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Ergebnisanzeige "Schreibarbeiten“ an den Rändern der Literatur – zur Erinnerung an die Aktualität der "Dortmunder Gruppe 61" "
RessourcentypCall for Papers
TitelSchreibarbeiten“ an den Rändern der Literatur – zur Erinnerung an die Aktualität der "Dortmunder Gruppe 61"
Beschreibung„Schreibarbeiten“ an den Rändern der Literatur – zur Erinnerung an die Aktualität der "Dortmunder Gruppe 61"

Tagung des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und der Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund
im Rahmen des Gesamtprojektes "Schreibwelten - Erschriebene Welten" in Kooperation mit dem Institut für die Moderne im Rheinland der Heinrich -Heine-Universität Düsseldorf

31.3.-2.4.2011
Veranstaltungsort: Dortmund, Friedensplatz 1

Im Frühjahr 1961 bildet sich in Dortmund eine Gruppe von (Arbeiter-)Schriftstellern, die sich die „literarisch-künstlerische Auseinandersetzung mit der industriellen Arbeitswelt und ihren sozialen Problemen“ zur Aufgabe macht. 50 Jahre nach ihrer Gründung wird das Fritz-Hüser-Institut mit zahlreichen Veranstaltungen an das ehrgeizige literarische Unterfangen erinnern. Unter den Titel „Schreibwelten – erschriebene Welten“ widmet sich eine Ausstellung, die in Kooperation mit dem Institut für die Moderne im Rheinland der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund entsteht und vom 18.2.-1.5.2011 zu sehen sein wird, den Ideen, Kontexten und Auswirkungen des damaligen literarischen Aufbruchs.

In der Rückschau eines halben Jahrhunderts widmet sich eine Tagung von Fritz-Hüser-Institut und TU Dortmund der „Dortmunder Gruppe 61“, deren Gründungsgedanke und deren Texte anachronistisch geworden zu sein scheinen. Nicht zuletzt der Strukturwandel lässt die Versuche, die industrielle Arbeitswelt zu einem Ort der Literatur zu machen, obsolet erscheinen: wenn überhaupt noch von Interesse, dann als musealer Gegenstand einer Erinnerungskultur Ruhrgebiet. Wird sie dabei aber als eine Art Heimatliteratur missverstanden, dann geraten die grundlegenden Fragen, die die Dortmunder Gruppe 61 aufgeworfen hat, jedoch in Vergessenheit. Der Versuch, die traditionellen Grenzen zu überschreiten, die das Terrain der Literatur umschließen und es von industrieller Arbeit und Politik trennen, geht mit Fragen einher, die vor allem Infragestellungen sind, und trotz allem literarische und kulturelle Entwicklungen anstoßen, die nach wie vor produktiv sind.

Dieser Produktivität der Dortmunder Gruppe 61 soll eine wissenschaftliche Tagung nachgehen, die das Fritz-Hüser-Institut gemeinsam mit der Fakultät Kulturwissenschaften der TU-Dortmund im Jubiläumsjahr 2011 durchführt. Der Blick soll sich dabei auf die Veränderungen der Literatur richten, die sich an ihren Rändern ereignen.

Zur Diskussion stehen dabei insbesondere die spezifischen Relationen, die sich zwischen Literatur und Politik, zwischen Literatur und sozialer Realität ergeben. Denn genau in diese Konstellation interveniert das Projekt der Gruppe 61, und es scheint andererseits genau an diesen traditionellen Gegenüberstellungen zu scheitern. Entweder sind die Texte zu politisch und zu wenig literarisch oder zu stark literarischen Traditionen verpflichtet und unpolitisch. Begrüßt, weil sie die soziale Realität der industriellen Arbeitswelt zu ihrem Gegenstand machen, werden die hier entstehenden Texte als soziale Dokumente gelesen und gerade nicht als Literatur. Damit geht eine ebenfalls interessante Relation zu dem für die zeitgenössische Kultur und Literatur bedeutsamen Konzept der Authentizität einher. Als Arbeiter, die über ihre Arbeit schreiben, können sie als Muster des Authentischen gelten, sehen sich dann aber gleichzeitig als Autoren bzw. Schriftsteller Authentizitätsforderungen ausgesetzt, die sie angeblich nicht mehr erfüllen.

Damit sind grundlegende Themenbereiche der Tagung skizziert. Ausgangspunkt für die genaue Rekonstruktion eines nach wie vor aktuellen Projekts und der damit angestoßenen Entwicklungen soll die Frage sein nach den Interventionen, die sich durch die Literatur und in der Literatur der Gruppe 61 ereignen.

Konkret sollen die Beiträge und Diskussionen der Tagung folgende Themen umfassen:

- Die im engeren Sinne politischen Dimensionen eines literarischen Projekts und die politische Präsenz der Gruppe.
- Die Besonderheiten der Texte der Gruppe (neue Gegenstände, neue Erzählformen, neue literarische Stimmen).
- Die literarische und kulturelle Konstellation der frühen 60er Jahre.
- Die neuen Autoren und die Fragen von Autorschaft; neue Konzepte des Schreibens und die Fragen des Authentischen..
- Internationale Perspektiven auf die Dortmunder Entwicklung (Bezüge zu anderen Literaturen).
- Mögliche Aktualisierungen des Projekts der literarischen Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt.

Abstracts werden erbeten bis 15.11.2011 an
fhi@stadtdo.de
Die Herausgabe eines Tagungsbandes ist vorgesehen.

Kontakt:
Hannelise Palm
E-mail: jpalm@stadtdo.de

Prof. Dr. Ute Gerhard
E-mail: ute.gerhard@uni-dortmund.de

Web: www.fhi.dortmund.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.fhi.dortmund.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDortmund
Bewerbungsschluss15.11.2011
Beginn31.03.2011
Ende01.04.2011
PersonName: Hanneliese Palm  
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: jpalm@stadtdo.de  
Name: Prof. Dr. Ute Gerhard 
Funktion: Ansprechpartner 
KontaktdatenName/Institution: Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt 
Strasse/Postfach: Grubenweg 5 
Postleitzahl: 44388 
Stadt: Dortmund 
Telefon: 0231-5023135 
Fax: 0231-5023229 
E-Mail: fhi@stadtdo.de 
Internetadresse: www.fhi.dortmund.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.05 Literarisches Leben; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.06 Literarische Gruppen
Ediert von  H-Germanistik
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