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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Johann August Eberhard (1739-1809) im Spannungsfeld der Spätaufklärung"
RessourcentypCall for Papers
TitelJohann August Eberhard (1739-1809) im Spannungsfeld der Spätaufklärung
BeschreibungCall for papers

Kolloquium
Johann August Eberhard (1739-1809) im Spannungsfeld der Spätaufklärung

Halle an der Saale, 01.-02.10.2007


Veranstaltungsort:
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen
Aufklärung [IZEA] in Halle/S.
Franckeplatz 1
Haus 54
06110 Halle an der Saale

Datum der Veranstaltung: 1.-2.10.2007


Programm

Johann August Eberhard zählt zu den renommierten Vertretern der deutschen Popularphilosophie des späten 18. Jahrhunderts. Sein umfangreiches, disziplinär breit gefächertes theoretisches Wirken fällt in die Periode eines theoriegeschichtlichen Umbruchs seit 1750, der sich bekanntlich durch den intensivierten Geltungszuwachs der empirischen Wissensformen gegenüber der traditionellen Metaphysik (empirische Psychologie, empirische Anthropologie etc.) auszeichnet und zu tiefgreifenden Veränderungen der philosophischen Episteme und ihrer Vermittlungsmodelle (popularphilosophische Erkenntnismuster, ästhetische Kommunikationsformen etc.) führt. Mendelssohn und Sulzer vergleichbar, hält Eberhard in der Hochphase von philosophischer Erfahrungsseelenkunde und psychologischer Ästhetik an den Voraussetzungen des philosophischen Rationalismus Leibnizscher und Wolffscher Prägung auch dann noch fest, als Kantische Transzendentalphilosophie, Frühromantik und Frühidealismus bereits
andere Ansätze systematisch etablieren. Eine Auseinandersetzung mit dem thematisch reichhaltigen und disziplinär breitgefächerten Oeuvre Eberhards verspricht in einer
doppelten Hinsicht interessante Aufschlüsse über theoriegeschichtliche Veränderungen der späten Aufklärung: als werkgeschichtliche Rekonstruktion der polyhistorisch breit entfalteten Positionen Eberhards im Kontinuum eines dezidiert aufklärerischen Wissenschaftsverständnisses einerseits, und als Reflexion auf die diversen zeitgenössischen Problematisierungen und theoriegeschichtlichen Kontextualisierungen eben dieses Wissenschaftskonzepts am Ende des 18. Jahrhunderts andererseits.

Die philosophische und germanistische Aufklärungsforschung sowie die Schleiermacherforschung haben dem philosophischen Erkenntnistheoretiker, dem Erfahrungspsychologen, dem Ästhetiker und dem Moralphilosophen Eberhard bislang die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Gleichwohl ist bislang die Vielfalt und die Breite der von Eberhard auf unterschiedlichen Diskussionsfeldern entfalteten Positionen noch nicht hinreichend zur Kenntnis genommen wurden, harren unter anderem bedeutsame kulturkritische Schriften Eberhards wie Über die Staatsverfassungen und ihre Verbesserung [1793/94], Der Geist des Urchristentums [1807/08], aber auch sein Beitrag zum spätaufklärerischen Roman, Amyntor [1782], der Entdeckung und kulturhistorischen Erschließung. Darüberhinaus darf man die Rekonstruktion der diversen zeitgenössischen Auseinandersetzungen mit den Eberhardschen Positionen – im disziplinübergreifenden Diskurs von philosophischer Erkenntnistheorie und Metaphysik, Anthropologie und Emotionstheorie, Moralphilosophie und Theologie, Kulturtheorie und Sprachanalytik – immer noch als unabgeschlossenes Projekt bezeichnen.

Nach Möglichkeit sollen im Rahmen des Kolloquiums folgende Sektionen in der Breite der einschlägigen Fachrichtungen vertreten sein:
- Philosophische Erkenntnistheorie, Popularphilosophie, Philosophiegeschichtsschreibung
- Religionsphilosophie, Kulturtheorie, Staatstheorie
- Moralphilosophie und Psychologie
- Ästhetik und Kunsttheorie
- Rezeption, Wirkungsgeschichte, zeitgenössischer Debattenkontext.

Vor dem Hintergrund des anstehenden Doppeljubiläums Eberhards (2009) dürfte es eine besonders lohnenswerte Herausforderung der wissenschaftlichen Diskussionsveranstaltung darstellen, mit gezielten Untersuchungen zum theoretischen Wirken des Hallenser Aufklärers zu neuen Bewertungen dieses ‚späten Spätaufklärers’ anzuregen sowie – im Spiegel des Eberhardschen Oeuvres – zu erhellenden Perspektivierungen aufklärerischer Theoriebildung im Einflußfeld der neuen Tendenzen von Frühromantik und frühem Idealismus um 1800 beizutragen.

Auf der Basis der eingegangenen Themenvorschläge für das Kolloquium wird ein Veranstaltungszuschuß bei einer entsprechenden Förderungsinstitution beantragt, um in jedem Fall Reisekosten, Unterbringungskosten und Verpflegungsauslagen für alle Referenten
decken zu können. Geplant ist ein thematisch repräsentativer Dokumentationsband zur Tagung, der in der hauseigenen Reihe des IZEA (= Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung) erscheinen und pünktlich im unmittelbaren Vorfeld des Jubiläumsjahrs Eberhards (2009) der interessierten Öffentlichkeit vorliegen soll.

Abstracts für wissenschaftliche Beiträge (Umfang nicht über 1500 Zeichen) werden erbeten an eine der u.g. Adressen via Postweg oder per E-Mail bis zum 31.5.07.


Prof. Dr. Hans-Joachim Kertscher
IZEA der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Franckeplatz 1, Haus 54
06110 Halle (S.)
E-Mail: hans-joachim.kertscher@izea.uni-halle.de

Dr. des. Ernst Stöckmann
Germanistisches Institut der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Herweghstr. 96
06099 Halle (S.)
Tel: 0345/5523597
E-Mail: ernst.stoeckmann@germanistik.uni-halle.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHalle an der Saale
Bewerbungsschluss31.05.2007
Beginn01.10.2007
Ende02.10.2007
PersonName: Kertscher, Hans-Joachim [Prof. Dr. ] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: hans-joachim.kertscher@izea.uni-halle.de 
KontaktdatenName/Institution: IZEA der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 
Strasse/Postfach: Franckeplatz 1, Haus 54 
Postleitzahl: 06110 
Stadt: Halle an der Saale 
Telefon: +49(0)3455523597 
E-Mail: ernst.stoeckmann@germanistik.uni-halle.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.01.00 Forschung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.08.00 Aufklärung
Ediert von  H-Germanistik
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