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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Seminar "Autobiographische Zeugnisliteratur 1940-1969""
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelSeminar "Autobiographische Zeugnisliteratur 1940-1969"
BeschreibungSeminar "Autobiographische Zeugnisliteratur 1940-1969"


Entdecken und Verstehen. Bildungsarbeit mit Zeugnissen von Opfern des Nationalsozialismus
Eine Fortbildungsreihe der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"

4. Seminar in Berlin, 23./24. April 2010
Autobiographische Zeugnisliteratur 1940-1969
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur am Institut
für Germanistik der
Justus-Liebig-Universität Gießen

Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" setzt 2010 mit einer weiteren Veranstaltung die Reihe "Entdecken und Verstehen. Bildungsarbeit mit Zeugnissen von Opfern des Nationalsozialismus" fort. Die Reihe geht auf die vielfältigen Zeugnisformen der Opfer des Holocaust und der NS-Zwangsarbeit ein, die ihre Erfahrungen in Wort, Schrift, Bild, Theater und Musik dokumentierten. Ziel ist, diese Zeugnisse als Quellen der Erfahrungsgeschichte zu würdigen und didaktisch-methodische Wege aufzuzeigen, wie sie in die schulische und außerschulische Bildungsarbeit einbezogen werden können.

Das vierte Seminar in Berlin wirft einen historischen Blick auf den Entstehungszeitraum autobiographischer Zeugnisliteratur und ihre Rezeptionsgeschichte seit Beginn der 40er bis Ende der 60er Jahre. In dieser Zeit sind wir mit Texten konfrontiert, die auf keine Sprache, kein Gattungswissen zurückgreifen können, um das Unfassbare, die präzedenzlose Erfahrung auszudrücken.

Die Werke von Primo Levi, Paul Celan, Aaron Appelfeldt, Jean Amery, Louis Begley und vielen anderen Überlebenden der Lager und Ghettos haben die Erinnerung an die nationalsozialistischen Massenverbrechen, an Zwangsarbeit und Angriffskrieg geprägt. Mit der literarischen Verarbeitungen ihrer persönlichen Erfahrung widersetzten sich diese Autoren dem nationalsozialistischen Ziel, jede Form der Erinnerung an die totale Vernichtung auszulöschen.

In den Ghettos wurden in den Jahren 1940 bis 1945 im Moment des Erlebens Chroniken angelegt, Tagebücher geführt, Gedichte verfasst, die aus unterschiedlichen Perspektiven und Motiven Facetten des Alltagslebens im Ghetto festhalten. Dies sind Dokumente der Fassungslosigkeit (Saul Friedländer), des kulturellen Widerstands oder des zielstrebigen Festhaltens der Ereignisse im Sinne dokumentarischer Zeugenschaft. Und es sind letzte, persönliche Relikte der Schreibenden, die zumeist nicht überlebt haben. In den direkten Nachkriegsjahren erschien eine Vielzahl autobiographischer Berichte zumeist von Überlebenden, die als politisch Verfolgte in den Konzentrations- und Vernichtungslagern waren. Insbesondere in diesen Texten, die in erster Linie aufzuklären versuchten, wird das Ringen um die Sprache und eine adäquate, literarische Form deutlich. Die Mehrheit dieser Publikationen wurde jedoch kaum rezipiert. Erst im Kontext der großen NS-Prozesse wie dem Eichmann-Prozess in Jerusalem (1961) und dem Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main (1963-1965), die von der öffentlichen Zeugenschaft geprägt waren, rückt auch die Memoirenliteratur von Überlebenden in den Blick der Öffentlichkeit. Zudem beschäftigen sich Schriftsteller und Dichter, die nicht von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen waren oder emigrieren konnten, wie Peter Weiss in ihren Werken mit dem Prozessgeschehen.

Im Seminar werden exemplarische Texte vorgestellt sowie Methoden zu einer literaturdidaktischen Auseinandersetzung vermittelt, die sich ebenso mit der Frage beschäftigt, wie sich Erinnerung ästhetisch konstituiert.

Die Veranstaltung richtet sich bundesweit an Lehrkräfte und Lehramtsstudierende, insbesondere der Fächer Deutsch und Geschichte sowie an Gedenkstättenmitarbeiter/innen und andere außerschulische Bildungsreferenten/innen.

Bitte melden Sie sich über die Webseite http://www.bildungsarbeit-mit-zeugnissen.de an. Hier finden Sie zudem weitere Informationen zur Reihe wie zum Berliner Seminar.

Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro, mit Hotelübernachtung 30 Euro.
Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Plätze begrenzt.

Anmeldeschluss ist der 14. April 2010.

Konzeption, Organisation und Kontakt:
Dagi Knellessen
Freie Mitarbeiterin der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Tel: 030-69598247
E-Mail: knellessen@stiftung-evz.de


Programm
IV. Autobiographische Zeugnisliteratur 1940-1969
Berlin, Freitag, 23. und Samstag, 24. April 2010
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Freitag, 23. April 2010
Ab 11 Uhr
Registrierung

12.00 – 12.30 Uhr
Begrüßung Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung EVZ
Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert, Literaturwissenschaftler an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur. Honorarprofessor am Department of World Languages der Eastern Michigan University (USA)
Dagi Knellessen, freie Mitarbeiterin der Stiftung EVZ

12.30 – 13.30 Uhr
Einführungsvortrag
"Ach Gott, schon wieder KZ!" (Wolfgang Borchert) - Frühe Texte der Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Rezeption
Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert

13.30 - 15.30 Uhr
Sitzung der Arbeitsgruppen

AG 1
Bilder des Ghettolebens
Texte aus den Ghettos Litzmannstadt (Lodz) und Wilna in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit
Dr. Andrea Löw, Historikerin und Dr. Gudrun Schroeter, Literaturwissenschaftlerin, beide Editionsprojekt "Judenverfolgung 1933-1945", Institut für Zeitgeschichte München – Berlin

AG 2
Vom Unfassbaren erzählen müssen: Holocaust- und Lagerliteratur 1945-1949
Komparatistische Arbeit mit weitgehend in Vergessenheit geratenen autobiographischen Texten und ihrer Rezeption sowie Einsatzmöglichkeiten in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit.
Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert und Dr. Markus Roth, Historiker, stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Herder-Institut Marburg

AG 3
Wer zeugt für den Zeugen?
Literatur der 60er Jahre zum Holocaust im Deutschunterricht der Sekundarstufe II
Dr. Jens Birkmeyer, OstR i.H. für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Germanistischen Insitut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

15.30 - 16.00 Uhr
Kaffeepause

16.00 – 18.00 Uhr
Fortsetzung der Arbeitsgruppen

18.00 - 19.00 Uhr
Abendessen

20.00 –22.00 Uhr
Öffentliche Lesung und Gespräch
Iris Hanika liest aus „Das Eigentliche“
Gespräch mit Dr. Friederike Reents, Germanistisches Seminar, Universität Heidelberg
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin



Samstag, 24. April 2010
9.00 - 11.00 Uhr
Fortsetzung der Arbeitsgruppen

11.00 - 11.30 Uhr
Pause

11.30 - 13.00 Uhr
Berichte aus den Arbeitsgruppen & Abschlussdiskussion
Moderation: Prof. Dr. Irmela von der Lühe, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie, FU Berlin

13.00 – 14.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Ende des Seminars




Dagi Knellessen
Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Lindenstr. 20-25
10969 Berlin
030-69598247
knellessen@stiftung-evz.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Anmeldeschluss14.04.2010
Beginn23.04.2010
Ende24.04.2010
PersonName: Knellessen, Dagi 
Funktion: Freie Mitarbeiterin der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" 
E-Mail: knellessen@stiftung-evz.de 
KontaktdatenName/Institution: Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" 
Strasse/Postfach: Lindenstr. 20-25 
Postleitzahl: 10969 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030-69598247 
E-Mail: knellessen@stiftung-evz.de 
Internetadresse: www.bildungsarbeit-mit-zeugnissen.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literaturdidaktik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.17.00 Deutschunterricht. Literaturdidaktik
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/12997

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