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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Autoritäre Sprache und Widerstände im 20. Jahrhundert"
RessourcentypCall for Papers
TitelAutoritäre Sprache und Widerstände im 20. Jahrhundert
BeschreibungBeitragsaufruf für die 6. Nummer der E-Zeitschrift Text und Kontext (Université de Bourgogne)


Autoritäre Sprache und Widerstände im 20. Jahrhundert


Die 6. Nummer der E-Zeitschrift Text und Kontext der Forschungsstätte EA 4182 (Centre Interlangues, TIL, Université de Bourgogne) wird dem Sprachtypus gewidmet, den totalitäre oder im weiteren Sinne autoritäre Regime hervorbringen oder aufzwingen oder den eine zentrale Macht ihren Kolonien, ihren Regionen oder ihren Randgebieten aufdrängt.
Der zeitliche Rahmen ist das XX. Jahrhundert ohne geographische Einschränkung. Die Sprache wird als politisches Werkzeug im Dienste der Macht angesehen; Anwendung, Rhetorik und Formen der mit der offiziellen Sprache verbundenen Propaganda, der Manipulierung, der Zensur und Selbstzensur sollen in Betracht gezogen werden.
Lassen diese autoritären Regime nicht gleichzeitig - als Begleiterscheinung der autoritären Sprache - Formen des Widerstands entstehen? Analysiert wurde diese Verbindung zwischen Unterdrückern und Widerständlern in Deutschland, Italien und Frankreich, was zur Feststellung führte, dass „die Widerstandserscheinungen und die Unterdrückungs- und Besatzungsregime in Europa während des zweiten Weltkrieges zur selben Welt gehören“ , da sie aus derselben Kultur, demselben staatlichen Rahmen, derselben Gesellschaft, derselben geostrategischen Sphäre stammen. In der Folge kann man sich für die Freiräume interessieren, die die Formen des Widerstands im autoritären Umfeld schaffen, für ihre Dynamik, für die Bedingungen, die es ermöglichen, sich dem Zugriff des Autoritarismus zu entziehen (Exil, künstlerisches Schaffen, subversive Formen der Sprache, Betonung der individuellen oder regionalen Geschichte gegen die offizielle Geschichte…).

Ein Kapitel der Zeitschrift befasst sich mit den Aspekten der Propaganda und/oder des Widerstands, die das künstlerische Schaffen (Literatur, Malerei, Kino…) prägen. Dies sollte man zum Anlass nehmen, um sich Fragen zu stellen über die Demokratie (oder deren Fehlen), die den verschiedenen Kunstformen innewohnt, über das Verhältnis, das sich zwischen Autor (der Autorität) und Leser, bzw. Zuschauer entwickelt, über die Art von Zustimmung, die der Autor beansprucht, über das Maß an Freiheit oder die Widerstandsmöglichkeiten, über die der Leser verfügt. In Bezug auf die Gattung des Romans könnte man etwa von Nelly Wolfs Arbeiten (Le roman de la démocratie, 2003) ausgehen, die das Verhältnis zwischen Literatur und Politik analysieren. Nelly Wolf prägte Ausdrücke wie „der Roman als Vertrag“ oder „der Roman als Demokratie“, denn sie entdeckt eine Analogie zwischen der Gattung des Romans und den Grundlagen der modernen Demokratien.

Eine solche Analyse erlaubt, Kunstformen, die in einer demokratischen Epoche entstehen, als Formen der autoritären Sprache anzusehen, während Kunstformen, die in einem autoritären Rahmen entstanden und den Zwängen der Zensur unterworfen sind, eine innere Demokratie und folglich eine Form des Widerstands schaffen können.

Die Beitragsvorschläge (Ein Resümee von einer Seite mit höchstens fünf bibliographischen Referenzen) sollen bis zum 1. Oktober 2010 an folgende Anschrift geschickt werden:

revuetil@u-bourgogne.fr

Die Texte dürfen nicht anderweitig veröffentlicht sein.
Akzeptierte Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch.

Zusagetermin: 15. November 2011
Zusendung der Beiträge: 15. Februar 2011
Gutachtensbescheid: 15. Mai 2011
Termin für die Zusendung der korrigierten Beiträge: 1. Juli 2011
Veröffentlichungsdatum der Zeitschrift: November 2011

Die Zusage ist unverbindlich, der endgültige Entschluss zur Veröffentlichung hängt von der anonymen Begutachtung der am 15. Februar eingereichten Artikel ab.

Für weitere Auskünfte:

jean-luc.gerrer@u-bourgogne.fr
melanie.joseph-vilain@u-bourgogne.fr
catherine.orsini-saillet@u-bourgogne;fr

Web: http://revuesshs.u-bourgogne.fr/textes&contextes

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://revuesshs.u-bourgogne.fr/textes&contextes
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss01.10.2010
PersonName: Dr. habil. Jean-Luc Gerrer 
Funktion: Maître de Conférences 
E-Mail: jean-luc.gerrer@u-bourgogne.fr 
KontaktdatenName/Institution: Université de Bourgogne 
Strasse/Postfach: 2 boulevard Gabriel 
Postleitzahl: F-21000 
Stadt: Dijon 
E-Mail: jean-luc.gerrer@u-bourgogne.fr 
Internetadresse: http://www.u-bourgogne.fr 
LandFrankreich
BenutzerführungFranzösisch
SchlüsselbegriffeSprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.10.00 Sprache im 20. Jahrhundert. Gegenwartssprache; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989)
Ediert von  H-Germanistik
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