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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "(Un) sichtbare Kolonialstädte "
RessourcentypCall for Papers
Titel(Un) sichtbare Kolonialstädte
Beschreibung(UN)SICHTBARE KOLONIALSTÄDTE :
Macht -und Widerstandsstrategien vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.

Internationale und interdisziplinäre Tagung.
24. und 25. März 2011

Die Tagung findet im Rahmen des Forschungsprogramms der „MaisonInteruniversitaire des Sciences de l’Homme – Alsace“ (MISHA) „Unsichtbare Städte: Texturen der Modernität und neue Geographien der Identität“ statt:
http://villesinvisibles.misha.fr

Partner : „département d’architecture“ des Nationalen Instituts für Angewandte Wissenschaften (INSA Strasbourg), Sozialwissenschaftliches Forschungszentrum « Kultur und Gesellschaften in Europa » (FRE 3229) und Forschungsgruppe « Mémoires et frontières »
(Germanistik, EA 1341) der Universität Strassburg.

Call for papers

Ziel der Tagung ist es, die Beziehungen zwischen Kolonisierungs- und Urbanisierungsprozessen anhand der Begriffe Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit zu untersuchen.

Jedwede Kolonisierung setzt die Etablierung von Machtverhältnissen voraus und damit zugleich auf eine je nach den konkreten Umständen mehr oder weniger gewaltsame und radikale Art das Ersetzen einer Ordnung durch eine andere. Wir wollen nicht nur die Praktiken der Urbanisierung studieren, die sich nicht selten durch Formen der Macht, der Blindheit, des Unverständnisses gegenüber einem spezifischen urbanen Raum kennzeichnen, sondern auch die Widerstände gegen diese Macht und deren kulturelle (Praktiken,Ereignisse…) und objektale (räumliche, architektonische…) Äußerungen untersuchen.

1. „Schichten-Städte“: Räumliche und zeitliche Überlagerungen.

Die sichtbare Stadt kann als eine Oberfläche betrachtet werden, die auf unterschiedlichen zeitlich und kulturell geprägten „Schichten“ beruht. Sie ist nicht einheitlich zu einem gegebenen Zeitpunkt, nie mit sich selbst „synchron“. Die Identität einer Stadt liegt in ihrer Tiefe, in dem Diachronismus, der sich in den historischen, wirklichen, imaginären oder symbolischen Schichten äußert, die den Orten zugrunde liegen. Die Kolonisierungsprozesse verleugnen oft gerade das Vorhandensein unsichtbarer Schichten unterhalb oder innerhalb der sichtbaren Stadt: Die Kolonialstadt wird auf einem vorher schon besetzten Ort (oder in der Nähe desselben) gebaut und spricht ihm dabei jede Dichte, historische Tiefe und soziale Vielfalt ab.

2. Die Frage nach der kolonialen Mimesis

Der Aufbau einer Kolonialstadt zielt meist durch eine Art „urbane Mimesis“ auf die vervielfältigende Nachbildung der Metropolen des Mutterlandes. Diese urbanisierende Kolonisation wirft die Frage der Nachbildung auf, die selbst mit der Idee von Vorbild und Kopie, Authentizität und Nachahmung verbunden ist. Diese ambivalente Fragestellung und die Frage nach den Grenzen jeder architektonischen Wieder-gabe werden untersucht. Die im sogenannten „third space“ eingenistete Unsichtbarkeit rührt dann von der mehr oder weniger wahrnehmbaren Verschiebung zwischen Original und Kopie her.

3. Die Kolonialstadt als Labor für neue Ideen und utopische Projektion

Die Kolonial- und/oder kolonialisierte Stadt kann auch als eine utopische Projektion betrachtet werden, die sich im Traum der idealen Stadt verfängt: Die Vorstellungen vom urbanen Raum überlagern sich dann mit der Erprobung von sozialen Modellen. Die „Pionierzonen“ versuchen zum Beispiel jeden Begriff von Grenze immer weiter zurückzudrängen und setzten die Eroberung eines als neu und unberührt betrachteten Raums voraus. Die Erdstriche, die man sich zueigen zu machen versucht, dienen als Projektionsfläche für imaginierte / imaginäre Städte, deren Verwirklichung jede vorhandene Realität verwischen soll. Die Unsichtbarkeit des verloren gegangenen Raums überlagert sich mit der Unsichtbarkeit der kommenden Stadt, die manchmal nur im Traum der Bauherren ihre Verwirklichung findet. Während einige Städte es schaffen, sich zu strukturieren und zu währen, vegetieren andere, und andere noch neigen sogar dazu, „Geister-Städte“ zu werden, wie sie im amerikanischen Western auftauchen können.

4. Widerstandsstrategien

In allen Fällen versucht die Kolonisierung das Vorhandene zu verändern, zu umfassen, neu zu gestalten, damit es der von den Kolonisten bestimmten Ordnung entspricht. Durch die Verschmelzung oder Überdeckung, ja Tarnung der einheimischen Bevölkerung erzeugt sie Unsichtbarkeit in der Stadt. Untersucht werden die Macht- und Widerstandsverhältnisse zwischen Kolonialisten und Einheimischen, sowie der Platz, der den Einheimischen innerhalb des physischen, geographischen und sozialen Raums eingeräumt wird: in der Peripherie, in den Zwischenräumen, außerhalb der Stadtgrenzen? Untersucht werden auch die
unterschiedlichen Formen der Widerstände, die die Einheimischen den Kolonialmächten entgegenbrachten.

Die Beiträge können sich auf verschiedene Gebiete beziehen: Urbanistik, Architektur, Literatur, Film, Malerei, Comics…

Offizielle Tagungssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch, vorzugsweise Französisch (auch für die schriftlichen Aufsätze).

Die Tagungsgebühr beträgt 50 €. Studierende und Doktorand/innen zahlen eine ermäßigte Gebühr von 20 €.

Abstracts sind bis zum 1/9/2010 per E-Mail einzureichen an: citescoloniales@misha.fr

Beiträge (Max. 40.000 Zeichen) sind für die Publikation bis zum 30/4/2011 per Post einzureichen an:
Aurélie Choné – Programme « Villes invisibles »
Maison Interuniversitaire des Sciences de l’Homme - Alsace (MISHA)
5 allée du Général Rouvillois - CS 50008 - 67083 Strasbourg cedex
sowie per E-Mail an : citescoloniales@misha.fr

Ansprechpartner / wissenschaftliche Leitung :
Aurélie Choné, Mcf Germanistik, Leiterin des MISHA-Forschungsprogramms „Unsichtbare Städte: Texturen der Modernität und neue Geographien der Identität“, Forschungsgruppe « Mémoires et frontières » (EA 1341) : achone@unistra.fr

Karine Dupré, Mcf Architektur, Leiterin des « département Architecture » INSA Straßburg : karine.dupre@insa-strasbourg.fr

Laurence Granchamp Florentino, Mcf Soziologie, Sozialwissenschaftliches Forschungszentrum « Kultur und Gesellschaften in Europa » (FRE 3229) : laurence.granchamp@misha.fr

Catherine Repussard, Mcf Germanistik, Forschungsgruppe « Mémoires et frontières » (EA 1341) : repussardcatherine@wanadoo.fr

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortStrasbourg
Bewerbungsschluss01.09.2010
Beginn24.03.2011
Ende25.03.2011
PersonName: Choné, Aurélie [Dr.] 
Funktion: Koordinator 
E-Mail: citescoloniales@misha.fr 
KontaktdatenName/Institution: Maison Interuniversitaire des Sciences de l'Homme - Alsace (MISHA)  
Strasse/Postfach: 5 allée du Général Rouvillois  
Postleitzahl: CS 50008 - 67083  
Stadt: Strasbourg  
Telefon:  0033 (0)3 68 85 61 52  
E-Mail: citescoloniales@misha.fr 
Internetadresse: http://villesinvisibles.misha.fr 
LandFrankreich
BenutzerführungFranzösisch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/14552

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