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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Thomas Bernhard zum Geburtstag: Zur gesellschaftlichen und politischen Bedeutung der Literatur"
RessourcentypCall for Papers
TitelThomas Bernhard zum Geburtstag: Zur gesellschaftlichen und politischen Bedeutung der Literatur
BeschreibungCFP: Internationale Konferenz zum 80. Geburtstag von Thomas Bernhard:

Zur gesellschaftlichen und politischen Bedeutung der Literatur

16. – 18. Februar 2011
Universität Ljubljana (Rektorensaal, Kongresni Trg 12, 1000 Ljubljana)
Organisation: Johann Georg Lughofer

Hauptreferenten: Hans Höller (Salzburg), Bernhard Sorg (Bonn), Johann Sonnleitner (Wien), Martin Huber (Wien), Uwe Schütte (Aston Birmingham) und Alfred Pfabigan (Wien)

Thomas Bernhards Werk wurde immer wieder enthusiastisch gefeiert. So begrüßte Ingeborg Bachmann seine Sprachwucht mit den Worten: „In all den Jahren hat man sich gefragt, wie wird es wohl aussehen, das Neue. Hier ist es, das Neue.“ Nach seinem Tod erklärte Elfriede Jelinek, an diesem „toten Giganten“ komme man nicht mehr vorbei. Peter Handke meinte, man müsse nicht von einer Ära Waldheim sprechen, sondern von einer Ära Bernhard. Dabei spielte er auch auf die politische und gesellschaftliche Bedeutung der publikumswirksamen Texte und Skandale des Autors an. „Kurzum, es gelang Bernhard, die Österreicher redend zu machen.“ fasste Wendelin Schmidt-Dengler eine Stellungsnahme zu Thomas Bernhard zusammen, denn Thomas Bernhard kann kaum ohne seine Wirkung in Gesellschaft und Literatur gedacht werden.

So will die vom Österreichischen Kulturforum Ljubljana unter Frau Gesandte Dr. Christa Sauer und der Germanistikabteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana veranstaltete Konferenz ausgehend von Thomas Bernhard der Frage nachgehen, wie und unter welchen Bedingungen es der Literatur möglich ist, gesellschaftliche Diskussionsprozesse auszulösen und soziale und politische Veränderungen mitzutragen.
Die gesellschaftskritische Bedeutung der Literatur steht trotz vieler Widerstände immer wieder im Zentrum literaturwissenschaftlicher Debatten. Um 1968 wurde Literatur als eine Gefahr für überkommene Ordnungen, die gerade in konservativen Umgebungen Katalysator für Änderungen sein kann, begriffen, was danach zunehmend angezweifelt wurde. Doch nach den stark am Marxismus angelehnten Zugängen der 70er Jahre sorgen heute interkulturelle Ansätze, Gender-, Postcolonial- und Queer Studies für eine Aktualität der Fragestellung. Auch bei der späten Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreichs hat die Literatur sicher eine wichtige Rolle gespielt – insbesondere Thomas Bernhard hat in seinem Werk seine Erfahrungen im NS-Staat und die darauffolgende mangelnde Erinnerungsarbeit der Österreicher bearbeitet.

Die Konferenz will die gesellschaftliche Wirkung der Texte Thomas Bernhards im Detail besprechen und sich folgender Fragestellungen annehmen:

· Analysen der Texte Thomas Bernhards hinsichtlich seiner gesellschaftlich provozierenden Wirkung

· Soziale und politische Konsequenzen aus Thomas Bernhards Schaffen sowie deren historische und soziale Voraussetzungen

· Die Rolle der Selbstinszenierung und des Marketings bei Thomas Bernhard als Voraussetzung der Wirkung

· Reaktionen der Medien, des Theaterpublikums, der LeserInnen und NichtleserInnen sowie der Kunst- und Kulturszene

· Erinnerungskultur um und bei Thomas Bernhard und Kanonisierung nach dem Tod

· Thomas Bernhard im Literatur-, Deutsch- und DaF-Unterricht – die pädagogische Seite der sozialen Wirkung

Ihre Vorschläge für Referate (deutsch, 20 Minuten) mit Abstract (max. 300 Wörter) senden Sie bitte bis spätestens 15.11.2010 an: johann.lughofer@ff.uni-lj.si

Ein Konferenzband mit ausgewählten Beiträgen ist für Herbst 2011 geplant, weswegen die schriftlichen Beiträge bis 30. März 2011 und Termineinhaltung erbeten werden.

Es wird keine Konferenzgebühr verlangt. Verpflegung und Unterlagen werden von der Veranstaltung übernommen.

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Doz. Dr. Johann Georg Lughofer
Germanistikabteilung
Philosophische Fakultät
Universität Ljubljana
Aškerčeva 2
SI-1000 Ljubljana
Tel: 00386 1 241 13 48
Fax: 00386 1 425 93 37

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLjubljana
Bewerbungsschluss15.11.2010
Beginn16.02.2011
Ende18.02.2011
LandSlowenien
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945
Klassifikation18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.14.00 Zu einzelnen Autoren; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.13.00 Zu einzelnen Autoren
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