VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Sammelband: Rationalität und Formen des Irrationalen im deutschen Sprachraum vom Mittelalter zur Gegenwart "
RessourcentypCall for Papers
TitelSammelband: Rationalität und Formen des Irrationalen im deutschen Sprachraum vom Mittelalter zur Gegenwart
BeschreibungSammelband: Rationalität und Formen des Irrationalen im deutschen Sprachraum vom Mittelalter zur Gegenwart



Gemeinhin wird Rationalität mit Vernunft gleichgesetzt, oder als ein
vernunftgeleitetes Verhalten definiert. Semantisch vermehrt sich der Begriff aber auch mit
den Ideen von „richtig“ und „wirklichkeitssinnig“ und gilt als Bewertungskriterium einer
bestimmten Bedingung oder Handlung, welche sowohl das Plausibilitäts- als auch das
Wahrscheinlichkeitsmuster zufrieden stellt.

Die Unterscheidung von Rationalem und Irrationalem, d.h. die Zuordnung eines
Phänomens zu einem der beiden Begriffe, schließt die gleichzeitige Zuordnung zum anderen
anscheinend aus. Der Bedeutungsgehalt beider Begriffe muss jedoch verallgemeinerbar sein,
um als taugliche wissenschaftliche Kategorien fungieren zu können. Daraus folgt nun aber,
dass das Rationale das Irrationale prinzipiell kontaminiert, wenn es als wissenschaftliche
Kategorie brauchbar sein soll, mehr noch, wenn von ihm überhaupt eine sinnvolle Rede
möglich sein soll. Die wissenschaftliche Kategorie des Irrationalen ist fest in der Rationalität
verwurzelt.

Wenn man hingegen von Irrationalität als wissenschaftlichem Begriff spricht, kann
man sich seinerseits nicht auf eine rationale Regel berufen, da die Unterscheidung zwischen
rational und irrational noch nicht besteht. Der Akt der Unterscheidung zwischen Rationalem
und Irrationalem ist folglich nicht-rational oder in diesem Sinn ir-rational. Das Rationale ist
dem Irrationalen mit in die Wiege gelegt.

Was wir unter Rationalität und Irrationalität verstehen, kann sich nur in genuin
dialektischer Perspektive zeigen. Die beiden Begriffe sind nicht nur als äußere Negation
aufeinander bezogen, sondern bedingen sich je auch intern. Die scheinbar monolithische
Vernunft verliert mithin ihren Status als absolutes Bezugssystem und enthüllt sich nunmehr
als offene Pluralität, die sich aus ihren kontingenten und irrationalen Entstehens- und
Seinsbedingungen ergibt.

Die Analyse der kontingenten Existenzbedingungen impliziert, dass eine Vielfalt von
Epochen in den Blick genommen werden muss, sodass sich neben den Erkenntnissen der
Einzelfallanalysen ein - sei es auch noch so unvollständiges - Gesamtbild der geschichtlichen
Entwicklung der (Ir)Rationalitätsproblematik in seinen Kontinuitäten, ebenso wie in seinen
Brüchen herauskristallisieren sollte.

Dieser Band macht es sich also zur Aufgabe zu einer Verständigung über die
Entstehung, Bedeutung und Wirkung der verschiedenen Diskurse des Irrationalen in einer
großen Bandbreite von Texten des deutschen Sprachraums beizutragen und deren rationale
Implikationen aufzuzeigen; oder gerade umgekehrt das vermeintlich Rationale in seiner
irrationalen Verfasstheit aufzusuchen.

Wo verläuft die Grenze zwischen Rationalität und Irrationalität? Wie lassen sich Sinn
und Irrsinn, Vernunft und Unvernunft, Realität und Traum von einander scheiden? Das sind
die Fragen, der die vorliegende Untersuchung nachzugehen verspricht.
Der notwendigen Multiperspektivität, die sich aus der vorgängigen Analyse des
Begriffspaars rational/irrational ergibt, entspricht die Interdisziplinarität des gewählten
Ansatzes, die sich in der Auswahl der berücksichtigten Beiträge aus den Teildisziplinen
Ideengeschichte, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft zeigt.

Das Projekt „Rationalität und Formen des Irrationalen im deutschen Sprachraum”, zu
dem Geisteswissenschaftler aller Disziplinen eingeladen werden, wird von den Doktoranden
der Équipe d’Accueil Mondes Germaniques (EA 1341) der Universität Straßburg koordiniert
und zielt auf die Veröffentlichung eines Sammelbandes. Bei Interesse senden Sie bitte ein
Abstract (1 Seite) und einen kurzen Lebenslauf bis zum 15.06.2010 an folgende Email-
Adresse: ratio.strasbourg@gmail.com.

Wir werden Ihnen die Entscheidung über die ausgewählten Arbeiten bis zum 30. Juli
mitteilen. Sollte Ihr Abstract Berücksichtigung finden, wird der vollständige Aufsatz (12-15
Seiten) bis zum 30.11.2010 erwartet.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.06.2010
PersonName: Gabriela Antunes, Stephan Lauf, Noémi Pineau 
E-Mail: ratio.strasbourg@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Gabriela Antunes, Stephan Lauf, Noémi Pineau 
Strasse/Postfach: 22 rue René Descartes 
Postleitzahl: 67000 
Stadt: Straßburg 
E-Mail: ratio.strasbourg@gmail.com 
LandFrankreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/14316

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 27.05.2010 | Impressum | Intern