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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literaturwissenschaftliches Kolloquium - Medienorientierte Literaturwissenschaft"
RessourcentypVortragsreihen
TitelLiteraturwissenschaftliches Kolloquium - Medienorientierte Literaturwissenschaft
BeschreibungLiteraturwissenschaftliches Kolloquium (Universität Duisburg-Essen, Campus Essen)

Medienorientierte Literaturwissenschaft


„Interpretieren sollte man nicht allein“ (Klaus Weimar)


Wintersemester 2010/2011

27.10.2010 Robert Schoen (Hörspielmacher)
Hör! Spiel!

17.11.2010 Prof. Dr. Karin Wolgast (Kopenhagen):
Max Reinhardt, Henrik Ibsen, Edvard Munch - Ibsens "Gespenster" am Deutschen Theater in Berlin 1906

01.12.2010 Andreas Platthaus (FAZ / Frankfurt a.M.):
Personenporträts im Feuilleton

15.12.2010 Prof. Dr. Hans Lösener (Heidelberg):
Rhythmus. Warum Gedichte nicht aus Form und Inhalt bestehen

12.01.2011 PD Dr. Julia Genz (Tübingen):
Hypnose und Literatur

26.01.2011 Roland Alexander Ißler, MA (Bonn):
Lyra, Laute, Lyrik, Lied… Zur Verschwisterung von Dichtung und Musik

Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs 18-20 Uhr im Raum R12 S03 H20 (Eingang R12, Gladbecker Straße / Universitätsstraße) statt.

Veranstalter:
Prof. Dr. U. Renner-Henke, Prof. Dr. Rolf Parr,
Prof. Dr. Nine Midema, Prof. Dr. C. Bauer-Funke,

Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
Fachbereich Geisteswissenschaften
Universitätsstraße 12, 45117 Essen





27.10.10 Robert Schoen (Hörspielmacher für verschiedene Rundfunkanstalten der ARD):
Hör! Spiel!

Hör! Spiel! ist ein doppelter Imperativ, sagt Ernst Jandl. Was sich noch hinter dieser mittlerweile über 80 Jahre alten radiophonen Kunstform verbirgt, soll im Vortrag anhand ausgewählter Beispiele ausgelotet werden. Marginalien und Mark-steine des Genres begleiten uns bei diesem subjektiven Ritt durch die Hörspielge-schichte. Anschließend noch ein paar Randbemerkungen zum aktuellen Stand des Hörspiels und den üblichen Produktionsbedingungen.

17.11.10 Prof. Dr. Karin Wolgast (Kopenhagen):
Max Reinhardt, Henrik Ibsen, Edvard Munch - Ibsens "Gespenster" am Deutschen Theater in Berlin 1906

Max Reinhardt (1873-1943) war Schauspieler, Regisseur, Theaterdirektor und Theaterschulleiter. Als Max Goldmann geboren und aus dem jüdischen Kleinbür-gertum stammend gipfelt seine Karriere in Berlin, wo er drei Jahrzehnte lang an der Spitze mehrerer Theater, allen voran des Deutschen Theaters, steht.
1906 lässt er die Kammerspiele des Deutschen Theaters erbauen. Ihm schwebt ein Theater vor, das so unmittelbar und fein auf den Zuschauer wirkt wie Kammermu-sik auf den Hörer. Es soll ein kleines Theater sein, wo seelisch eindringliche Stü-cke im intim wirkenden Raum und einer größeren physischen Nähe zwischen Schauspielern und Zuschauern in bisher ungekannter Intensität ihre Aussage ent-falten können.
Zur Eröffnung der Kammerspiele wählt Reinhardt ein Stück, das in Deutschland den Bühnennaturalismus eingeläutet hatte, Henrik Ibsens „Gespenster“. Reinhardt inszeniert es jedoch anders, als man es bisher gesehen hatte. Und er engagiert Edvard Munch als Bühnenbildner. Um diese Inszenierung wird es im Vortrag vor allem gehen.

01.12.10 Andreas Platthaus (FAZ / Frankfurt a.M.):
Personenporträts im Feuilleton

Feuilleton ist nicht nur Rezension, Feuilleton ist auch Personenporträt - in Form von Besuchen, Kurzbiographien, Geburtstagsartikeln. Die Beschäftigung mit Menschen aber erfordert andere Mittel als die Analyse von Werken. Worin die Probleme liegen, aber auch die Reize, darüber soll an diesem Abend gesprochen werden.

15.12.10 Prof. Dr. Hans Lösener (Heidelberg):
Rhythmus. Warum Gedichte nicht aus Form und Inhalt bestehen

Die weitverbreitete Verwendung der Begriffe „Form“ und „Inhalt“ zeugt von der Stabilität eines Diskurses, der die schulischen und akademischen Praktiken der Gedichtanalyse seit über fünf Jahrzehnten dominiert. Es ist ein suggestiver Dis-kurs, der sich aus einem Denken speist, das von einer totalen Semiotisierbarkeit der Sprache ausgeht und die Dimension des Sinns ausschließlich in den Kategorien des Zeichens zu denken vermag. Die kritiklose Akzeptanz, derer sich dieser Dis-kurs in Schule und Universität erfreut, zeigt, dass es heute nicht mehr genügt, die politischen und ästhetischen Konsequenzen der Form-Inhalt-Interpretation offen-zulegen, wie dies Susan Sontag (1964) und andere getan haben. Vielmehr kommt es darauf an, Alternativen zur Form-Inhalt-Interpretation zu entwickeln, die so-wohl in der Literaturwissenschaft als auch im Deutschunterricht Anwendung fin-den können. In dem Vortrag werden ausgehend von dem Rhythmuskonzept von Henri Meschonnic (1975, 1982, 2008) Möglichkeiten einer metasemiotischen Gedichtanalyse vorgestellt.
Literatur
Lösener, Hans (2009): Gedichtanalyse als didaktisches Problem. Gibt es eine Alternative zur Form-Inhalt-Interpretation? In: Eduard Haueis und Peter Klotz (Hgg.): Ästhetik der Sprache – Sprache der Ästhetik. OBST - Osnabrücker Beiträ-ge zur Sprachtheorie, H. 76. S. 85-105.
Meschonnic, Henri (1975): Le signe et le poème. Essai. Paris: Gallimard.
Meschonnic, Henri (1982): Critique du rythme. Anthropologie historique du lan-gage. Paris: Verdier.
Meschonnic, Henri (2008): Dans le bois de la langue. Paris. Éditions Laurence Teper.


12.01.11 PD Dr. Julia Genz (Tübingen):
Hypnose und Literatur

Der Vortrag lotet das Verhältnis von Hypnose und Literatur aus: Inwiefern beein-flussen die unterschiedlichen Sichtweisen auf Hypnose im spiritistischen bzw. okkulten Kontext einerseits und dem medizinischen Kontext andererseits nicht nur den inhaltlichen Verlauf der Handlung, sondern auch die Erzählweise? Der Vor-trag untersucht, in welchem Maß die auktorialen und personalen Erzähler in Tho-mas Manns „Mario und der Zauberer“, Luigi Pirandellos „Il fu Mattia Pascal“ und Ernst Weiß’ „Der Augenzeuge“ selbst in den Bann der Hypnose geraten und in-wiefern sie auch die Rezeption steuert.

26.01.11 Roland Alexander Ißler, MA (Bonn):
Lyra, Laute, Lyrik, Lied… Zur Verschwisterung von Dichtung und
Musik
Als ‚Ursprungsform der Dichtung schlechthin’ hat die Lyrik durch die wechselsei-tige Verschränkung von Wort- und Tonkunst die europäische Literatur und Musik von Beginn an geprägt. Der Vortrag zeigt das an ausgewählten Beispielen von der Lyra der antiken Dichtung über die Laute der frühen Oper hin zur Gedichtverto-nung im romantischen Lied. Pläne einer Neubelebung kosmischer Sphärenharmo-nie reichen vom 16. Jahrhundert bis weit ins 19. Jahrhundert. Auch der Enthusias-mus der Romantiker etwa für mittelalterlichen Minnesang und das Volkslied liegt in dem Wunsch begründet, die einstige Verbindung von Lyrik und Musik wieder-herzustellen und damit alle Kunst einer ‚ursprünglichen’, ‚universalen’ Bestim-mung zurückzuführen. Eine maximale Annäherung scheint in den vielfältigen Kunstverbindungen des 19. Jahrhunderts erreicht zu sein. Musikstücke werden durch poetische Gattungsbezeichnungen charakterisiert, die symphonische Dich-tung sucht ihre kompositorische Inspiration in der Literatur. In idealtypischer Weise vereint das Kunstlied in der Reinform des direkten Einklangs von lyrischer und musikalischer ‚Verdichtung’ kristalliner Sprach- und Klanggestaltung ohne Handlung die poetische und musikalische Aussage. Stationen der wechselseitigen Durchdringung beider Künste zwischen Oper und Kunstlied sollen mit Text- und Tonbeispielen präsentiert werden.














Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortEssen
Beginn27.10.2010
Ende26.01.2011
PersonName: Ursula Renner-Henke 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: ursula.renner@uni-duisburg-essen.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Duisburg-Essen, Campus Essen 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 12 
Postleitzahl: D-45117 
Stadt: Essen  
Telefon: +49 (0)201/183-4540 
Fax: +49 (0)201/183-4517 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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