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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert (1701-1789) - Internationale wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ)"
RessourcentypCall for Papers
TitelKrieg und Frieden im 18. Jahrhundert (1701-1789) - Internationale wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ)
BeschreibungInternationale wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ)

vom 13. bis 16. September 2012
an der Universität Potsdam

Im Jahr des 300. Geburtstags Friedrichs II. soll im Rahmen der geplanten Tagung die Frage nach den materiellen und diskursiven Erscheinungsformen von Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert gestellt werden. Die übergreifende Zielsetzung besteht darin, den Blick dafür zu schärfen, mit welchen Bedeutungen Krieg und Frieden in verschiedenen politischen, höfischen, alltagsweltlichen, akademischen oder auch ästhetischen Handlungszusammenhängen ausgestattet wurden und mit welchen sprachlichen, bildhaften oder auch symbolischen Strategien diese Bedeutungen vermittelt wurden.
Im Fokus der Tagung liegt der Zeitraum zwischen dem Spanischen Erbfolgekrieg bis zum Vorabend der Französischen Revolution (1701-1789), um erfassen zu können, worin die Eigenheiten spezifisch aufklärerischer Auseinandersetzungen mit Krieg und Frieden in der letzten Phase der sog. ‚Kabinettskriege‘ der Frühen Neuzeit bestehen. Eine qualitative Profilierung soll einerseits gegenüber früheren den Religions- und Territorialkriegen in der Epoche der Konfessionalisierung und andererseits gegenüber den späteren Revolutions- und Befreiungskriegen gewonnen werden. Während sich Preußen infolge des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) als europäisches Machtzentrum neben Habsburg etabliert, sollen auch regionale Schau-Plätze von Krieg und Frieden, von Nachbarschaften, Allianzen und Konfliktlinien sowie die Perspektive kolonialer Kriege mit europäischer Beteiligung in den Blick genommen werden, darunter insbesondere der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg als Modell- und Stellvertreterkrieg mit weitreichenden Rückwirkungen auf das verfassungsgeschichtliche und hegemoniale Selbstverständnis Europas.
In der bisherigen Forschung zu Krieg und Frieden im 18. Jahrhundert dominieren ereignisgeschichtliche Rekonstruktionen von Kriegshandlungen und Friedensschlüssen die vorwiegend von der (Militär-)Geschichte ausgehen. Fallstudien anderer Fachrichtungen innerhalb der Dixhuitièmistik wurden bislang nur vereinzelt und kaum vernetzt vorgenommen, so daß eine systematische Erkundung aus kulturgeschichtlicher Perspektive als Desiderat gelten darf.
Um Krieg und Frieden als kulturelle Phänomene, d. h. als Anlässe und Ergebnisse von diskursiv vermittelten Wahrnehmungs- und Deutungsvorgängen, zu analysieren, werden methodisch insbesondere solche Herangehensweisen benötigt, die sich für Formen und Funktionen historischer Sinnstiftung interessieren. Dabei sollen internationale Forschungsergebnisse aus allen im Bereich der Dixhuitièmistik arbeitenden Disziplinen zusammengeführt und vernetzt werden. Als ergiebige Quellenmaterialien kommen daher nicht nur Akten und Urkunden in Betracht, sondern vor allem auch Massenmedien wie Zeitungen, Flugschriften und Flugblätter, private Dokumente wie Briefe, Tagebücher und Lebensbeschreibungen, ästhetische Darstellungsmittel der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur oder der Bühne, sowie das Expertenwissen aus kriegswissenschaftlichen, staatstheoretischen, philosophischen und theologischen Abhandlungen.
Eine besondere mentalitätengeschichtliche Relevanz gewinnen die verschiedenartigen, in Zeugnissen wie diesen überlieferten Repräsentationen und Inszenierungen, Interpretationen und Rhetoriken von Krieg und Frieden im Zeichen der Aufklärung. Denn die jahrhundertelange bellizistische Praxis zur Austragung von staatlichen Konflikten tritt nunmehr in ein ganz erhebliches Spannungsverhältnis zu den zentralen aufklärerischen Programmwerten der Aufklärung wie z. B. zu dem Vernunft- und Geschichtsoptimismus, der zeitgenössischen Auffassungen von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten oder auch dem Toleranzgedanken. Sie bedarf mithin neuer Legitimationsstrategien, deren Beschaffenheit und Überzeugungskraft es auszuloten gilt, formieren sich doch hier richtungweisende Grundlagen für moderne Entwicklungen des Völkerrechts und des Pazifismus, welcher die Nachfolge der frühneuzeitlichen Irenik antritt.

Erbeten werden Themenvorschläge mit einer Skizze (ca. 300 Wörter) des geplanten Vortrags, Postanschrift und E-Mail-Adresse sowie ein paar kurze Stichworte zum akademischen Werdegang (ca. 100 Wörter). Bitte senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 31. März 2011 an:
krieg-und-frieden@uni-potsdam.de
oder an:
Prof. Dr. Stefanie Stockhorst
Institut für Germanistik, Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10, Haus 05
D-14469 Potsdam
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-potsdam.de/germanistik/fachgebiete/frueheneuzeit/tagung...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPotsdam
Bewerbungsschluss31.03.2011
Beginn13.09.2012
Ende16.09.2012
PersonName: Prof. Dr. Stefanie Stockhorst 
E-Mail: krieg-und-frieden@uni-potsdam.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Potsdam, Institut für Germanistik 
Strasse/Postfach: Am Neuen Palais 10 
Postleitzahl: D-14469 
Stadt: Potsdam 
E-Mail: krieg-und-frieden@uni-potsdam.de 
Internetadresse: http://www.uni-potsdam.de/germanistik/fachgebiete/frueheneuzeit/tagung-krieg-und-frieden-im-18jh.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1700 - 1770; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 12.00.00 18. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.12.00 Stoffe. Motive. Themen
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