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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Szenen des Erstkontaktes zwischen Arzt & Patient"
RessourcentypCall for Papers
TitelSzenen des Erstkontaktes zwischen Arzt & Patient
BeschreibungSzenen des Erstkontaktes zwischen Arzt & Patient


Begegnen sich Arzt und Patient zum ersten Mal, geschieht weit mehr als ein bloßer Informationsaustausch und der Abschluss eines Behandlungskontraktes. Beim Erstkontakt zwischen Arzt und Patient kommen eine Vielzahl von Faktoren zum Tragen, welche die wechselseitige Begegnung beeinflussen. Prägend für das Verhältnis beider Parteien zueinander sind dabei nicht nur die jeweils individuellen Persönlichkeitsmerkmale, sondern auch kulturelle, soziale und historische Codes, die das gegenseitige Verständnis, eine erfolgreiche Diagnose und Therapie und damit den Behandlungserfolg ebenso fördern wie unterminieren können.

Jenseits von sprachlichem Verstehen und ärztlichem Fachwissen lässt sich die Begegnung als eine Szene auffassen mit Bühne und Akteuren. Sie entspannt sich zwischen der Begrüßung und der Verabschiedung zwischen Arzt und Patient, findet in einem konkreten Raum statt. Die Körperlichkeit der Akteure, Bewegungsmuster wie Mimik, Gestik und Gangart, ihre Stimmen und Kleidung sind gleichfalls Elemente, welche die Begegnung zwischen Arzt und Patient mit definieren und für die Diagnostik wertvoll sein können.
Aspekte wie diese sind in der Medizin seit der Antike Gegenstand von kollegialen Empfehlungen, der Reflexion und auch der Idealisierung des Arztes. Durch Nachahmung des Medizinstudenten werden sie heute mancherorts gezielt in der medizinischen Ausbildung eingeübt — u.a. auch mit Simulationspatienten, d.h. in Form eines Rollenspiels, welches die Begegnung von Arzt und Patient mit Hilfe von Schauspielpatienten simuliert. Es sind diese szenischen Aspekte, die im Rahmen unseres interdisziplinären Workshops als solche in den Blick genommen werden sollen.
Medizinsoziologie und -ethik haben zur Erforschung der Rollen von Arzt und Patient ebenso wertvolle Beiträge geliefert wie Wissenschaftsgeschichte, Ethnologie, Psychologie, Kommunikations , Sprach- und Kulturwissenschaften und, was den szenischen Charakter des Erstgesprächs betrifft, allen voran die Psychoanalyse. Neben der szenographischen Analyse ist es unser Anliegen, diese interdisziplinären Perspektiven zusammen zu führen, um in der Zusammenführung unterschiedlicher Blickwinkel Möglichkeiten und Grenzen auszuloten und die Frage nach dem szenischen Charakter des Erstgesprächs für eine (selbst-)kritische Reflexion im Spannungsfeld von Theorie und Praxis fruchtbar zu machen. Erwünscht ist ein interdisziplinärer Dialog mit Beiträgen aus allen medizinischen und psychologischen Fächern aber auch aus dem Feld kulturwissenschaftlicher und historischer Forschungen. Ausgangspunkt können neben systematischen Überlegungen sowohl konkrete medizin(histor)ische Fallgeschichten als auch Szenen der Literatur und des Films sein.

Die Tagung findet am 18. und 19. Juni 2010 an der Universität Bonn statt. Wir bitten interessierte Kolleginnen und Kollegen um Beitragsvorschläge bis zum 31. März 2010 (max. 500 Wörter) per Email an folgende Adresse:
ckaiser@uni-bonn.de
Vortragsmanuskripte müssen bis zum 31. Mai eingereicht werden.

Veranstalter:
Priv.-Doz. Dr. Walter Bruchhausen, Medizinhistorisches Institut, Universitätsklinikum Bonn, Sigmund-Freud-Straße 25, 53127 Bonn
Dr. Henrike Hölzer, Simulationspatientenprogramm, AG Reformstudiengang im Trainingszentrum für ärztliche Fertigkeiten (TÄF), Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Dr. Céline Kaiser, Dilthey-Fellow der VolkswagenStiftung, Institut für Germanistik, Vgl. Literatur- und Kulturwissenschaft, Universität Bonn, Am Hof 1d, 53113 Bonn
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBonn
Bewerbungsschluss31.03.2010
Beginn18.06.2010
Ende19.06.2010
PersonName: Kaiser, Celine [Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: ckaiser@uni-bonn.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik, Vgl. Literatur- und Kulturwissenschaft, Universität Bonn 
Strasse/Postfach: Am Hof 1d 
Postleitzahl: 53113 
Stadt: Bonn 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeAngewandte Linguistik/ Sprache im Beruf (Technische Kommunikation, Sprachberatung, Schreibtraining, Gesprächstraining, Sprecherziehung, Texttechnologie, sprachbezogene Computeranwendungen, forensische Linguistik); Gesprächsanalyse / gesprochene Sprache; Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturwissenschaft; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie; Theater (Aufführungspraxis)
Zusätzliches SuchwortSzenografie
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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