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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Internationaler Workshop: Populäres Judentum - Medien, Debatten, Lesestoffe."
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelInternationaler Workshop: Populäres Judentum - Medien, Debatten, Lesestoffe.
BeschreibungInternationaler Workshop: Populäres Judentum - Medien, Debatten, Lesestoffe.
17.- 19. Mai 2007 an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich die deutschen Juden eine reiche und vielfältige populäre Kultur geschaffen. Zeitschriftenliteratur, Kalender, Almanache und Literaturvereine mit ihren geselligen Vortragsabenden dienten ebenso einem speziellen Vergnügen wie Varietés, Boulevardtheater oder Filme: der unterhaltsamen und massenhaften Auseinandersetzung mit den
vielfältigen und alltäglichen Problemen, denen die deutschen Juden als mehr oder weniger integrierte Minderheit gegenüberstanden. Dass diese populären Künste bislang noch längst nicht angemessen zur Kenntnis genommen und erforscht worden sind, lässt sich auf einen "blinden Fleck" zurückführen, der zwischen den Aktionsradien der verschiedenen Fakultäten entstanden ist, die sich mit deutsch-jüdischer oder mit Populärkultur beschäftigen.

Etwas verkürzt ließe sich die Forschungssituation beispielhaft mit Bezug auf populäre deutsch-jüdische Literatur ungefähr so beschreiben: Historiker nutzen etwa Zeitschriftenromane als Quellen für die Untersuchung sozial- oder mentalitätsgeschichtlicher Entwicklungen, ignorieren dabei aber die Literarizität der Texte mit deren eigenen literaturgeschichtlichen Kontexten; die Germanistik wiederum wendet ihr elaboriertes Interpretationsinstrumentarium bevorzugt auf "ästhetisch wertvolle“ Texte kanonisierter Autoren wie Kafka, Schnitzler oder Beer-Hofmann an; zudem hält sie dabei nicht Schritt mit den historischen Erkenntnissen zu Vervielfältigung, Temporalisierung und Sektorialisierung jüdischer Identitätsmodelle und geht in vielen Fällen noch immer von einem zweiwertigen Identitätsmodell aus, das dann in Ambivalenzen oder "Zerrissenheiten" führt. Die gesamte und kontroverse germanistische Forschung zur Trivial- und Populärliteratur hat wiederum ihre Thesen und Beobachtungen gänzlich jenseits der deutsch-jüdischen populären Literatur entwickelt und das auch dort, wo die cultural studies die älteren ideologiekritischen Perspektiven auf Populärkulturen samt der Zweiteilung in Hoch- und Massenkulturen abgelöst hat. Der Workshop will diese wechselseitigen Defizite ausgleichen und ein Gespräch zwischen den verschiedenen Fakultäten in Gang bringen und damit dem komplexen Phänomen – auf der Höhe der bisher erreichten Forschungsergebnisse – beizukommen suchen.

Veranstaltungsort:
Ludwig-Maximilians-Universität München
Schellingstraße 3
Raum 312 Rgb.


Tagungsprogramm:

Donnerstag, 17. Mai

14.15. -14.45
Franziska Mayer (München)
Marketingstrategien für einen Bestseller: Leo Perutz' "Wohin rollst du, Äpfelchen..."

16.00 - 16.30
Eva Krivanec (Wien)
"Krank- und wieder gesund gelacht...". Jüdisches Unterhaltungstheater in Wien und Berlin zwischen 1910 und 1918.

17.00 - 17.30
Klaus Hödl (Graz)
Zum Ort der Populärkultur im jüdischen Erfahrungshorizont.

ca. 18.00 Uhr Ende


Freitag, den 18. Mai

10.00 - 10.30
Michaela Lehner (Wien)
Literatur und kulturelles Gedächtnis. Erinnerung in Texten zeitgenössischer deutsch-jüdischer und amerikanisch-jüdischer Autoren.

11.15 - 11.45
Wolfgang Lukas (Wuppertal)
Konstruktion von Identität und Fremdheit in populärer Literatur des 19. Jahrhunderts. Zu Carl Spindlers Der Jude.

14.00 - 14.30
Norbert Bachleitner (Wien)
Erzählliteratur in Wiener jüdischen Periodika um die Jahrhundertwende.

15.00 - 15.30
Petra Ernst (Graz)
Identitätskonzeptionen in deutschsprachig-jüdischer Unterhaltungsliteratur.

17.00 Besuch der Ausstellung „in fremd Land. Jiddische und hebräische Drucke aus dem Nachkriegsdeutschland“ (Universitätsbibliothek München)


Samstag, 19. Mai

10.00 - 10.30
Madleen Podewski (Wuppertal)
Literatur in/und Zeitschriften. Zur Relevanz eines Mediums für die Textinterpretation am Beispiel von Vicky Baums Erzählung Rafael
Gutmann aus Ost und West (1911).

10.45 11.15
Christine Haug/Hans Peter Bayerdörfer (München)
Warenhausbuchhandlungen und Warenhausleihbüchereien als Vermittlungsinstanzen für populäre Lesestoffe
Gegenkonzept: Das Warenhaus Schocken und seine Buchreihen

11.30 – ca. 12.30 Uhr Abschlussdiskussion

Ende des Arbeitsgesprächs ca. 13.00 Uhr


Veranstalterinnen:
Prof. Dr. Christine Haug
LMU München
Studiengänge Buchwissenschaft
Schellingstraße 3, RG
80799 München
christine.haug@germanistik.uni-muenchen.de

Dr. Madleen Podewski
Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften
Gaußstraße 20
42119 Wuppertal
podewski@uni-wuppertal.de

Anmeldung:
alexander@strathern.de


Büro:
Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften
Gaußstraße 20
42119 Wuppertal
Tel.: 0202 439 3939
Fax: 0202 439 2150
Mail: podewski@uni-wuppertal.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Beginn17.05.2007
Ende19.05.2007
PersonName: Podewski, Madleen [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: podewski@uni-wuppertal.de 
KontaktdatenName/Institution: Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal 
Strasse/Postfach: Gaußstraße 20 
Postleitzahl: 42119  
Stadt: Wuppertal 
Telefon: 0202 439 3939 
Fax: 0202 439 2150 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLeserforschung; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.08 Unterhaltungsliteratur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
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