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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Anderes Theater – Theater des Anderen. Geschlecht und Alterität im postdramatischen Theater"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelAnderes Theater – Theater des Anderen. Geschlecht und Alterität im postdramatischen Theater
BeschreibungInternationale Tagung an der Universität Trier, veranstaltet von Jun.-Prof. Dr. Nina Birkner (Uni Jena), Prof. Dr. Andrea Geier (Uni Trier / CePoG), Dr. Urte Helduser (Uni Marburg / Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung).

25.-27.11.2010


Mit Elfriede Jelineks 1989 erhobener Forderung: „Ich will kein Theater, ich will ein anderes Theater“ ist die postdramatische Wende im deutschsprachigen Theater der letzten 20 Jahre pointiert zum Ausdruck gebracht worden: Unter das Schlagwort des „postdramatischen Theaters“ (Lehmann 1999) fallen verschiedene Tendenzen des Gegenwartstheaters: die Auflösung von Gattungsgrenzen, ästhetische Praxen des Antiillusionismus, der Performativität, der akzentuierten Körperlichkeit, und der theatralen Selbstreflexion.

Die Inszenierung wird als autonome Kunstform begriffen. Regisseure und Regisseurinnen orientieren sich nicht mehr an den Prinzipien der Mimesis und der Fiktion sowie an dem Primat des Textes. Der Dramentext ist für sie vielmehr eine Spielvorlage, der sie eine ebenso große Bedeutung beimessen wie den anderen genuin theatralen Mitteln – den räumlichen, visuellen und akustischen Zeichen. Parallel dazu hat sich die Dramenästhetik verändert. Die für die dramatische Form konstitutiven Strukturprinzipien der Figuration und Narration werden seit den achtziger Jahren zunehmend kritisch genutzt oder überwunden. Im Extremfall werden Theatertexte als ‚Sprachflächen‘ ohne klare Trennung von Haupt- und Nebentext und ohne eindeutige Sprecherzuweisung verfasst.

Dieses postdramatische Drama und Theater ist – so unsere Ausgangsbeobachtung – durch eine spezifische Auseinandersetzung mit Alteritäten gekennzeichnet. Dies betrifft die Kategorie Geschlecht ebenso wie Ethnizität oder körperliche ‚Normalität’. Die Tagung zielt darauf zu untersuchen, wie sich dies erstens in der dramaturgischen Konzeption von Bühnenstücken, zweitens in der Inszenierungspraxis und drittens in der Programmatik/Theatertheorie manifestiert.

Programm
Donnerstag, 25.11., Raum D 420
Ab 14.45 Anmeldung und Begrüßung (mit Kaffee)
15.15 Eröffnung durch die Veranstalterinnen

15.30 Kati Röttger (Amsterdam): Bilder von Gewicht
16.15 Nina Birkner (Jena): 'Die Kamera liebt dich‘ – Konstruktionen von Identität und Alterität in Martin Crimps "The Treatment" (1993) und "Attempts on her life" (1997)
– Kaffeepause –
17.15 Artur Pelka (Lodz): Geschlechterperformanz im Theater Elfriede Jelineks
18.00 Andrea Maria Zimmermann (Basel): „heute morgen bin ich aufgewacht und mein geschlecht war weg“. (Geschlechts-)Identitäten und Bühnenraum in Nora Mansmanns Theatertexten
– ca. 20.00 Uhr: Gemeinsames Abendessen –

Freitag, 26.11., Raum: C 1
9.30 Katharina Pewny (Gent): Das Theater des Prekären als (unmögliche) Begegnungsort mit dem Anderen
10.15 Denis Leifeld (Erlangen): Andere Körper. Die rätselhafte Körper-Präsenz im postdramatischen Theater
– Kaffeepause –
11.15 David Barnett (Sussex): The Berliner Ensemble as space for theatrical experiment: a radical "Fräulein Julie" in 1975
12.00 Urte Helduser (Marburg): Wiederkehr des Harlekins? Freaks im postdramatischen Theater
– Mittagspause –

14.30 Karen Juers-Munby (Lancaster): Mythen weiblicher (Ohn-)Macht und ihre feministische Demontage im Theater: Machträume bei Bobby Baker und Elfriede Jelinek
15.15 Swantje Nölke (Hannover): Nicolas Stemanns "Ulrike Maria Stuart". Die RAF als diskursive Projektionsfläche weiblicher politischer Macht
16.00 Andrea Geier (Trier): Geschlechterdramen. Zur Programmatik und Ästhetik Elfriede Jelineks und Marlene Streeruwitz’
– Kaffeepause –
17.15 Michael Hofmann und Tobias Zenker (Paderborn): Hybride Identitäten. Postdramatische Tendenzen in Theatertexten Emine Sevgi Özdamars und Feridun Zaimoglus
18.00 Franziska Bergmann (Tübingen): Geschlecht im Neoliberalismus. René Polleschs "Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr"

– ab ca. 20 Uhr Gemeinsames Abendessen –

Samstag, 27.11., Raum C 1
9.30 Verena Ronge (Wuppertal): Jenseits von Geschlecht? Rolle und Funktion des Körpers in den Theaterstücken Elfriede Jelineks
10.15 Anja Schonlau (Göttingen): Rassistische Stimmen und sexistische ‚Prototypen‘? – Alteritäten als differierende Prinzipien postdramatischer Figurenkonzeption bei Elfriede Jelinek
– Kaffeepause –
11.15 Jan Süselbeck (Marburg): Lüsterne Gräfinnen, mörderische Liebhaber. Die Geburt der Gewalt aus der Flut der Geschlechterbilder – über Pornografie und orgiastische Gewaltexzesse in Elfriede Jelineks "Bambiland / Babel" und "Rechnitz (Der Würgeengel)"
12.00 Abschlussdiskussion, Vorbesprechung der Publikation
Ca. 12.30 Uhr: Ende der Tagung



URL: http://www.uni-trier.de/cepog
KONTAKT: Prof. Dr. Andrea Geier - cepog@uni-trier.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-trier.de/cepog
VeranstaltungsortTrier
Beginn25.11.2010
Ende27.11.2010
PersonName: Prof. Dr. Andrea Geier 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: cepog@uni-trier.de 
KontaktdatenName/Institution: Centrum für Postcolonial und Gender Studies (CePoG), Universität Trier 
Strasse/Postfach: FB II, Germanistik, A 435 
Postleitzahl: 54286  
Stadt: Trier 
Telefon: +49 (0)651 201 2121 
E-Mail: cepog@uni-trier.de 
Internetadresse: www.uni-trier.de/cepog 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeDramentheorie; Genderforschung; Literatur nach 1945; Theater (Aufführungspraxis)
Zusätzliches SuchwortPostdramatisches Theater
Klassifikation19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
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