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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Das 19. Jahrhundert und seine Helden: Heroisches Phantasma oder postheroische Ernüchterung?"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelDas 19. Jahrhundert und seine Helden: Heroisches Phantasma oder postheroische Ernüchterung?
BeschreibungInternationaler Workshop, 9.-10. Juli 2010, Unitobler Uni Bern, Lerchenweg 36, F-121, veranstaltet von Dr. Jesko Reiling (Institut für Germanistik der Uni Bern) und Dr. Carsten Rohde (Institut für Literaturwissenschaft des Karlsruher Institut für Technologie).

Das 19. Jahrhundert war, wie kein anderes zuvor, ein ‚verehrungs-wütiges’ Jahrhundert. Man suchte und fand in allen Lebensbereichen seine Helden: in der germanischen Vorzeit, im Mittelalter, in der erst jüngst zurückliegenden Geistesgeschichte (Kult um die Autoren der Weimarer Klassik) oder in der Politik der Gegenwart (etwa die Verehrung des Reichskanzlers Otto von Bismarck). Vielfach angetrieben von einer Sehnsucht nach nationalstaatlicher Größe und Einheit strebte man danach, durch die pathetische Überformung der Erinnerung Einfluss auf die Gegenwart zu nehmen. Die rückwärts gerichtete heroische Verklärung entwarf in den vermeintlich historischen Idealen Zukünftiges und gab anzustrebende Werte und Normen vor. Gleichzeitig wurde dieses private, institutionelle und/oder staatlich-offizielle Heldengedenken auch kritisch reflektiert und das traditionelle Heldenbild in Frage gestellt oder gar ganz verabschiedet. Aus kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive steht das 19. Jahrhundert inmitten einer Entwicklung, welche die gesamte Moderne prägt und die sich als Übergang vom heroischen zum postheroischen Decorum beschreiben lässt. In den verschiedenen Künsten, insbesondere in der Literatur des Realismus, spiegelt sich dieser Prozess wider und ergibt im Resultat ein bislang wenig erforschtes Nebeneinander von verschiedenen Heldenkonzeptionen. Diese reichen von der Verklärung des Helden zu einem heroischen Phantasma bis hin zur bitteren, ‚postheroischen’ Ernüchterung. Ausgewiesene Experten aus dem In- und Ausland nehmen in ihren Referaten diese Umbruchsphase aus literaturwissenschaftlicher Perspektive genauer in den Blick und erörtern an ausgesuchten Texten des Realismus die verschiedenen Formen des Heroismus.
Der Workshop wird finanziert von der Mittelbauvereinigung der Uni Bern (MVUB).


Programm

Freitag, 9. Juli 2010

8.45 – 9.00 Begrüssung
9.00 – 9.50 Michael Gamper, Zürich:
Ausstrahlung und Einbildung. Der „große Mann“ im 19. Jahrhundert
9.50 – 10.40 Rémy Charbon, Genf:
Helden aus dem Volk in der Schweizer Literatur des 19. Jahrhunderts

Pause

11.10 – 12.00 Jesko Reiling, Bern:
„da steh‘ ich wie ein Pflänzchen“: Zu Berthold Auerbachs Andree Hofer


13.30 – 14.20 Timm Reimers, Berlin:
Gracchen und Scipionen: Heldentypen der Römischen Republik im
deutschen Drama des 19. Jahrhunderts
14.20 – 15.10 Marianne Derron, Bern:
Ritter und andere Helden: existentielle aventiuren bei Jeremias Gotthelf

Pause

15.40 – 16.30 Anett Lütteken, Bern:
Zwischen Venusberg und Walhall: Richard Wagners problematische Helden
16.30 – 17.20 Bettina Plett, Köln:
Auf welchem Boden wächst Heroismus? Aspekte einer mentalitätsgeschichtlichen Dreifelderwirtschaft



Samstag, 10. Juli 2010

8.45 – 9.35 Christian Stadler, Bern:
Das ökonomische Heldenkonzept: Der Aufstieg des ‚homo oeconomicus’ im frühen Realismus
9.35 – 10.25 Carsten Rohde, Karlsruhe:
Fontane und der „Knacks“

Pause
10.55 – 11.45 Christian von Zimmermann, Bern:
Vom Scheitern. Untergehende Helden bei Theodor Storm,
Conrad Ferdinand Meyer und Stefan Zweig
11.45 – 12.35 Roman Lach, Berlin:
Von Walter Scotts „liebenswürdigen Nullen“ (1823) zu Friedrich Spielhagens „Held im Roman“ (1874) – die problematische Mitte des Realismus

ca. 13.30 Abreise nach Solothurn / Führung durchs Kabinett für sentimentale Trivialliteratur
Ende ca. 16.00 (in Solothurn)



Gäste sind herzlich willkommen, die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen bei den Veranstaltern, Dr. Jesko Reiling (Institut für Germanistik der Uni Bern) und PD Dr. Carsten Rohde (Institut für Literatur¬wissen¬schaft des Karlsruher Institut für Technologie): jesko.reiling@germ.unibe.ch oder rohde@kit.edu

Der Workshop wird finanziert durch die Mittelbauvereinigung der Universität Bern (MVUB).
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBern (CH)
Beginn09.07.2010
Ende10.07.2010
PersonName: Dr. Jesko Reiling 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: jesko.reiling@germ.unibe.ch 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik der Universität Bern 
Strasse/Postfach: Länggass-Str. 49 
Postleitzahl: CH-3000 
Stadt: Bern 9 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Motiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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