VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Einheitsdenken nach der Postmoderne – Figuren von Einheit, Präsenz und Transzendenz um die Jahrtausendwende"
RessourcentypCall for Papers
TitelEinheitsdenken nach der Postmoderne – Figuren von Einheit, Präsenz und Transzendenz um die Jahrtausendwende
BeschreibungEinheitsdenken nach der Postmoderne – Figuren von Einheit, Präsenz und Transzendenz um die Jahrtausendwende

Internationaler Workshop an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 12. und 13. November 2010

Datum: 12.-13.11.2010
Organisation: PD Dr. Raoul Eshelman, Irina Hron, M.A.
Tagungssprache: Englisch und Deutsch (English version below, please scroll down)
Deadline: 15.04.2010

In den vergangenen fünfzehn Jahren hat sich in den Geistes- und Humanwissenschaften eine Situation eingestellt, die etwas wehmütig „the end of theory“ oder „after theory“ genannt wird. Formuliert ist damit, dass sich die großen (post)strukturalistischen Theorien von Lacan, Derrida, Foucault, Barthes und Deleuze allmählich erschöpfen, ohne gleichwertige Nachfolger hervorgebracht zu haben. Tonangebend im geisteswissenschaftlichen Bereich sind die „post-colonial studies“, welche bereits existierende poststrukturalistische Theorien hybridisieren, jedoch nicht das erforderliche Potential aufweisen, um wesentlich neue Positionen zu entwickeln. Abseits von diesen Hybridisierungsstrategien haben sich in den letzten Jahren einige Theorien herausgebildet, die sich durch ihre Ausrichtung auf Denkfiguren der Einheit und der Abgeschlossenheit markant vom Poststrukturalismus absetzen. Zu den Trägern des neuen Einheitsdenkens zählen die Phänomenologie von Jean-Luc Marion, die „Blasen“-Theorie von Peter Sloterdijk und die Generative Anthropologie von Eric Gans. In Abgrenzung zum Poststrukturalismus fußen diese Theorien auf Figuren der Einheit, der Identitätsstiftung, der Abgeschlossenheit (cloture) und der Präsenz.

Ziel des Workshops ist es, diese und ähnliche auf Einheit abzielende Denkansätze als Nachfolgetheorien des Poststrukturalismus zu etablieren und an die Analyse von Literatur, Film, Drama und anderen Medien um die Jahrtausendwende (1990–2010) heranzuführen.

Vorschläge für Beiträge müssen sich nicht explizit oder systematisch auf die drei genannten Theorien beziehen, sollten jedoch möglichst einen der folgenden Themenschwerpunkte reflektieren:

- Figuren der Einheit und Abgeschlossenheit: Wie kommt es zur Bildung einheitlicher, abgeschlossener Räume, Zeichen und Subjekte?
- Figuren der Präsenz: Wie wird semiotisch, räumlich und/oder zeitlich ein Gefühl der Präsenz erzeugt?
- Figuren der Transzendenz: Welche Verfahren der Grenzüberschreitung wirken nicht bloß grenzverletzend sondern grenzübersteigend? Welche höheren Wertordnungen werden auf diese Weise geschaffen?
- Figuren der Liebe: Welche Möglichkeiten der Versöhnung und der emotionalen Vereinigung eröffnen sich den Subjekten? Wie werden die spielerische Heterogenität und Oberflächlichkeit von Genderdiskursen durch einheitliche Beziehungen der Gegenseitigkeit kompensiert?
- Figuren der Fülle: Wie werden geschlossene, einheitliche Räume mit Sinn und Wert ausgefüllt? (In welcher Weise) lassen sich Saturierungs- und Überflutungseffekte beschreiben?
- Figuren der Reduktion und Verdichtung: Auf welche Weise wird Einheit durch Reduktion, Vereinfachung und Verdichtung gestiftet? Was wird dabei gewonnen, was verloren?
- Figuren des Glaubens: Wie entstehen einheitliche, feste und auf den/die Anderen gerichtete Vertrauensverhältnisse? Welche ethischen Haltungen lassen sich auf diese Weise nachzeichnen?

Die Tagung richtet sich gezielt auch an jüngere WissenschaftlerInnen (Doktorand-Innen und PostdoktorandInnen), die eine Auseinandersetzung mit innovativen Ansätzen und eine aktive Einbindung in die aktuellste Methoden- und Theoriediskussion suchen.

Der Workshop wird vom Graduate Center der Ludwig-Maximilians-Universität München gefördert. Für die Übernahme von Reisekosten ist die Beantragung von Zuschüssen möglich. Eine Publikation ausgewählter Konferenzbeiträge ist geplant.

Das Abstract (maximal 500 Wörter) ist mitsamt einem kurzen CV bis zum 15. April 2010 zu richten an: Irina.Hron@campus.lmu.de

Die BewerberInnen werden bis Mitte Mai über die Annahme ihres Abstracts informiert.

Organisatoren:
PD Dr. Raoul Eshelman: REshelman@t-online.de
Irina Hron M.A.: Irina.Hron@campus.lmu.de
Ludwig-Maximilians-Universität München
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften, Department II
Institut für Slavische Philologie, Raum E 302
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


ENGLISH VERSION

Thinking in Unity after Postmodernism – Figures of Unity, Presence, and Transcendence at the Millennium

International Workshop at the Ludwig-Maximilians-University Munich, 12-13 November 2010

Dates: 12-13 Nov 2010
Organization: PD Dr. Raoul Eshelman, Irina Hron M.A.
Conference Languages: English and German
Deadline for Proposals: 15 April 2010

In the last 15 years in the humanities a situation has arisen that is often rather wistfully called “the end of theory” or “after theory.” This refers to the fact that the (post)structuralist theories developed by Lacan, Derrida, Foucault, Barthes, and Deleuze are slowly being exhausted without having found successors of equal weight. The dominant theoretical direction in the liberal arts is that of post-colonial studies, which hybridize existing poststructuralist theories but lack the potential to develop essentially new positions. Aside from these hybridizing strategies a number of theories have arisen in the last few years that differ markedly from poststructuralism by virtue of their focus on figures of unity and closure. The standard-bearers of this new thinking in unity include Jean-Luc Marion’s phenomenology, Peter Sloterdijk’s theory of “foams,” and the Generative Anthropology of Eric Gans. In contradistinction to poststructuralism, these theories are all based on figures of unity, of positively understood identity, of closure, and of presence.

The goal of the workshop is to establish these and similar theories of unity as successors to poststructuralism and to use them to analyze literature, film, drama and other media before and after the millennium (1990-2010).

Papers must not refer explicitly or systematically to the three theories mentioned, but they should touch upon at least one of the following topics:

- Figures of unity and closure: How do closed, unified spaces, signs, and subjects arise?
- Figures of presence: How is a feeling of presence created semiotically, spatially, and temporally?
- Figures of transcendence: Which modes of boundary transgression can be said to overcome borders rather than simply to violate them? What higher orders of value are created in doing so?
- Figures of love: What possibilities of reconciliation and emotional unity are made available to subjects? How are the ludic heterogeneity and superficiality of gender discourses compensated for through unified relations of mutual bonding?
- Figures of plenitude: How are closed, unified spaces filled out with value and meaning? How can we describe effects of saturation and of overflowing proceeding from such spaces?
- Figures of reduction and consolidation: How is unity created through reduction, simplification, and consolidation? What is gained and lost in the process?
- Figures of belief: How do unified, steadfast relations of trust to others arise? What ethical positions can be derived from them?

The workshop is directed explicitly at younger scholars (doctoral candidates and postdocs) who are interested in interrogating innovative new approaches and actively participating in the development of cutting-edge theory.

The workshop is funded by the Graduate Center of the Ludwig-Maximilians-University Munich. Travel expenses will be reimbursed as fully as possible. A publication of selected papers presented at the conference is planned.

Please send an abstract of no longer than 500 words along with a short CV by 15 April 2010 to Irina.Hron@campus.lmu.de

Contributors will be informed whether their abstracts have been accepted by 15 May 2010.

Organizers:
PD Dr. Raoul Eshelman: REshelman@t-online.de
Irina Hron M.A.: Irina.Hron@campus.lmu.de
Ludwig-Maximilians-Universität München
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften, Department II
Institut für Slavische Philologie, Raum E 302
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Bewerbungsschluss15.04.2010
Beginn12.11.2010
Ende13.11.2010
PersonName: Eshelman, Raoul [PD Dr.] 
Funktion: Organisator 
E-Mail: REshelman@t-online.de 
Name: Hron, Irina  
Funktion: Organisatorin 
E-Mail: Irina.Hron@campus.lmu.de 
KontaktdatenName/Institution: Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Slavische Philologie 
Strasse/Postfach: Geschwister-Scholl-Platz 1 
Postleitzahl: 80539 
Stadt: München 
Telefon: +49 (0)89 2180-5267 
E-Mail: http://www.graduatecenter.uni-muenchen.de 
Internetadresse: http://www.lmu.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur nach 1945; Literaturtheorie: Themen
Zusätzliches SuchwortPhänomenologie; Postmoderne; Jahrtausendwende; Präsenz
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.01.00 Forschung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/12800

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 04.03.2010 | Impressum | Intern