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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Diskurse des Untoten, Unheimlichen und der Erinnerung"
RessourcentypCall for Papers
TitelDiskurse des Untoten, Unheimlichen und der Erinnerung
BeschreibungCall for Papers: Diskurse des Untoten, Unheimlichen und der Erinnerung
in Elfriede Jelineks Prosa und Theatertexten

(Doktoranden)Kolloquium in Kooperation mit dem Kongress „Die Untoten – Life Sciences & Pulp Fiction“,
14. Mai 2011, Kampnagel, Hamburg


Untote als Chiffre der Erinnerung
Spätestens seit den 1980er Jahren ist Elfriede Jelineks Werk vom Diskurs des Untoten geprägt. Jelinek stellt in ihren Texten die Frage nach dem gesellschaftlich Verdrängten, das immer wieder als untotes Relikt an die Oberfläche steigt. Die leitmotivische Prägung untoter Figuren von den Vampirinnen in Krankheit oder Moderne Frauen bis hin zu den RAF-Gespenstern, die in Ulrike Maria Stuart ihr Unwesen treiben, findet ihre thematische Entsprechung in Jelineks hartnäckigen Versuchen, den verdrängten Toten Gehör zu verschaffen. Die Vehemenz, mit der sich das Thema der fehlenden Aufarbeitung und Erinnerung der Opfer des Nationalsozialismus durch ihre Texte zieht, erfordert eine Beschäftigung mit ihrem Werk, welche das Verhältnis der Lebenden zu den Toten fokussiert, insbesondere aber das Verhältnis zu den Untoten näher beleuchtet.

Plattform für Forschungsarbeiten
Um diesen Fragen nachzugehen, soll am 14. Mai 2011 in Hamburg ein internationales Doktorandenkolloquium durchgeführt werden. „Diskurse des Untoten, Unheimlichen und der Erinnerung in Elfriede Jelineks Prosa und Theatertexten" findet statt in Kooperation mit dem Kongress und Festival „Die Untoten – Life Sciences & Pulp Fiction“, 12. bis 14. Mai 2011, http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/die_untoten/index.html, veranstaltet von der Kulturstiftung des Bundes, Kampnagel Hamburg.

Trotz der Prominenz und der steigenden Bühnenpräsenz der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek steht die literaturwissenschaftliche Erforschung ihres Werkes erst am Anfang. Der Workshop wird eine der vergleichsweise seltenen Gelegenheiten für internationale NachwuchsforscherInnen bieten, überhaupt über Elfriede Jelinek ins Gespräch zu kommen. Einerseits kann in Hamburg vom Programm des prominent besetzten, lebenswissenschaftlich bis popkulturell ausgerichteten Kongresses der Bundeskulturstiftung profitiert werden, umgekehrt kann Literaturwissenschaft hier zeigen, inwiefern die Erforschung einer der schwierigsten Autorinnen der Gegenwart zu einer breiteren, gesellschaftlichen Debatte beitragen kann.

Jelineks ästhetische Ansätze
Elfriede Jelinek hat nicht weniger als eine eigene literarische Ästhetik entwickelt – von Ralf Schnell und Juliane Vogel als „Phänomenologie der Oberfläche” gedeutet – die poetologisch wie medienästhetisch das Unheimliche und Untote an zentraler Stelle im literarischen Schreiben verankert und in steter Reaktion mit den gegenwärtigen Medien (Virtuelle Realität, Fernsehen) steht. Das intertextuelle In- und Durcheinander der sog. ‚Sprachflächen’ wird zum Sprachspuk, der die Struktur der Rede bestimmt. Dieses Phänomen erhält insbesondere in ihren Theatertexten eine weitere Dimension, wenn die Rede mit den Stimmen und Körpern der Schauspieler konfrontiert wird. In ihrem ‚Opus Magnum’ Die Kinder der Toten schließlich kulminieren Jelineks diskursive Techniken, das Verdrängte literarisch in der Gegenwart zu erinnern, wenn einerseits Opfer und Täter des Nationalsozialismus als verwesende Zombies in der Manier des Horrorsplatters imaginiert werden, andererseits der Text in einer überbordenden Assoziations- und Zitatenfülle die gegenwärtige mediale Erinnerungskultur erfasst.

Ziel der Veranstaltung
Der Doktorandenkolloquium „Diskurse des Untoten, Unheimlichen und der Erinnerung in Elfriede Jelineks Prosa und Theatertexten” besteht aus drei Komponenten: Der Vorstellung und Diskussion eigener Forschungsprojekte, einem öffentlichen Vortrag und dem gemeinsamen Besuch des Kongresses.
Das Kolloquium dient in erster Linie der internationalen Vernetzung von Forschungsarbeiten zu Elfriede Jelineks Werk. Geboten werden soll ein Raum für die Vorstellung und Diskussion der Forschung von NachwuchswissenschaftlerInnen. In Form von Kurzpräsentationen, aber auch im Zuge der Diskussion ausgewählter Fragestellungen soll die eigene Forschung vorgestellt werden können.

Als assoziierter Workshop zum Kongress der Kulturstiftung des Bundes: „Die Untoten – Life Sciences & Pulp Fiction“ findet das Doktorandenkolloquium am Samstag, den 14. Mai 2011 statt, bei größerer Teilnehmerzahl ist eine Ausweitung des Programms auf Freitag, den 13. Mai möglich.
Durch den gemeinsamen Besuch des Kongresses soll eine inhaltliche Anregung der Diskussionen innerhalb des Workshops sowie eine verstärkte Netzwerkbildung unter den TeilnehmerInnen erfolgen.
Als Abschluss des Workshops hält Dr. Evelyn Annuß (Ruhr-Universität Bochum) einen öffentlichen Vortrag.

TeilnehmerInnen
Herzlich eingeladen sind zum Workshop postgraduierte Literatur- und TheaterwissenschaftlerInnen, die zu Elfriede Jelineks Werk forschen. Willkommen sind aber auch TeilnehmerInnen aller anderen akademischen Qualifikationsstufen, deren Forschungsinteresse um literatur-, kultur-, oder theaterwissenschaftlich ausgerichtete Fragen nach dem Unheimlichen, Untoten, Erinnerung des Holocaust, untote Figuren (Mumien, Vampire, Zombies, Gespenster) sowie um die Frage nach der Autorinstanz kreisen. Nach Möglichkeit soll auch interessiertes Publikum des Kongresses der Bundeskulturstiftung in die Diskussion einbezogen werden. Der Workshop richtet sich damit auch an eine weitere, interessierte Öffentlichkeit.

Call for Papers
Abstracts (300 Worte) für ca. 15 minütige Vorträge und CV können bitte bis zum 31.01.2011 eingesendet werden.
Vorbehaltlich der Zusage von Förderungen können Reisekosten bezuschusst werden. Bitte für Reisekostenzuschüsse bis 06.01.2011 eine kurze Rückmeldung geben, da die Antragsfristen Mitte Januar 2011 sind.
Eine Veröffentlichung der Beiträge in einem Sammelband ist geplant.

Kontakt: Moira K. Mertens: moira.mertens@gmail.com
Elisabeth Günther: V.Elisabeth.Guenther@gmx.de

Schirmherrschaft
Der Workshop steht unter der Schirmherrschaft von Hannah Hurtzig, künstlerische Leiterin (Regisseurin) des Kongresses, „Die Untoten – Life Sciences & Pulp Fiction“, sowie von Prof. Dr. Claudia Benthien (Universität Hamburg) und dem Elfriede-Jelinek-Forschungszentrum (Wien), http://www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/.

Organisation und inhaltliche Leitung
Elisabeth Günther, Doktorandin am Institut für Germanistik der Universität Hamburg (Prof. Dr. Claudia Benthien)
Moira K. Mertens, Doktorandin am Institut für Germanisitk der Untiversität Wien (Prof. Dr. Pia Janke)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKampnagel, Hamburg
Bewerbungsschluss31.01.2011
Beginn14.05.2011
Ende14.05.2011
PersonName: Moira K. Mertens 
Funktion: Projektleiterin 
E-Mail: moira.mertens@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Germanistisches Institut Universität Wien, Elfriede Jelinek-Forschungszentrum 
Strasse/Postfach: Dr.-Karl-Lueger-Ring 1 
Postleitzahl: 1010  
Stadt: Wien 
Internetadresse: http://www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/ 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
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