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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "KCTOS-Sektion: Verrechtlichungsprozesse von Kunst und Literatur in der Wissensgesellschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelKCTOS-Sektion: Verrechtlichungsprozesse von Kunst und Literatur in der Wissensgesellschaft
BeschreibungSektion "Verrechtlichungsprozesse von Kunst und Literatur in der Wissensgesellschaft" auf der KCTOS-Tagung “Wissen, Kreativität und Transformationen von Gesellschaften” in Wien vom 6. bis 9. Dezember 2007. Die Sektion findet am letzten Tag am 9. Dezember statt.

Wien, 09.12.2007


Informationen zur Sektion:

In Bezug auf den kulturellen Ort der Literatur und der Künste in der Wissensgesellschaft ist in letzter Zeit vermehrt außer der Bedeutung kunstexterner Wissensbestände für die Interpretation von Kunstwerken auch auf die mediengeschichtlichen und epistemologischen Bedingungen der Literatur- und Kunstproduktion hingewiesen worden. Weniger präsent, wenngleich durch die Law-and-Literatur-Bewegung im angloamerikanischen Bereich angeregt, ist die Tatsache, dass die Literatur- und Kunstproduktion sowie öffentliche Debatten zunehmend vor dem Hintergrund rechtlicher Fragestellungen diskutiert werden.

Die große Anzahl an Gerichtsprozessen wegen Verstoßes gegen das Persöhnlichkeits- oder das Urheberrecht, Diskussionen um das ästhetische Potenzial von Kunst zwischen Blasphemie und anderen Tabubrüchen (Gewalt, Pornographie), Anklagen wegen Verfassungsverstößen sowie Plagiatsfällen haben die Schlagzeilen in den letzten Jahren bestimmt, ohne dass die Tendenz der zunehmenden Verrechtlichung der Literatur und Kunst aus wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen genauer analysiert worden wäre. Die Frage nach den juristischen Voraussetzungen des literarischen Feldes ist deshalb von Bedeutung, weil der Verrechtlichungsprozess nicht zuletzt als Symptom außerkünstlerischer Wissensregulationen mit unabsehbaren Folgen für das Verständnis von Literatur und Kunst als Wissenstransformationsmedium gesehen werden muss. Die Fragestellung zielt letztendlich auf die möglichen und erfolgten Auswirkungen juristischer Diskurse auf die Festschreibung ästhetischer Programme.

Die Vorträge in dieser Sektion sollen sich - auch unter historischen Gesichtspunkten - mit dem Verrechtlichungsprozess beschäftigen, der in den letzten Jahren an Intensität zugenommen hat. Beiträge zu Einzelstudien (Gerichtsfälle) sind ebenso willkommen wie Studien über Entwicklungen. Es versteht sich von selbst, dass rechtswissenschaftliche Beiträge ebenso erwünscht sind wie literatur-, kunst- und kulturgeschichtliche und -theoretische. Es geht dezidiert nicht um Beiträge, in denen literarische Verhandlungen von Recht thematisiert werden (Law-in-Literature), sondern ausschließlich um literatursoziologische und rechtliche Fragestellungen über das Recht als Steuerungs- und Strukturierungsinstrument literarischer- und künstlerischer Produktion und über die Folgen der zunehmenden Kodifikation von Literatur und Kunst für die Bewertung ihres kulturellen Ortes in der Gesellschaft. Kulturpolitische Überlegungen würden sich hier anschließen.

Vorträge u.a. zu folgenden Themen sind erwünschtt
o Literarische Persönlichkeitsrechtsverletzungen
o Literatur, Kunst und Blasphemie
o Plagiat / Fälschung
o Verbotene Literatur/Kunst - verbotene Autoren/Künstler
o Gewalt und Literatur
o Literarische und künstlerische Blasphemie
o Tabuverletzungen (Beispiele)
o Ändert sich das Schreiben/künstlerische Schaffen nach einer Verurteilung?
o Biographische Brüche und literarische Skandale
o Ästhetische Bedingungen des Tabubruchs
o Rechtsverstöße als Erfolgsstrategie im literarischen Feld
o Wie verändern sich die Rechtsvorstellungen durch Urteile über
literarische Persönlichkeitsrechtsverletzungen, Blasphemie usw. ?
o Die Kunstautonomie im Konflikt mit dem Rechtssystem


Organisatorisches:

Die Konferenzgebühr entfällt selbstverständlich für ReferentInnen. Jede(r) ReferentIn ist aber ohne jegliche Ausnahme für die Aufbringung seiner/ihrer Reise- und Aufenthaltskosten selbst verantwortlich. Nach Aufnahme ins Sektionsprogramm kann sie/er vom Konferenzkoordinator, Wiss.Dir.Dr. Herbert Arlt, ein Einladungsschreiben erhalten bzw. auch ein Unterstützungsschreiben bei einem Ansuchen bei der jeweiligen Institution, einem Fonds usw. Weitere Informationen unter
http://www.inst.at/kctos/anm_referate.htm
http://www.inst.at/kctos/index.htm

Publikation:

Die SektionsleiterInnen sammeln und edieren nach der Konferenz die Beiträge. Sie werden in der Internet-Zeitschrift des INST, TRANS, sowie auf der CD der Konferenzdokumentation publiziert. Das Verzeichnis der Beiträge erfolgt in der Hardcover-Ausgabe der Konferenzdokumentation. Die Publikation auf der CD ermöglicht ReferentInnen mit Sitz in der Europäischen Union auch den Erhalt von Tantiemen durch Literar Mechana bzw. VG Wort.
http://www.inst.at/deutsch/index.htm


Ich würde mich über Ihr Interesse sehr freuen und bitte um Beitragsangebote (provisorischer Titel und Abstract) bis zum 30. April an claude.conter@germanistik.uni-muenchen.de. Den Referenten stehen jeweils 45 Minuten zur Verfügung (Vortrag max. 30 Minuten)


Dr. Claude D. Conter
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Deutsche Philologie
Lehrstuhl für Literatur und Medien
Schellingstraße 3 / RG. - Zi. 420
80799 München
Email: claude.conter@germanistik.uni-muenchen.de
Homepage: http://www.claudeconter.de

Internetadressehttp://www.inst.at/kctos/index.htm
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWien
Bewerbungsschluss30.04.2007
Beginn06.12.2007
Ende09.12.2007
PersonName: Claude, Conter [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: claude.conter@germanistik.uni-muenchen.de 
KontaktdatenName/Institution: Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Deutsche Philologie 
Strasse/Postfach: Schellingstraße 3 
Postleitzahl: 80799 
Stadt: München 
Telefon: +49 (0)89 2180-3920 
E-Mail: claude.conter@germanistik.uni-muenchen.de 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literarische Wertung/Literaturkritik; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.01 Allgemeines; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.02 Schriftsteller
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