zum Beispiel in seinen „Wanderungen im Lande der Welfen“ zwischen Erinnerungskultur und Poetologie. Zwischen Verklärung und Kritik taugt Herrenhausen dann ebenso als Kindheitsmuster wie als Fokus kritischer dynastischer Überlegungen und Ort veränderter städtebaulicher Wahrnehmung. Eine vergleichende Betrachtung der Sichtweisen von Reisenden auf Gärten, wie der Villa Borghese und den Herrenhäuser Gärten, soll dieses Forschungsfeld skizzieren.

Die Bedeutung der Herrenhäuser Gärten aus der Sicht der Gartendenkmalpflege soll mit Blick auf andere Anlagen vergleichend diskutiert werden. Historische Gärten sind in den vergangenen Jahren zunehmend auch Orte künstlerischer und architektonischer Eingriffe geworden. Ein vieldiskutiertes Themenfeld in Bau- und Gartenkunstgeschichte sind seit einiger Zeit Rekonstruktionen, die auch im Zusammenhang mit historischen Gartenanlagen in Erwägung gezogen werden bzw. durchgeführt worden sind. In diesem Zusammenhang kommt dem Neubau des Schlosses im Großen Garten sowohl aus einer bau- und (garten-)kunst-historischen Betrachtung wie auch in seiner zukünftigen Bedeutung für das Gartenensemble besonderes wissenschaftliches Interesse zu. Nicht zuletzt sind Gärten in den vergangenen Jahren, u. a. angesichts der Finanzknappheit von Kommunen und Ländern, zunehmend Objekte der Vermarktung geworden. Das Potenzial historischer Gartenanlagen für den Tourismus gerät immer stärker in das Blickfeld von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Auch dies erfordert eine sorgfältige wissenschaftliche Betrachtung. Die skizzierten Themenfelder werden durch international renommierte Fachleute wie auch durch Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen präsentiert und diskutiert.

Hannover, 9. Februar 2011


Prof. Dr. Sigrid Thielking
(Deutsches Seminar, Leibniz Universität Hannover)

Prof. Dr. Joachim Wolschke-Bulmahn
(Institut für Landschaftsarchitektur, Leibniz Universität Hannover)



Programm der Tagung

Tagungsort: Orangerie, Großer Garten Herrenhausen

Zeit: Dienstag, 3. Mai 2011, ab 10.00h
Mittwoch, 4. Mai 2011, ab 9.00h



Dienstag, 3. Mai 2011

Begrüßung / Einführung

10.00-10.30
Grußworte

Erich Barke
(Präsident, Leibniz Universität Hannover)

Wilhelm Krull
(Generalsekretär, VolkswagenStiftung)

Marlis Drevermann
(Kulturdezernentin, Landeshauptstadt Hannover)

Sepp Heckmann
(Freunde der Herrenhäuser Gärten)

10.30-11.00
Sigrid Thielking und Joachim Wolschke-Bulmahn
Einführung in die Tagung
(CGL, Leibniz Universität Hannover)



Sektion I.

Moderation
Joachim Wolschke-Bulmahn

11.00-11.45
John Dixon Hunt
(University of Philadelphia)
„The Vocabulary of Garden Reception & Its Form in Time and Space“

11.45-12.15
Joseph Disponzio
(Columbia University, New York)
„Looking from Versailles at the Herrenhausen Gardens“

12.15-12.45
Diskussion

12.45-13.45
Mittagspause



Sektion II.

Moderation
Gert Gröning

13.45-14.30
Thomas Biskup
(University of Hull)
„Garten und Dynastie: hortikultureller Wettbewerb und der Platz Herrenhausens in der Mediengesellschaft der Frühen Neuzeit“

Annette Antoine
(Leibniz Universität Hannover)
„Leibniz und Herrenhausen – eine Beziehung in Wechselseitigkeit mit Implikationen für heute“

Robert Weber
(Leibniz Universität Hannover)
„Das theatrum mundi zu Herrenhausen“

14.30-14.50
Diskussion

14.50-15.20
Kristina Steyer
(Johannes Gutenberg Universität Mainz)
„Die Wassergrotte in Herrenhausen vor dem Hintergrund zeitgenössischer Grottenbaukunst“

Sarah Michaelis
(Leibniz Universität Hannover)
„Barockgärten und Selbstähnlichkeit“

15.20-15.35
Diskussion

15.35-16.00
Pause

16:00-16.30
Volker Remmert
(Universität Aarhus, Dänemark)
„Mathematische Wissenschaften und Gartenkunst in der Frühen Neuzeit – Mit einem Blick auf den Großen Garten Herrenhausen“

16.30-17.00
Ronald Clark
(Herrenhäuser Gärten, Landeshauptstadt Hannover)
„Der Georgengarten als ‚konstruierter‘ Landschaftsgarten? Zum Zusammenhang von Mathematik und den Gestaltungsprinzipien Christian Schaumburgs“

17.00-17.20
Diskussion


Öffentlicher Abendvortrag

19.00
Horst Bredekamp
(Humboldt-Universität Berlin)
Öffentlicher Abendvortrag: „Der Garten als Ort der Philosophie: mit Blick auf Herrenhausen“




Mittwoch, 4. Mai 2011

Sektion III.

Moderation
Hubertus Fischer

9.00-9.30
Georg Ruppelt
(Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek)
„Die Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen“

9.30-10.00
Katharina Peters und Sophie von Schwerin
(Leibniz Universität Hannover)
„Kew Garden und der Berggarten in Herrenhausen – ein Vergleich“

10.00-10.30
Michael Braum
(Bundesstiftung Baukultur, Potsdam)
„‘Überall ist man nur da wahrhaftig, wo man Neues schafft‘ - Baukultur und Rekonstruktion“

10.30-11.00
Diskussion

11.00-11.30
Kaffeepause

11.30-12.00
Gabriella Catalano
(Universität Rom II – Tor Vergata)
„Ein Garten der Imagination. Die Villa Borghese in Reisebeschreibungen“

12.00-12.30
Sigrid Thielking
(Leibniz Universität Hannover)
„Herrenhausen in Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts. Das Beispiel von Julius Rodenbergs ‚Wanderungen im Lande der Welfen‘“

12.30-12.50
Diskussion

12.50-13.45
Mittagspause



Sektion IV.

Moderation
Bianca Maria Rinaldi

13.45-14.15
Holger Paschburg
(Hamburg)
„Das Theaterboskett im Großen Garten – ein besonderes Zeugnis der europäischen Gartenkunst“

14.15-14.45
Kaspar Klaffke
(CGL, Leibniz Universität Hannover)
„Die Herrenhäuser Gärten in ihrer städtebaulichen Bedeutung für Stadt und Region“

14.45-15.15
Arno Brandt
(Hannover, NordLB)
„Die Herrenhäuser Gärten: Zu Marketing-Potenzial und -Strategien – eine vergleichende Betrachtung“

15.15-15.45
Diskussion

15.45-16.15
Kaffeepause



Sektion V.

Moderation
Sigrid Thielking

16.15-16.45
Bianca Maria Rinaldi
(University of Camerino)
„Modern Interventions in Historic Gardens. Looking at the Herrenhausen Gardens from a European Perspective“

16.45-17.15
Michael Rohde
(Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)
„Ein Blick von Charlottenburg und Sanssouci auf die Herrenhäuser Gärten – Bedeutungsmerkmale der Gartenkunst und Denkmalmethodik

17.15-17.45
Hubertus Fischer
(Leibniz Universität Hannover)
„Herrenhausen und sein Schloss. Zur Bedeutung des Wiederaufbaus für die internationale Sichtbarkeit des Großen Gartens“

17.45-18.15
Diskussion

18.15
Wilhelm Krull
(VolkswagenStiftung)
Schlusswort


Kontakt: Sabine Albersmeier (cgl@cgl.uni-hannover.de), Geschäftsstelle des Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL), Leibniz Universität Hannover
Herrenhäuser Str. 8
30419 Hannover


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressewww.cgl.uni-hannover.de
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHannover
Beginn03.05.2011
Ende04.05.2011
PersonName: Sabine Albersmeier 
Funktion: Geschäftsstelle des CGL 
E-Mail: cgl@cgl.uni-hannover.de 
KontaktdatenName/Institution: Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL), Leibniz Universität Hannover 
Strasse/Postfach: Herrenhäuser Str. 8 
Postleitzahl: 30419 
Stadt: Hannover 
Telefon: +49 (0) 511 762 5789 
Fax: +49 (0) 511 762 5693 
E-Mail: cgl@cgl.uni-hannover.de 
Internetadresse: http://www.cgl.uni-hannover.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Zusätzliches SuchwortGartenkunst, Landschaftsarchitektur, Herrenhausen, Leibniz
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