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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Formen der Stillstellung und Dynamisierung in Literatur, Wissenschaft und Philosophie des 18. Jahrhunderts (ISECS-Sektion)"
RessourcentypCall for Papers
TitelFormen der Stillstellung und Dynamisierung in Literatur, Wissenschaft und Philosophie des 18. Jahrhunderts (ISECS-Sektion)
BeschreibungFormen der Stillstellung und Dynamisierung in Literatur, Wissenschaft und Philosophie des 18. Jahrhunderts
Sektion auf dem 13. Internationalen Kongress zur Erforschung des 18. Jahrhunderts, Graz, 25.-29. Juli 2011

Call for papers

Historisierungs-, Verzeitlichungs- wie Dynamisierungsprozesse prägen eine neue Auffassung von Zeitlichkeit im Denken der Aufklärung, deren diskursive Präsenz, textliche Manifestation und narrative Strategien in wissenschaftlichen, literarischen und philosophischen Texten in der Sektion diskutiert werden sollen.
Schon die Kritik an der Scholastik formiert sich als Kritik an der Autorität tradierter, jahrhundertelang unhinterfragter Lehren, als Kritik am praejudicium auctoritatis. Mit der Abwendung vom Althergebrachten beginnt eine rasante Anhäufung neuer Daten, die im Bereich der Naturforschung empirisch und experimentell gefunden werden. Der Experimentierprozess selbst unterliegt einer Prozessualität, die mit dem Ergebnis angehalten wird und zur überzeitlichen, textlichen oder bildlichen Archivierung aufbereitet werden muss. Nicht allein die ‚Erfindung‘ der Zeitung im späten 17. Jahrhundert indiziert eine neue mediale Form serieller Information, in den Bereichen von Philosophie, Ästhetik und Literatur dominieren daneben narrative Formen der zeitlichen Sprengung: serielle Strukturen, kumulative Argumentationen, erzählerische Digressionen, programmatische Unabgeschlossenheiten.

Folgt man Koselleck oder Lepenies, lässt sich in der Begriffsgeschichte und in der Naturgeschichte ein epistemischer Wandel ablesen, der aus der Verzeitlichung der (historischen) Erfahrung neue Erwartungen konstituiert. Darüber hinaus prägen situations- und zeitabhängige Wahrheitskriterien sowie das Verhältnis von zeitlichem Progress und zu erreichendem finalen Zustand philosophische Bemühungen, ‚Aufklärung’ zu bestimmen. Während einerseits Stillstellungstrategien dazu tendieren, Wissen aufzubereiten, präsent zu halten und zu archivieren, ermöglichen andererseits Strategien der Dynamisierung die erneute Öffnung des Zeithorizonts: Neben dem präsentierten Wissen wird das jeweilige Nichtwissen als zeitliche Unvermeidbarkeit aufgerufen.

Die Sektion untersucht in gegenseitiger Ergänzung sowohl Formen der stillgestellt-aufbereiteten Wissenspräsentation (z. B. Charakterskizze, Tableau, Tableau vivant, Tabelle, Grafik, Illustration) als auch dynamische Formen der Wissensrepräsentation (z. B. polyvalente und polychrone Narrationen, Bilderserie, Experiment, Magazin). Dabei soll das Spannungsverhältnis zwischen Stillstellungs- und Dynamisierungsstrategien vor dem Hintergrund der sich wandelnden epistemischen Strukturen im Bereich der Zeitlichkeit und des Geschichtsverständnisses analysiert werden.

Die Sektion orientiert sich an einer Wissens- als Mediengeschichte. Erwünscht sind daher transdisziplinäre Beiträge aus den Philologien, aus Philosophie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte u.a. über literarische, künstlerische wie über wissenschaftliche Text- und Bildstrategien in der Aufklärung. Als Arbeitssprachen der Sektion sind Deutsch und Englisch vorgesehen.
Die Sektion, die von den Organisatoren der ISECS Conference bereits akzeptiert wurde, wird voraussichtlich bis zu sechs Beiträge umfassen. Bitte senden Sie bis zum 31. Oktober 2010 ein kurzes Abstract Ihres geplanten Beitrags in deutscher oder englischer Sprache (maximal 400 Wörter) an PD Dr. Rainer Godel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (rainer.godel@netzwerk-arw.uni-halle.de) und an Dr. Gunhild Berg, Universität Konstanz (gunhild.berg@uni-konstanz.de).

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGraz
Bewerbungsschluss31.10.2010
Anmeldeschluss31.01.2011
Beginn25.07.2011
Ende29.07.2011
PersonName: Rainer Godel 
Funktion: Wiss. Koordinator des Landesforschungsschwerpunkts "Aufklärung - Religion - Wissen", Halle 
E-Mail: rainer.godel@netzwerk-arw.uni-halle.de 
KontaktdatenName/Institution: Rainer Godel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 
Strasse/Postfach: Franckeplatz 1, Haus 24 
Postleitzahl: 06099 
Stadt: Halle (Saale) 
Telefon: 0345 / 55 - 21784 
Fax: 0345 / 55 - 27238 
E-Mail: rainer.godel@netzwerk-arw.uni-halle.de 
Internetadresse: http://www.germanistik.uni-halle.de/mitarbeiterinnen/godel/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen; 12.00.00 18. Jahrhundert
Ediert von  H-Germanistik
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