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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Übersetzung antiker Literatur. Funktionen und Konzeptionen seit 1800"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelÜbersetzung antiker Literatur. Funktionen und Konzeptionen seit 1800
BeschreibungÜbersetzung antiker Literatur
Funktionen und Konzeptionen seit 1800

Tagung vom 19. bis 21. April 2007

Humboldt-Universität zu Berlin
Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“


Übersetzung stellt einen vielschichtigen Prozess dar, der sowohl Sprache und Kultur des Übersetzenden als auch die Wahrnehmung von Sprache und Kultur des Übersetzten unweigerlich transformiert. Die Diskussion, ob literarische Texte in Hinsicht auf ihre individuelle Form und ihren kulturell fremden Gehalt angemessen übersetzt werden können und worin diese Angemessenheit überhaupt bestehen kann und soll, erhielt in Deutschland um 1800 eine neue Intensität und Qualität. Neben Übersetzungen der Bibel und Shakespeares wurde vor allem die Beschäftigung mit antiken Autoren Auslöser der Übersetzungsreflexion.

Viele der bereits damals thematisierten Momente sind seither immer wieder aufgegriffen worden, oft genug in partieller oder nur oberflächlicher Kenntnis jener theoretischen Ansätze. Diese unterlagen also ihrerseits einer selektiven Aneignung und gedanklichen Transformation bis zur Gegenwart. Die Untersuchung der in der Klassischen Philologie und ihrem Umfeld seither entwickelten Übersetzungstheorien erfordert es daher, nach übergreifenden Konzeptionen und Funktionen des Übersetzens zu fragen, um in systematischem Zugriff verschiedene Theoreme miteinander in Beziehung setzen zu können.

Die Tagung widmet sich vier Konzeptionen des Übersetzens, die anhand ausgewählter historischer und vergleichender Aspekte behandelt werden sollen: (1) Übersetzen als hermeneutisches Problem, (2) Übersetzen als Vermittlung, (3) Übersetzen als Suche nach der äquivalenten Form, (4) Übersetzen als schöpferischer Prozess.

Gegenüber der vorherrschenden dualen Betrachtungsweise, die sich an polaren Schlagwörtern wie „frei / treu“, „verfremdend / einbürgernd“ u. ä. orientiert, hat dieser Zugriff den Vorteil, dass sich verschiedene Konzeptionen und Funktionen nicht vorweg ausschließen müssen, sondern in unterschiedlichen Gewichtungen auch zusammen auftreten können und so eine differenziertere Bestimmung des komplexen Vorgangs der Übersetzung ermöglichen.


Programm

Donnerstag, 19. April 2007
Pergamon-Museum, Großer Vortragssaal (hinter dem Pergamonaltar, Zugang durch das Museum, Eintritt frei)
Am Kupfergraben, 10117 Berlin

19.00 Uhr
Eröffnungsvortrag
Friedmar Apel (Bielefeld):
Virtuose in der historischen Form. Philologie und Übersetzung bei Friedrich Schlegel


Freitag, 20. April 2007
Humboldt-Universität zu Berlin, Seminargebäude am Hegelplatz (hinter dem Universitäts-Hauptgebäude)
Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin
Haus 1 Raum 201

Übersetzen als hermeneutisches Problem
9.30 Uhr
Einführung

9.45 Uhr
Jörg Jantzen (München):
„... daß ich nämlich sterben will, wenn der Platon vollendet ist“. Schleiermachers Platon-Übersetzung im Kontext von Philologie und Philosophie

10.45 Uhr
Rüdiger Bubner (Heidelberg):
Hermeneutische Bemerkungen zur Aristotelischen Poetik

11.45 Uhr
Kaffeepause

Übersetzen als Vermittlung
12.00 Uhr
Einführung

12.15 Uhr
Josefine Kitzbichler (Berlin):
Für wen übersetzen? Beobachtungen in Übersetzungsvorreden

13.15 Uhr
Mittagspause

14.30 Uhr
Manuel Baumbach (Zürich):
Wielands Lukianübersetzung: ein Hippokentaur zwischen Ziel- und Ursprungssprache

15.30 Uhr
Norbert Bachleitner (Wien):
Der deutsche Übersetzungsbetrieb des 19. Jahrhunderts aus soziologischer Sicht

16.30 Uhr
Kaffeepause

Übersetzen als Suche nach der äquivalenten Form
17.00 Uhr
Einführung

17.15 Uhr
Katja Lubitz (Berlin):
Historismus und Epigonalität. Das Übersetzungskonzept Ulrich von Wilamowitz-Moellendorffs

18.15 Uhr
Gesa Horstmann (Berlin):
Shakespeare als deutscher Klassiker – die deutschen Übersetzungen von Shakespeares Sonetten zwischen institutioneller Monumentalisierung, nationaler Identitätsfindung und privatem Lesevergnügen


Sonnabend, 21. April 2007
Humboldt-Universität zu Berlin, Seminargebäude am Hegelplatz (hinter dem Universitäts-Hauptgebäude)
Dorotheenstraße 24, 10117 Berlin
Haus 1 Raum 201

Übersetzen als schöpferischer Prozess
9.30 Uhr
Einführung

9.45 Uhr
Ernst August Schmidt (Tübingen):
Rudolf Borchardt als Übersetzer. Programm und Praxis seiner Übersetzungen im Horizont seines Konzepts einer „schöpferischen Restauration“

10.45 Uhr
Kaffeepause

11.00 Uhr
Nina Mindt (Berlin):
Einfühlung, Ton, Takt, Geschmack. Nicht-objektivierbare Größen in Übersetzungsreflexionen

12.00 Uhr
Thomas Poiss (Berlin):
Hölderlins Pindar-Übersetzung. Voraussetzungen und Konsequenzen


Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“
Teilprojekt B7 „Übersetzung der Antike“
Projektleiter:
Prof. Dr. Wolfgang Rösler
Prof. Dr. Ulrich Schmitzer

Verantwortlich:
Martin Harbsmeier Josefine Kitzbichler Katja Lubitz Nina Mindt Thomas Poiss

Sitz:
Invalidenstraße 110
D-10115 Berlin
Tel.: +49(0)30-2093-7499

Postadresse:
Unter den Linden 6
D-10099 Berlin

www.sfb-antike.de

Um Anmeldung wird gebeten: ninamindt@aol.com

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
VeranstaltungsortBerlin
Beginn19.04.2007
Ende21.04.2007
PersonName: Mindt, Nina 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: ninamindt@aol.com 
KontaktdatenName/Institution: Humboldt-Universität zu Berlin, Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“ 
Strasse/Postfach: Unter den Linden 6 
Postleitzahl: 10099 
Stadt: Berlin 
Telefon: +49(0)30-20937499 
E-Mail: ninamindt@aol.com 
Internetadresse: http://www.sfb-antike.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.11.00 Übersetzung; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.05.00 Antike und abendländische Literatur
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/1391

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