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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Die Mumins, Narnia und Der Herr der Ringe. Tove Janssons Beitrag zur kinderliterarischen Mythen-Translation "
RessourcentypCall for Papers
TitelDie Mumins, Narnia und Der Herr der Ringe. Tove Janssons Beitrag zur kinderliterarischen Mythen-Translation
BeschreibungDie Mumins, Narnia und Der Herr der Ringe
Tove Janssons Beitrag zur kinderliterarischen Mythen-Translation

2011 jährt sich zum zehnten Mal der Todestag von Tove Jansson (1914-2001), einer der bedeutendsten Kinderbuchautorinnen des 20. Jahrhunderts. Als Angehörige der Schwedisch sprechenden Minderheit in Finnland gehört sie zum Kreis jener Kinderbuchschaffenden, die durch besondere Originalität akzentuierte Figuren in der Vielfalt der Kindheitsbilder dieses Jahrhunderts kreiert haben, das von der schwedischen Pädagogin Ellen Key als das „Jahrhundert des Kindes“ bezeichnet wurde. Wenngleich Tove Janssons Mumin-Bücher (ab 1945) in der Bekanntheit vielleicht von einigen anderen Figuren übertroffen werden, hat sie mit ihren phantastischen Romanen doch eine Gattung sehr nachhaltig mitgeprägt, mit der sich die Kinderliteratur eine souveräne Position im allgemeinen literarischen Geschehen errungen hat. Vielleicht nicht so berühmt wie Die Chroniken von Narnia (ab 1950) des englischen Autors C.S. Lewis (1898-1963) oder der Herr der Ringe (ab 1954) seines Kollegen J.R.R. Tolkien (1892-1973), die durch Verfilmungen und nicht zuletzt auch durch Merchandising jenseits des Literarischen ein Massenpublikum erreicht haben, sind Tove Janssons Mumin-Bücher dennoch durch ihr Spiel mit Elementen der nordischen Sagen- und Mythenwelt als Vorläufer wegbereitend für einen entscheidenden Paradigmenwechsel in der Kinder- und Jugendliteratur geworden.

Den drei genannten Werken oder eigentlich Werkfolgen ist zum einen
• die Verbreitung um die Mitte der 1950er Jahre mit Nachwirken in die folgenden Jahrzehnte gemeinsam,
• dann auch der Umstand, dass sie indirekt, jedoch mit unübersehbarer Deutlichkeit die Traumatisierungen des Krieges ansprechen
• und schließlich die Erscheinungsform in einer Folge von einzelnen Bänden, also eine Tendenz zur großepischen Form – Mumins 9 Bände, Narnia 7 Bände und Herr der Ringe 6 Bände.

Schon allein diese außerordentliche Quantität zumal im Bereich der Kinderliteratur verleiht den Werken a priori ein besonderes Gewicht, begleitet von einer Fülle von Motivkonstellationen und Motiventlehnungen sowie einem enormen Figurenreichtum, vor dem sich die ganze Vielfalt einerseits der Fantasy-Literatur und andrerseits der phantastischen Erzählungen dieser und der folgenden Jahre in einer unvergleichlichen Breitenwirkung mit oft wohl originellen, oft aber auch epigonalen Zügen abzeichnet. Insgesamt entwickelt sich dabei ein neues Genealogie-Modell der Kinder- und Jugendliteratur, das über die literarische Wirkung weit hinaus geht und die Denkweise der heranwachsenden Generationen sehr maßgeblich bestimmt.
Das Symposion, das im Zusammenwirken mit einer Tove Jansson-Ausstellung der Finnischen Botschaft im November 2010 in Wien abgehalten wird, möchte den hier skizzierten Zusam-menhängen in einer Reihe von Vorträgen nachgehen, die durchaus den fachspezifischen Horizont des kinderliterarischen Diskurses erweitern sollen.

Zeit: 29./30. November 2010

Ort: Büchereien Wien, Hauptbücherei; Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Zum einen sind die mit Bedacht getrennt genannten Gattungen der phantastischen Erzählung und des Fantasy-Romans im größeren Umfeld des deutschen Sprachraums zu behandeln, zum anderen aber auch über die Grenzen eines rein literaturwissenschaftlichen Diskurses, wenngleich dieser mit Einschluss mediävistischer Perspektiven die Basis sein soll. In diesem Sinn ist auch der Begriff der Translation zu verstehen, der sich im Zusammenhang mit der vorlie-genden Materie sowohl auf die Vermittlung von Sage und Mythos in der Kinder- und Jugendliteratur als auch auf die daraus entstehenden kulturellen Folgewirkungen im Verständnis zwi-schen den Generationen bezieht. Die Referate bzw. Ergebnisse der Tagung sollen in einem Band der Schriftenreihe der ÖG-KJLF veröffentlicht werden.

Wir freuen uns auf Vorschläge insbesondere aus den Bereichen Germanistik und Mediävistik, Anglistik, Skandinavistik und Finnougristik. Einige Schwerpunkte der Tagung werden sein: Unterschied zwischen Fantasy und phantastischer Erzählung – Zusammenhänge mit Mythos und Sage – Biographische Hintergründe zum Verständnis des Werkes – Internationale und jeweilige nationale Rezeption – Altersbezogene Rezeption – Translation als Thema der KJLF

Für die Referate sind insgesamt 30 Minuten vorgesehen, wobei die Länge des Vortrags 20 Minuten nicht überschreiten sollte, um Zeit für Diskussionen zu haben.

Wir sind bemüht, Reise- und Aufenthaltskosten zu übernehmen, können derzeit aber noch keine definitive Zusage machen.

Bitte schicken Sie ein Exposé (max. 1 A4-Seite) und einen kurzen Lebenslauf bis Ende Mai 2010 an die Adresse der ÖG-KJLF:
oegkjlf@gmx.at

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.biblio.at/oegkjlf/index.htm
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWien
Bewerbungsschluss31.05.2010
Beginn29.11.2010
Ende30.11.2010
PersonName: Seibert, Ernst [Prof. Dr.] 
Funktion: Koordinator 
E-Mail: oegkjlf@gmx.at 
KontaktdatenName/Institution: Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung, Universiät Wien 
Strasse/Postfach: Dr. Karl-Lueger-Ring 1 
Postleitzahl: 1010 
Stadt: Wien 
Telefon: +431 4277-42137 
Internetadresse: http://www.biblio.at/oegkjlf/index.htm 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMotiv- u. Stoffgeschichte
Zusätzliches SuchwortKinder- und Jugendliteraturforschung
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.07 Kinder- und Jugendliteratur
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/13977

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