VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "„Nur eine Fußnote der Geschichte – bleibt?“ - Gegenlesarten. "
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel„Nur eine Fußnote der Geschichte – bleibt?“ - Gegenlesarten.
Beschreibung„Nur eine Fußnote der Geschichte – bleibt?“ - Gegenlesarten.

Interdisziplinäre Konferenz zur Literatur nach 1989
vom 19.11. bis 21.11.2010 in Małkocin / Polen
Zespół Pałacowo-Parkowy Uniwersytetu Szczecińskiego

Kontakt: Krause, Stephan Dr., fussnotedergeschichte2010@yahoo.de, Partzsch, Friederike, fussnotedergeschichte2010@yahoo.de


Heiner Müller 1991: "Durch den Wegfall der Mauer sind die kapitalistischen Staaten gezwungen, das Andere in sich aufzunehmen. Sie kommen gar nicht mehr zu sich selbst, sondern müssen ständig schlucken, was von außen auf sie zukommt. Vorher war das Andere draußen. Der Feind hatte ein Gesicht, besaß ein Territorium. Jetzt ist alles in Bewegung geraten. Es gibt keine Parameter mehr. Kein Wert bleibt mehr auf dem anderen. Zwischen realen Bedrohungen und eingebildeten läßt sich nicht mehr klar unterscheiden. Realität, oder das Konzept von Realität, beginnt sich aufzulösen. Es entstehen ganz neue Ängste und Unsicherheiten. Die schlagen durch bis zu den Wurzeln des Intellekts."
20 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur BRD, nach dem „Weltenwechsel“ (Ingo Schulze) und tiefgreifenden Veränderungen in Osteuropa, will diese Konferenz ein Forum für die Sichtung literarischer Entwicklungen und vor allem für die Auseinandersetzung mit Texten bieten. Durch die Sicht auf das oben zitierte „Andere“ erhält sie ihren besonderen Blickwinkel. Freilich ist dessen Perspektive ästhetisch und thematisch zu erweitern, denn die ausschließlich germanistische Betrachtungsweise erscheint eingeschränkt. Das ‚Durchschlagen zu den Wurzeln des Intellekts‘ ist unbedingt auch im Kontext von literarischen Texten aus Mittel-, Osteuropa und Westeuropa zu diskutieren. Zur Sprache kommen sollen Deutungen und Lesarten sowie literaturwissenschaftliche Beschreibungen, die bisher unberücksichtigt geblieben sind. In jedem Falle besteht der wissenschaftliche Zugewinn eines solchen interkulturellen Austausches im Aufzeigen und der Diskussion von Gestaltungsweisen historischer und individueller Erfahrung. Denn in den zurückliegenden 20 Jahren literarischer Produktion lassen sich hier eine Fülle von inhaltlichen und ästhetischen Konvergenzen sowie Divergenzen erkennen und feststellen.
Folglich stellt diese nachhaltige interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Beziehungen zwischen zeitgenössischen Autoren und europäischen Sprachen und Ländern das Ziel der Tagung dar.
Vor dem Hintergrund von möglichen motivisch oder begrifflich ähnlichen diskursiven Entwicklungen in verschiedenen Texten / Literaturen / Ländern sind folgende Fragestellungen anzusprechen
• Welche Kontinuitäten lassen sich anstatt von bisher behaupteten Brüchen ästhetisch, sprachlich oder auch thematisch umreißen? („Weiterschreiben“ vs. „Nachwendeliteratur“?)
• Gibt es poetische Auflösungserscheinungen? – Welche und wie lassen sie sich beschreiben?
• Welchen Einfluss üben / übten die historischen Veränderungen von 1989/90 auf Texte bzw. in Texten aus?

PROGRAMM

Freitag, 19. November 2010

18.00
Grußwort zur Eröffnung der Tagung

18.20
Prof. Dr. Inga Iwasiów
Schriftstellerin; Direktorin des Instituts für Polonistik der Universität Szczecin
Vortrag / Lesung zur Eröffnung der Tagung

20.30
Film

Sonnabend, 20. November 2010

Geschichte

9.00
Krzysztof Okoński (Bydgoszcz)
Radikale Wende oder Ende? Literatur der Emigranten und Dissidenten aus der DDR und der VR Polen nach 1989

9.30
Barbara Wróblewska (Szczecin)
Von Gestaltungsformen lesbischen Seins in der Literatur der DDR und den neuen Bundesländern

10.00
Anna Glazova (Cornell)
Geographie des Gedächtnisses. Figuren der Räumlichkeit in der deutschen Lyrik seit der Wende

10.30 Kaffeepause

11.00
András Kányádi (Paris)
Die Wende: ein literarischer Topos der Gegenwart. Der Paulus von János Térey

Kommentare

11.30
Manuela Poggi (Novi Sad)
Utopia ohne topos: Schreiben in der Ära verlorener Ideologien

12.00
Matthias István Köhler (Berlin)
Das postkommunistische Utopia. Versuch einer Erörterung anhand von László Végels Exterritorium

12.30 Mittagspause

14.00
Zoltán Kulcsár-Szabó (Budapest)
Zitat Ende. Intertextualitätsbegriffe in der ungarischen Literaturkritik um 1981 und um 2007

14.30
Friederike Partzsch (Bydgoszcz)
Der literarische Samisdat in der DDR und seine Entwicklung nach 1989

15.00
Anikó Ramshorn-Bircsák (Berlin)
Dialogizität und Kontinuität im Roman Der einzige Mann auf dem Kontinent von Terézia Mora

15.30 Kaffeepause

16.00
Gudrun Heidemann (Wrocław)
Literarische Überplanerfüllung. Unlesbarkeit als Gegenlesart in Vladimir Sorokins Prosa (Die Schlange, Marinas dreißigste Liebe, Roman u. Die Herzen der vier)

16.30
Kalliniki Fili (Heilbronn)
Marsyas` Schrei im Steinbruch der Völker oder der Rest heißt Abgrund Grauen Lust in diesem oder einem andern Land

17.00
Mirjam Meuser (Berlin)
„Hätt’ ich nie geschrieben, um manch’ blasse Hoffnung wär ich reicher!" - Der Verbleib der DDR-Dramatik nach 1989/90

17.30
Stephan Krause (Szczecin)
Porzellan und Gedicht – Dresden in Texten von Durs Grünbein und János Térey

Sonntag, 21. November 2010

Gegenlesarten

9.00
Daniela Colombo (Zürich)
„Die Zeitschichten, durch die ich gegangen bin“: Christa Wolf in ihren autobiografischen Romanen Kindheitsmuster und Stadt der Engel

9.30
Katarzyna Norkowska (Toruń)
Das Jahr 1989 als Wende in der Literatur? Bruch mit der literarischen Tradition oder Wiederaufnahme der alten Tendenzen? Erzählstrategien Thomas Brussigs (Helden wie wir), Thomas Rosenlöchers (Die Wiederentdeckung des Gehens beim Wandern. Harzreise) und Ingo Schulzes (Simple storys)

10.00
Kai Hendrik Patri (Göttingen / Toruń)
„Romane über die europäische Unruhe“: Kriminalität als Einbruch des Unheimlichen in Christoph Heins Willenbrock und den zwei ersten Wallander-Romanen Henning Mankells

10.30 Kaffeepause

11.00
Kristin Schulz (Berlin)
Rotzfahne auf Halbmast. Richard Leisings lyrisches Minimum

11.30
Elżbieta Nowikiewicz (Bydgoszcz)
Tradition und Bruch bei Christoph Hein

12.00
Schlussdiskussion

13.00 Mittagessen

anschließend Rundgang durch die Altstadt von Stargard Szczeciński mit Besichtigung des Doms

Organisation:
Dr. Stephan Krause (DAAD-Lektor) Universität Szczecin und
Friederike Partzsch (DAAD-Lektorin) Universität Bydgoszcz

Die Veranstaltung wird großzügig gefördert durch den DAAD sowie die Universitäten Szczecin und Bydgoszcz.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressewww.germanistyka.ukw.edu.pl; http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMalkocin
Beginn19.11.2010
Ende21.11.2010
PersonName: Krause, Stephan Dr. 
Funktion: DAAD-Lektor 
E-Mail: fussnotedergeschichte2010@yahoo.de 
Name: Partzsch, Friederike 
Funktion: DAAD-Lektorin 
E-Mail: fussnotedergeschichte2010@yahoo.de 
KontaktdatenName/Institution: Uniwersytet Szczecinski, Instytut Filologii Germanskiej 
Strasse/Postfach: ul. Rycerska 3 
Postleitzahl: 71-427 
Stadt: Szczecin 
Telefon: +48 91 488 43 11 
Fax: +48 91 488 43 11 
E-Mail: germ@univ.szczecin.pl 
Internetadresse: http://www.us.szc.pl/main.php/hum_ifg 
Name/Institution: Uniwersytet Kazimierza Wielkiego, Katedra Germanistyki 
Strasse/Postfach: ul. Grabowa 2 
Postleitzahl: 85-601 
Stadt: Bydgoszcz 
Telefon: +48 52 360 84 50 
Fax: +48 52 360 84 50 
E-Mail: hakuch@ukw.edu.pl 
Internetadresse: http://www.germanistyka.ukw.edu.pl/ 
LandPolen
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur nach 1945
Zusätzliches SuchwortGegenwartsliteratur
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/16625

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 03.11.2010 | Impressum | Intern