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Ergebnisanzeige "Lesen – Schreiben – Sprachbewusstheit. Die Entwicklung literaler Kompetenzen an der Hochschule (Konferenz an der Universität Bielefeld, 27. bis 28. Januar 2011)"
RessourcentypCall for Papers
TitelLesen – Schreiben – Sprachbewusstheit. Die Entwicklung literaler Kompetenzen an der Hochschule (Konferenz an der Universität Bielefeld, 27. bis 28. Januar 2011)
BeschreibungCall for Papers

Lesen – Schreiben – Sprachbewusstheit
Die Entwicklung literaler Kompetenzen an der Hochschule
(Konferenz an der Universität Bielefeld, 27. bis 28. Januar 2011)

Der Erwerb literaler Kompetenzen ist mit dem Abitur nicht abgeschlossen, sondern setzt sich im Laufe eines Studiums oder einer beruflichen Ausbildung fort. Diskussionsbedarf besteht sowohl über die genaue Beschaffenheit von Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz als auch über geeignete Methoden, diese zu erfassen, zu messen und vor allem: sie weiterzuentwickeln. Da die literalen Kompetenzen eng miteinander verzahnt sind, sollen sie parallel in den Blick genommen und in ihren Interdependenzen diskutiert werden.

Ziel der Konferenz ist die Diskussion aktueller Ansätze der Literalitätsforschung. Im Fokus stehen dabei Ansätze, die sich mit der nach-schulischen, d.h. universitären oder beruflichen Weiterentwicklung literaler Kompetenzen befassen. Interessierte sind dazu eingeladen, sich an der interdisziplinären Diskussion und Vernetzung zu beteiligen. Mögliche Themenfelder sind die Analyse empirischer Daten, auf der Analyse beruhende theoretische und/oder didaktische Überlegungen sowie methodische Vorschläge anhand folgender Fragestellungen:

Auf welchem Stand sind die literalen Kompetenzen von SchulabgängerInnen direkt nach dem Schulabschluss? Durch welche didaktischen Ansätze können literale Kompetenzen nachweisbar gefördert werden? Wie übertragen Studierende nach ihrem Abschluss die erworbenen Kompetenzen in einen professionellen Rahmen?

Wir bitten Sie, sich in Ihren Abstracts deutlich auf unsere Fragestellungen zu beziehen und anzugeben, welchem Teilbereich Sie zugeordnet werden möchten.




Sektion 1:
Lesekompetenz(-weiter-)entwicklung (nicht nur) an der Hochschule


Die Entwicklung von Lesekompetenz – wie auch immer man diesen Begriff definitorisch genauer fasst – stellt einen inzwischen intensiv bearbeiteten Forschungsgegenstand dar, der viele fundierte Ergebnisse in Bezug auf kognitive Prozesse, motivationale und emotionale Faktoren, aber auch auf reflexive und die Anschlusskommunikation betreffende Di-mensionen von Lesekompetenz hervorgebracht hat. Ihren Niederschlag haben diese For-schungen u.a. in verschiedenen Stufenmodellen zur Lesekompetenzmessung bzw. -entwicklung gefunden.
Die einschlägigen Untersuchungen und Studien konzentrieren sich jedoch fast ausschließlich auf Leserinnen und Leser bis zum Ende ihrer Schulzeit. Wie aber verläuft die Lesekompetenzentwicklung danach weiter? Obwohl auch die Lesesozialisationsforschung von der Herausbildung ‚später‘ habitueller Leserinnen und Lesern ausgeht, ist die Weiterentwicklung der Lesekompetenz nach der Schulzeit noch nicht konsequent erforscht worden, es sei denn hinsichtlich der Frage der Medienkonkurrenz. Insbesondere die Entwicklung der Lesekompetenz von Studierenden ist aber für die Hochschulforschung und die an der Hochschule Lehrenden von außerordentlichem Interesse, stellen genauere Informationen darüber doch erst das Wissen bereit, was es letzten Endes erlaubt, sinnvolle Curricula zu entwickeln.
Im Rahmen der Sektion 1 sollen empirische Untersuchungen und Theorien zur Weiterentwicklung von Lesekompetenz nach der Schulzeit in Kurzvorträgen vorgestellt und diskutiert werden. Insbesondere sind Beiträge zu folgenden Themen und Fragekomplexen erwünscht:
­Mit welchem Kompetenzprofil starten die Schülerinnen und Schüler in ihre berufliche oder universitäre Ausbildung?
­Stimmt dieses Kompetenzprofil mit den erweiterten Anforderungen an Lesekompetenz (und -motivation) in Beruf oder Studium überein? Wie weit? Worin nicht?
­Wie (überhaupt?) passen die Schulabgängerinnen und -abgänger ihre bisherigen Leseerfahrungen an die Erfordernisse ihres Studiums oder Berufs an? Wie lange dauert dieser Prozess?
­Welche Schwierigkeiten werfen in diesem Zusammenhang neue Lektürearten auf?
­Welche Lese-Vorlieben entwickeln sich im Anschluss an die Schule (nicht)?
­Welche Lesekompetenzen haben Studierende nach Abschluss eines geistes- oder naturwissenschaftlichen Studiums?
­Ist eine Modifikation des Lesekompetenzbegriffs nötig, wenn die nach der Schule erfolgende Kompetenzentwicklung mitberücksichtigt wird? Wenn ja, inwiefern?


Sektion 2:
Entwicklung der Schreibkompetenz

Die Entwicklung und Professionalisierung der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit ist eine entscheidende Qualifikation, die im Rahmen eines Studiums erworben werden sollte. In der Regel besteht jedoch große Unklarheit über den Stand der, die Anforderungen an und die erfolgreiche Art und Weise der Vermittlung von Schreibfertigkeiten - sowohl auf Seiten der Studierenden als auch auf Seiten der Lehrenden. Falls das Schreiben überhaupt systematisch gelehrt wird, verlaufen die Diskussionslinien zwischen prozess- und produktorientierter Schreibdidaktik, zwischen „Writing across the Curriculum“ und „Writing in the Disciplines“; wie sich die Wirksamkeit von verschiedenen schreibdidaktischen Ansätzen empirisch belegen oder überprüfen lässt, ist jedoch weitgehend unklar.

Im Rahmen der Sektion 2 sollen empirische Untersuchungen und Theorien zur Weiterentwicklung der Schreibkompetenz nach der Schulzeit in Kurzreferaten vorgestellt und diskutiert werden. Da wir die Förderung der interdisziplinären Diskussion und Vernetzung zum Ziel haben, sind didaktikaffine Schreibforschende aller Disziplinen angesprochen, ebenso SchreibdidaktikerInnen, die eigene Forschungsprojekte durchführen oder for-schungsnah arbeiten.

Wir freuen uns über Beiträge zu folgenden Themen und Fragestellungen:

­Was sind die Schnittstellen zwischen Schreibforschung und Schreibdidaktik? Wie können sie genutzt werden? Welche Forschungsfragen ergeben sich aus der Praxiserfahrung der Didaktik? Wie können Forschungsergebnisse in aktuelle didaktische Praxen einfließen?
­Mit welchem Kompetenzprofil verlassen die Schülerinnen und Schüler die Schule tatsächlich? Welche Teilkompetenzen müssen gezielt gefördert werden?
­Stimmt dieses Kompetenzprofil mit den erweiterten Anforderungen an die Schreibkompetenz im Studium oder im Beruf überein? Inwiefern? Worin nicht?
­Wie passen die Schulabgängerinnen und -abgänger ihre bisherigen Schreiberfahrungen an die Erfordernisse ihres Studiums oder Berufs an? Wie lange dauert dieser Prozess?
­Welche Schwierigkeiten werfen in diesem Zusammenhang neue Textsorten auf?
­Welche Lehrkonzepte werden der Individualität von Schreibprozessen gerecht?
­Welche Schreibkompetenzen haben Studierende nach Abschluss eines geistes- oder naturwissenschaftlichen Studiums erworben?
­Ist eine Modifikation des Schreibkompetenzbegriffs nötig, wenn die nach der Schule weiter erfolgende Kompetenzentwicklung mit berücksichtigt wird? Wenn ja, inwiefern?


Sektion 3:
Entwicklung der Sprachbewusstheit

Während es eine große Zahl von Einzelstudien für das Kindes- und Jugendalter gibt, liegen erst wenige Arbeiten vor, die sich mit der Entwicklung sprachreflexiver Fähigkeiten im frühen Erwachsenenalter, und speziell im Studium, beschäftigen. Die Einübung in eine bestimmte Wissenschaftssprache und ihre Abgrenzung von der Alltagssprache einerseits und andererseits die immer wichtiger werdende Fähigkeit, Forschungsergebnisse alltagssprachlich vermitteln zu können, stellen die Studierenden aller Fachrichtungen vor die Herausforderung, die sprachlichen Mittel auf besondere Weise beherrschen und reflektieren zu können. Obwohl also eine so verstandene Sprachbewusstheit (language awareness) eine für den Studienerfolg sehr wichtige Kompetenz ist, ist sie bislang kaum in den Curricula verankert und die Frage, wie sprachreflexive Kompetenzen im Studium erworben und vertieft werden, wurde bislang kaum systematisch untersucht.
Es sollen in Sektion 3 Beiträge vorgestellt und diskutiert werden, die Sprachbewusstheit und ihre Entwicklung aus theoretischem, empirischem wie didaktischen Blickwinkel thematisieren. Von besonderem Interesse sind dabei die folgenden Fragestellungen:
1. Welches allgemeine Niveau sprachreflexiver Kompetenzen ist für den Antritt eines wissenschaftlichen B.A.-Studiengangs erforderlich und wie kann dieses Niveau gemessen werden?
2. Entwickeln sich die sprachreflexiven Kompetenzen der Studierenden im Laufe des B.A.-Studiums weiter, und wenn ja, auf welche Weise?
3. Welche spezifischen sprachreflexiven Kompetenzen sind für ein erfolgreiches B.A.-Studium relevant?
4. Wie kann die Entwicklung der notwendigen sprachreflexiven Kompetenzen im B.A.-Studium gezielt gefördert werden?

Abstract:
Entscheiden Sie sich bitte für einen Teilbereich (Schreibkompetenz, Lesekompetenz, Sprachbewusstheit). Ihr Abstract sollte nicht mehr als 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen und sich auf die von uns vorgeschlagenen Fragestellungen beziehen. Beschreiben Sie den Inhalt Ihrer Präsentation möglichst konkret und stellen Sie einen deutlichen Bezug zur Erforschung und Weiterentwicklung der literalen Kompetenzen her.

Bitte schicken Sie Ihre Vorschläge bis zum 15.10. an: tanja.morstein@uni-bielefeld.de

Ein Gremium, das sich aus Fachleuten der Teilbereiche (Lesen, Schreiben, sprachliches Handeln) zusammensetzt, trifft eine Auswahl aus den eingereichten Vorschlägen.

Präsentationsformate:
Referate plus Rückfragen (20 Minuten plus 10 Minuten, insgesamt 30 Minuten)

Die drei Teilbereiche „Lesen“, „Schreiben“ und „Sprachbewusstheit“ werden am ersten Tag gemeinsam, am nächsten Tag teils separat tagen. Auf kurze Impulsreferate folgen moderierte Reflexionseinheiten, in denen die aufgeworfenen Fragestellungen interdisziplinär diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt werden.

Termine:
Deadline für Abstracts: 15.10.
Benachrichtigung: 1.11.
Anmeldung für die Konferenzteilnahme: bis 30.11.

Anmeldung:
Die Zahl der TeilnehmerInnen ist begrenzt. Ein Anmeldeformular und weitere Informationen finden Sie unter http://www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/likom/tagung.html.

Konferenzgebühren (inklusive der ReferentInnen):
Ermäßigt: 30 Euro
Nicht ermäßigt: 50 Euro

Organisation:
Die Konferenz wird organisiert von dem BMBF-geförderten Projekt LiKom (Erforschung und Weiterentwicklung literaler Kompetenzen von B.A.-Studierenden) in Kooperation mit der Fakultät für Literaturwissenschaft und Linguistik (Prof. Dr. Walter Erhart, Prof. Dr. Kai Kauffmann, Prof. Dr. Ralf Vogel), der Fakultät für Physik (Prof. Dr. Dominik Schwarz) und dem Schreiblabor (Dr. Andrea Frank) der Universität Bielefeld.

Ansprechpartnerin:
Tanja Morstein
Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Raum: C6-240
Tel.: 0521.106-3700
tanja.morstein@uni-bielefeld.de
www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/likom

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/likom/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBielefeld
Bewerbungsschluss15.10.2010
Beginn27.01.2011
Ende28.01.2011
PersonName: Tanja Morstein (M.Ed.) 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: tanja.morstein@uni-bielefeld.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Bielefeld; Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft; Projekt: "LiKoM: Erforschung und Weiterentwicklung literaler Kompetenzen von B.A. Studierenden" 
Strasse/Postfach: Universitätsstraße 25 
Postleitzahl: 33615 
Stadt: Bielefeld 
Telefon: +49 (0)521 106-3700 [Ansprechpartnerin: Tanja Morstein] 
Internetadresse: http://www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/likom/ 
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