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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "CFP Variations, # 19: "Zeitgenossenschaft" "
RessourcentypCall for Papers
TitelCFP Variations, # 19: "Zeitgenossenschaft"
BeschreibungCall for papers – Variations 19 (2011): Zeitgenossenschaft / Le contemporain / Contemporaneity

Jedes Kunstwerk entsteht zu einem bestimmten Moment in der Zeit; jeder Künstler ist Zeitgenosse. Diese per se evidente Feststellung ist voller Komplexität: zu bestimmen, in welchem Verhältnis ein Werk zu seiner Zeit steht, ist eine zentrale Frage, die die Philologie noch immer beschäftigt. An Konzepten zur Bewältigung dieses Problems mangelt es nicht: „Zeitgeist“, „Generation“, „Epoche“, „Situation“,„Diskurs“, „Zirkulation sozialer Energie“, „soziales Feld“, „Konstellation“, „cross-mapping“ etc. Für die Dichter selbst ist „Zeitgenossenschaft“ eine in sich widersprüchliche Erfahrung zwischen Zugehörigkeit und Aussenseitertum: „Mein Wolfshund-Jahrhundert, mich packt’s, mich befällt’s – / doch ich bin nicht wölfischen Bluts“, schreibt Ossip Mandelstam; „War meine Zeit meine Zeit?“ fragt Hugo Lötschers letztes Buch unsicher in seinem Titel. Dem Wunsch, sich der eigenen Zeit auszusetzen, ihr im „Jetztzeitstil“ (Robert Walser) Einlass ins eigene Schreiben zu gewähren oder gar kommentierend und ordnend in sie einzugreifen, steht das Begehren entgegen, dem Kunstwerk seine ganz eigene Gültigkeit zu verschaffen und die kontingenten Bedingungen seiner Entstehung vergessen zu lassen. Es gibt den Anspruch der Dichter an sich selbst, zeitgemäss, „auf der Höhe der Zeit“ zu schreiben, moderne und nicht ancien zu sein; es gibt umgekehrt die Furcht, der Zeit und ihren Moden zu verfallen, eben nur zeitgemäss und nicht etwa zeitlos zu sein; und es gibt die Überzeugung, dass zeitgemäss nur ist, wer seine Zeit ‚unzeitgemäss betrachtet‘. „Zeitgenossenschaft“ ist dabei kaum je eine neutrale, deskriptive Grösse, sondern ein Wertbegriff, zugleich Prüfstein, an dem sich das Spezifische des jeweiligen ästhetischen Programms ablesen lässt. Zwischen den Extremen von Kunstautonomie und Engagement gibt es dabei zahllose Vermittlungsstufen; Paul Celan beispielsweise fasst diese Spannung wie folgt: „Das Gedicht bleibt seiner Daten eingedenk, aber es spricht in seiner eigenen, allereigensten Sache“. Nicht zuletzt wirft der Begriff „Zeitgenossenschaft“ die Frage nach dem Verhältnis zwischen der eigenen immanenten Zeitlichkeit des Kunstwerks und der vermeintlich als ‚gegeben‘ gedachten, eigentlich aber erst zu konzeptualisierenden historischen Zeit auf.

Für die kommende Ausgabe von Variations suchen wir Beiträge, die diesen zeitlichen Index von literarischen Texten in allen evozierten Dimensionen beschreiben, der Imaginationsgeschichte des Begriffs „Zeitgenossenschaft“ im poetologischen Feld nachgehen oder auf methodologischer Ebene die Frage verfolgen, wie sich Gleichzeitigkeit und Historizität im Bereich der Literatur konzeptuell fassen lassen.
Abstracts (300–400 Wörter) sowie eine kurze Bio-Bibliographie können bei der Redaktion bis zum
30. November 2010 unter folgender Adresse eingereicht werden: variations@rom.uzh.ch. Wir publizieren Artikel in deutscher, englischer und französischer Sprache. Die Benachrichtigung über Annahme oder Ablehnung erfolgt Mitte Januar 2011. Die fertig geschriebenen Artikel müssen der Redaktion bis spätestens 31. Mai 2011 vorliegen und dürfen 32'000 Zeichen nicht überschreiten. Wie in den vorangegangenen Ausgaben besteht auch die Möglichkeit, thematisch nicht an das Thema gebundene Artikel, literarische Texte und künstlerische Beiträge wie z. B. Zeichnungen, Collagen oder Fotografien zu veröffentlichen.

Literaturzeitschrift der Universität Zürich
Deutsches Seminar der Universität Zürich
Schönberggasse 9
CH – 8001 Zürich
variations@rom.uzh.ch
http://www.variations.uzh.ch

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.variations.uzh.ch/cfp.html
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.11.2010
PersonName: Schoenfelder, Christa 
Funktion: Co-Editorin Variations 
E-Mail: christa.schoenfelder@es.uzh.ch 
KontaktdatenName/Institution: Literaturzeitschrift der Universität Zürich, Deutsches Seminar der Universität Zürich 
Strasse/Postfach: Schönberggasse 9 
Postleitzahl: CH – 8001  
Stadt: Zürich 
Telefon: +41 44 6343681 
E-Mail: variations@rom.uzh.ch 
Internetadresse: http://www.variations.uzh.ch/address.html 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen
Ediert von  H-Germanistik
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