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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Zur Geschichte des katholischen Buch-, Bücherei-, Buchhandels- und Verlagswesens in Deutschland"
RessourcentypCall for Papers
TitelZur Geschichte des katholischen Buch-, Bücherei-, Buchhandels- und Verlagswesens in Deutschland
BeschreibungEinladung zu einem wissenschaftlichen Arbeitsgespräch
„Zur Geschichte des katholischen Buch-, Bücherei-, Buchhandels- und Verlagswesens in Deutschland: Von der Reichsgründung 1870/71 bis zur Gegenwart“

Konzeption und Organisation:
Prof. Dr. Olaf Blaschke (Uni Trier)
Prof. Dr. Christine Haug (LMU München)
Prof. Dr. Thomas Pittrof (KU Eichstätt-Ingolstadt)

Ort und Zeit:
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, 21./22. September 2011


Das Verhältnis der deutschen Katholiken zur Welt der Kultur stand von Beginn des 19. Jahrhunderts an unter besonderen Spannungen. Das gilt auch für die katholische Buchkultur. Einerseits war es die ausgeprägte Orientierung am ‚Milieu‘, die den Aufstieg des sich nach den Kölner Wirren 1837 entfaltenden katholischen Buch- und Verlagshandels sicherte und zusammen mit der Ausbildung eines katholischen Bücherei- und Bibliothekswesens zur Erschließung, Versorgung und kulturellen Formierung eines katholischen Lesepublikums beitrug, für das langlebige Zeitschriften wie der Literarische Handweiser bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein wichtige Instrumente der Leserlenkung und Rezeptionssteuerung bereitstellten. Andererseits unterschied sich gerade in dieser Bindung an das ‚Milieu’ das Verhältnis der Katholiken zum Buch in charakteristischer Weise von dem protestantischer Leser, für die das Buch stärker ein Mittel der hochkulturellen Vergesellschaftung und Teilhabe an der Welt der ‚modernen’, nationalstaatlich-säkular geprägten Kultur war. Diese spezifisch andere Ausrichtung konfessioneller Buchkultur allerdings auch schon zum Maßstab einer Bewertung zu machen würde nicht nur den Blick auf die historischen Erfolge des katholischen Literatursystems verstellen. Die bemerkenswerte Langlebigkeit, mit der die im 19. Jahrhundert gegründeten großen katholischen Verlagshäuser und Schulbuchverlage wie Schöningh, Herder, Bachem, Pustet u. a. sich noch heute am Markt behaupten, zeigt, dass auch nach dem Ende des Milieukatholizismus in den 1960er Jahren und über die Umbrüche des 19./20. Jahrhunderts hinweg die Wahrnehmung eines katholischen Bildungsauftrags unvermindert aktuell geblieben ist, wenngleich die Schwierigkeiten, die sich aus veränderten Lesergewohnheiten und Mediennutzungsprofilen ergeben, gleichfalls unübersehbar sind: Ob und wie es ‚das katholische Buch‘ überhaupt noch gibt bzw. geben wird, dürfte durchaus die Frage sein.

Vor diesem Hintergrund planen die Organisatoren eine größere Tagung im Jahr 2012/2013, deren Vorbereitung das Arbeitstreffen im September 2011 dienen soll. Ihm ist es aufgegeben, an einzelnen Fallbeispielen wie in stärker überblickshaft und bewusst heuristisch gehaltenen Beiträgen Kategorien und Raster zu erproben, die einer umfassenderen, sowohl historisch wie strukturell differenzierenden Befragung der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des katholischen Buch-, Bücherei- und Verlagswesens in Deutschland zugrunde gelegt werden können. Im Einzelnen sind dabei folgende Themenbereiche und Fragestellungen denkbar:

➢ Die Verflechtung von Katholizismus und Bildungsauftrag am Beispiel der Schulbuchverlage (bspw. Herder-Verlag, Schöningh-Verlag).

➢ Bücher als Begleiter auf einem lebenslangen Leseweg (Brautbücher, Ratgeber für Ehe und Familie, Sterbebegleitung usw.); die Rolle des Buches im Prozess des „Wie lernt man das Katholischsein?“ (U. Altermatt); lebensprägende Bücher in katholischen Autobiographica.

➢ Typologie katholischer Büchereien und Bibliotheken (kath. Vereinsbibliotheken, Seminarbibliotheken, Klosterbibliotheken, Volks- und Pfarrbüchereien, Feld- und Frontbüchereien im Ersten und Zweiten Weltkrieg) und Distributionswege des Buchhandels (Bahnhofs-, Straßen- und Kioskhandel).

➢ Bestandsaufnahme und Systematik katholischer Verlage, vom Generalanbieter (Herder) über den Profilverlag (Matthias Grünewald während der 1920er bis 1960er) bis zum spezialisierten monothematischen Kleinverlag – bzw. vom ultramontanen Gesinnungsverlag bis zum kommerziell vernunftkatholischen Unternehmen.

➢ Sittlichkeitsvereine und katholische Leserlenkung im Kontext der „Schmutz- und Schunddebatte“ (Unterhaltungsliteratur, erotisch-pornographische Literatur, Sexualratgeber) sowie Wertungsfragen und -mechanismen katholischer Literaturpolitik sowohl grundsätzlich wie an herausragenden Beispielen.


Interessenten werden gebeten, Exposés mit max. 30 Zeilen bis zum 31. 4. 2011 an eine(n) der Organisatoren zu schicken:
Prof. Dr. Olaf Blaschke: olaf.blaschke@gmx.de
Prof. Dr. Christine Haug: christine.haug@germanistik.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Thomas Pittrof: thomas.pittrof@ku-eichstaett.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortEichstätt-Ingolstadt
Bewerbungsschluss01.05.2011
Anmeldeschluss01.05.2011
Beginn21.09.2011
Ende22.09.2011
PersonName: Prof. Dr. Christine Haug 
Funktion: Mitveranstalter 
E-Mail: christine.haug@germanistik.uni-muenchen.de 
KontaktdatenName/Institution: LMU München, Buchwissenschaft 
Strasse/Postfach: Schellingstr. 3 
Postleitzahl: 80799  
Stadt: München 
Telefon: +49 89 2180-2395 
E-Mail: christine.haug@germanistik.uni-muenchen.de 
Internetadresse: www.buchwissenschaft.uni-muenchen.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeBuchwissenschaft (Bibliotheks-, Verlagsgeschichte); Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Leserforschung; Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945
Zusätzliches SuchwortKatholizismus
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.06 Buch- und Bibliothekswesen; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.07 Buchhandel. Verlage
Ediert von  H-Germanistik
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