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Ergebnisanzeige "Humanistische und vernakulare Kulturen der ‚aemulatio‘ in Text und Bild"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelHumanistische und vernakulare Kulturen der ‚aemulatio‘ in Text und Bild
BeschreibungHumanistische und vernakulare Kulturen der ‚aemulatio‘ in Text und Bild
München, 15.-17. April 2010

Internationale Tagung des Sonderforschungsbereichs 573 an der LMU München

Veranstalter:

Sonderforschungsbereich 573
‚Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit‘
Ludwig-Maximilians-Universität München
Projekt A3: ‚Auctoritas‘ und ‚imitatio veterum‘ (Jan-Dirk Müller)
Projekt B2 Formen und Funktionen des Bildes in der Frühen Neuzeit – ‚novità‘: Verwandlung des Alten – Hervorbringung des Neuen (Frank Büttner / Ulrich Pfisterer)

Kontakt:

Uta Liebl
Sonderforschungsbereich 573
Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
089/2180-1389
sfb.frueheneuzeit@lrz.uni-muenchen.de
http://www.sfb-frueheneuzeit.uni-muenchen.de/

Tagungsort:

Center for Advanced Studies, LMU München
Seestraße 13
80802 München

Exposé:

‚Aemulatio‘ – das Prinzip ‚wettstreitender Auseinandersetzung’ – stellt nicht allein ein humanistisches Projekt dar, sondern findet in der Frühen Neuzeit in ganz unterschiedlichen Bereichen von Kultur seine Anwendung. Die interdisziplinäre Tagung zu den "Kulturen der ‚aemulatio‘" will vor diesem Hintergrund die zentrale Rolle und das Spektrum aemulativer Auseinandersetzungen im Zeitraum von ca. 1450 bis 1620 möglichst umfassend untersuchen. Es sollen insbesondere Aspekte in den Blick genommen werden, die über den ‚humanistischen Kernbereich’ lateinischer Textproduktion und über die Paragone-Diskussion in den Bildkünsten hinausgehen. Untersucht werden sollen aemulative Verfahren in Text und Bild, die abseits expliziter Ordnungsprogramme das Eigengewicht und die Überlegenheit des jeweiligen Gegenstands in Auseinandersetzung mit den Alten (deutsches, lateinisches und griechisches Altertum) und den Zeitgenossen (europäischer Renaissance-Humanismus) zu profilieren suchen: Welchen Stellenwert hat ‚aemulatio‘ in verschiedenen produktions- und rezeptionsästhetischen Diskursen? Worin unterscheiden sich Theorie und Pragmatik der ‚aemulatio‘? Was passiert, wenn der Wettstreit nicht innerhalb von Medien, Sprachen, Gattungen, Stilen sowie geographischen Bereichen stattfindet, sondern diese Grenzen überschreitet? Hierbei soll der Frage, wie sich humanistische und vernakulare Kulturen ausdifferenzieren, besondere Aufmerksamkeit zukommen. Welche ergänzenden Formen subversiver ‚aemulatio’ existieren und wie werden sie eingesetzt? Inwiefern erweisen sich aemulative Verfahrensweisen als anschlussfähig, indem sie selbst wieder Gegenstand einer neuen ‚aemulatio‘ werden? Alle diese Überlegungen tragen schließlich dazu bei, die Frage nach unterschiedlichen Konzepten von Fortschritt und Formen des Neuen, von Tradition und Innovation und von differierenden Möglichkeiten und Tempi dieser Prozesse in unterschiedlichen Kontexten genauer zu fassen. Die "Kulturen der ‚aemulatio‘" mögen sich gar als partielle Epochensignatur im Spannungsfeld von Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit erweisen.

Gesprächsleiter:

Tobias Döring (München), Ralph Häfner (Tübingen), Stephan Hoppe (Köln), Klaus Kipf (München), Michael Thimann (Florenz), Dirk Werle (Leipzig)



Tagungsprogramm:

Donnerstag, 15. April 2010

09:30-10:00
Einführung: Jan-Dirk Müller / Ulrich Pfisterer (München)

10:00-11:00
Anna Kathrin Bleuler (München)
‚Aemulatio modernorum‘. Deutschsprachige Humanismus-Rezeption am Heidelberger Hof zur Zeit Kurfürst Friedrichs II. (1544–1556) am Beispiel von Kaspar Scheits „Lobrede von wegen des Meyen“

Kaffeepause

11:20-12:30
Sylvia Brockstieger (Tübingen) / Jan Hon (München)
Figuren der ‚aemulatio‘ im deutschsprachigen Roman des 16. Jahrhunderts

Mittagessen

14:00-15:00
Henrike Schaffert (München)
„Nicht weniger / sondern ja gleich so wol / wo nicht hoeher“ – Der Amadisroman als stilistisch-ästhetisches Modell

15:00-16:00
Kai Bremer (Gießen)
Zum Verhältnis von Sixt Bircks deutscher Judith-Dramatisierung und Cranachs Holofernes-Gemälde im Kontext des Augsburger Reichstags 1530

Kaffeepause

16:30-17:30
Tobias Bulang (München)
Überbietungstechniken, Selbstautorisierung und Legitimationsstrategien in Text und Bild. Die Bücher des Leonhard Thurneysser zum Thurn

17:30-18:30
Jörg Robert (Würzburg)
„Duriger Albertus Coum qui vincit Apellem“ – ‚aemulatio‘ und Paragone im Umkreis Dürers

Abendessen

20:00-21:00 Abendvortrag
Klaus Krüger (FU Berlin)
Kampf ums Bild. Überbietungsästhetik und künstlerische Selbstautorisierung um 1600


Freitag, 16. April

09:30-10:30
Semjon A. Dreiling (München)
Kunst im Zeichen von Affe, Esel und Bock – Bildverfahren subversiver ‚aemulatio‘ im mythologischen Bild um 1550

10:30-11:30
Wilhelm Kühlmann (Heidelberg)
Deutsche Schwänke in lateinischer Jesuitenlyrik: zwischen Adaption, Integration und Revokation

Kaffeepause

12:00-13:00
Rebecca Zorach (Univ. of Chicago)
Triangular Passions and the ‚Aemulatio‘ of Point of View

Mittagessen

14:30-15:30
Stephen Campbell (Johns Hopkins Univ.)
Bronzino: ‚Aemulatio‘ and Love

15:30-16:30
Larry Silver (Univ. of Pennsylvania)
Hendrik Goltzius Translates the Renaissance

Kaffeepause

17:00-18:00
Fabian Jonietz (München)
„... rubando al tempo il tempo ...“ – Die Kategorie ‚labor‘ im künstlerischen Agon des Cinquecento

18:00-19:00
Nils Büttner (Stuttgart)
„Con tanta gloria contra le pretensioni di tutti li primi pittori“: Rubens im Wettstreit

Abendessen


Samstag, 17. April

09:00-10:00
Claudia Märtl (München)
‚Actio‘ und ‚aemulatio‘. Von der Wirklichkeit der Rede an der Kurie des 15. Jahrhunderts

10:00-11:00
Eric Achermann (Münster)
‚Aemulatio‘ und die frühneuzeitliche Zeremonialwissenschaft

Kaffeepause

11:30-12:30
Claudius Sittig (Osnabrück)
Adelige ‚aemulatio‘ – Turnier und Text um 1600

12:30-13:30
Martin Schmeisser (München)
‚Aemulatio‘ im Menschenwürdediskurs des Humanismus: Giannozzo Manetti und Fernán Pérez de Oliva

Ende der Tagung

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Beginn15.04.2010
Ende17.04.2010
PersonFunktion: Kontakt 
E-Mail: sfb.frueheneuzeit@lrz.uni-muenchen.de 
KontaktdatenName/Institution: Uta Liebl, Sonderforschungsbereich 573 ‚Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit‘, Ludwig-Maximilians-Universität München 
Strasse/Postfach: Geschwister-Scholl-Platz 1 
Postleitzahl: 80539  
Stadt: München 
Telefon: 089/2180-1389 
Fax: 089/2180-13558  
E-Mail: sfb.frueheneuzeit@lrz.uni-muenchen.de 
Internetadresse: http://www.sfb-frueheneuzeit.uni-muenchen.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 10.00.00 16. Jahrhundert > 10.12.00 Emblematik. Stoffe. Motive. Themen; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.11.00 Emblematik. Stoffe. Motive. Themen
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