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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Kommunikation und Körperkultur in der Frühen Neuzeit"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelKommunikation und Körperkultur in der Frühen Neuzeit
BeschreibungKommunikation und Körperkultur in der Frühen Neuzeit (15.-26.08.2011)
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel


Ziel des Sommerkurses ist es, die schon seit einigen Jahren geführte Diskussion zum Thema “Körper” in der Frühen Neuzeit zu erweitern. Dabei behandelt er Grundfragen der kulturwissenschaftlichen Forschung, denn menschliche Kommunikation vollzieht sich weitgehend mit und über den Körper, und der menschliche Körper besitzt immer auch eine kommunikative Dimension: Er wird auf verschiedenste Art und Weise wahrgenommen, inszeniert und diszipliniert. Verschriftlichung und Verbildlichung des Körpers weisen zahlreiche Aspekte auf – symbolische, ästhetische, religiöse, politische, geschlechtsspezifische – und schreiben ihm eine ganze Reihe von Funktionen zu, so dass man unterscheiden muss zwischen dem alltäglichen, erotischen, normierten, kranken, gequälten, zerlegten usw. Körper. Gender-Normen werden zum Fokus medizinischer, juristischer, künstlicher, gesellschaftlicher und literarischer Diskurse. Der Körper des Menschen wird durch Arbeit, sportliche und höfische Aktivitäten oder durch Ruhe geübt, gemessen und interpretiert. Der ideale, der andersartige, der kranke, der gesunde, der männliche, der weibliche, der androgyne Körper stellen einige Interpretationsmuster dar.

Das Thema erlaubt Untersuchungen zu den vielfältigen Zusammenhängen von Körper und Kommunikation in der Frühen Neuzeit. Indem in die aktuelle Forschung zum Thema eingeführt wird, werden unterschiedliche methodologische Zugänge eröffnet. Im Zentrum steht die Frage, wie mit dem menschlichen Körper kommuniziert wird. Es geht damit in diesem Sommerkurs um Kernfragen historischer und kulturwissenschaftlicher Forschung, denn das Verhältnis von Körper und Kommunikation steuert Wahrnehmung und Gestaltung von Individuum, Gesellschaft und Welt. Anhand von Anleitungsliteratur, Verwaltungsakten (z.B. Verhörprotokollen) und sonstigen schriftlichen und bildlichen Medien der Frühen Neuzeit setzten wir uns das Ziel, neue Fragen und Paradigmen für die Forschung zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Untersuchungen wird – nicht zuletzt dank der reichen Bestände der Herzog-August- Bibliothek – auf dem frühneuzeitlichen Europa liegen, doch soll in den Diskussionen zu komparativen Zwecken die Perspektive anderer Zivilisationen herangezogen werden. Die Vormittage dienen der Präsentation von Themen durch ausgewählte Fachvertreter/innen, die gemeinsam von allen Kursteilnehmern diskutiert werden. Die Nachmittage stehen grundsätzlich für die eigene Arbeit der Teilnehmer mit den Beständen der Bibliothek zu Verfügung. Selbstverständlich wird es auch Gelegenheit für vertiefte Forschungsdiskussionen mit den Dozenten/innen geben. Außerdem haben die Kursteilnehmer/innen die Möglichkeit, ihre eigenen Forschungen vorzustellen.

Mögliche Themenfelder:
– der alltägliche Körper: Essen, Trinken, Kleidung, Hygiene;
– der erotische Körper: Sex, Bewegung, Optik, Codierung, Sinnlichkeit;
– der erzählte Körper: Roman, Drama, Lyrik, Zeitungen, Ego-Dokumente;
– der gewalttätige Körper: Gewalt, Verbrechen, Krieg, Turnier, Fechten, Waffen;
– der kranke und gequälte Körper: Krankheiten, Pest, Folter, Mord, Hinrichtung;
– der normierte Körper: Verhalten, Konversation, Gendernormen, Drill;
– der performative Körper: Musik, Fest, Theater, Oper, Gestik, Tanz, Sport;
– der präsente Körper: Anwesenheit, Räumlichkeit, Abwesenheit;
– der symbolische Körper: Malerei, Grafik, Flugblätter, Emblematik;
– der zerlegte Körper: Anatomie, Vivisektion.


Kontakt:
Dr. Volker Bauer
E-mail: forschung@hab.de

Web: http://www.hab.de/forschung/nachwuchs/SK2011_deutsch.htm

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.hab.de/forschung/nachwuchs/SK2011_deutsch.htm
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWolfenbüttel
Bewerbungsschluss31.03.2011
Beginn15.08.2011
Ende26.08.2011
PersonName: Dr. Volker Bauer 
E-Mail: forschung@hab.de 
KontaktdatenName/Institution: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel 
Strasse/Postfach: Postfach 13 64 
Postleitzahl: 38299 
Stadt: Wolfenbüttel 
Fax: +49 5331– 808 266 
E-Mail: forschung@hab.de 
Internetadresse: www.hab.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeGenderforschung; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1580 - 1700
Ediert von  H-Germanistik
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