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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Limbus 4 (2011): Terror und Form / Terror and Form"
RessourcentypCall for Papers
TitelLimbus 4 (2011): Terror und Form / Terror and Form
BeschreibungCall for Papers

Terror und Form / Terror and Form

Beiträge zu Limbus 4 (2011)

Seit den Anschlägen auf das World Trade Centre am 11. September 2001 hat sich der Terror nicht nur einen Ort der Erinnerung geschaffen, sondern damit zugleich seine universelle Präsenz in den Massenmedien in Gang gesetzt, die bis heute ungebrochen ist. Dabei gilt die massenmediale Aufmerksamkeit selbstverständlich in erster Linie dem politischen Verständnis der fundementalreligiös motivierten Form des Terrors. Auch im wissenschaftlichen Feld ist an der Ausrichtung der Forschungsanstrengungen – zumeist in Politik- und Geschichtswissenschaft – deutlich abzulesen, welche Diskursform man zum Verständnis von Terror für die angemessenste hält.

In diesem Kontext kann man es durchaus als Versäumnis betrachten, dass andere Formen des Terrors, möglicherweise auch aus Vergleichsscheu, nicht in der angemessenen Breite ihrer literarischen oder filmischen Form in den Blick genommen werden. Dabei hat es in der Vergangenheit immer wieder disziplinierte Anstrengungen in dieser Hinsicht gegeben, erinnert sei hier nur an den 1971 erschienenen Band Terror und Spiel der Gruppe „Poetik und Hermeneutik“, der die Mythenrezeption unter das genannte Begriffspaar stellt, um, wie es im Vorwort heißt, der Frage nachzugehen, welche „Funktion, welche Realität“ „‘Mythisches‘ in nicht-mehr-mythischer Zeit“ besitze. „Mythos“, heißt es in einer der dort protokollierten Diskussionen, „ist den einen die Vokabel für Terror, den anderen die Vokabel für Poesie; die einen denken beim Mythos an Zwang und Angst, die anderen an Freiheit; die einen rechnen beim Mythos mit tödlichem Ernst, die anderen mit unverbindlichem Spiel“ (527). Dass die Freiheit des Spiels auch immer schon tödlicher Ernst, dass das Paradies immer auch die Hölle sein kann und die Utopie bereits ihr Gegenteil seit Beginn der Gattung impliziert: solche Fälle lassen sich an Schiller, Kleist oder Thomas Morus ablesen.

Dabei soll es in diesem Band nicht allein um die Frage gehen, wie Terror in unterschiedlichen Medien wie Literatur, Hörspiel, Theater oder Film dargestellt wird, vielmehr gilt es gerade auch zu fragen, wie die Form der Darstellung selbst etwa das Verständnis von Terror mit determiniert. Insofern öffnet sich hier ein weites Feld der Literatur von Kleist bis Jelinek, der filmischen Darstellungen von Amokläufen und Serienkillern, der Darstellungen von terroristischen Konjunkturen in der Weimarar Republik (1918-1923) oder der BRD (1968-1978), der Formen von Staatsterrorismus (Bücherverbrennung, Stasi Akten) oder der theoretischen Darstellung von Terror (man denke an die These vom Konsumterror der sog. Kulturindustrie etc.). Die Liste ist unabschließbar, denn auch wenn der Terror scheinbar immergegenwärtig ist in unserer Zeit, muss man ihn paradoxer Weise immer auch erst finden. Darin liegt das Problem der Form begründet.

Die vielfältigen Bezüge zwischen Terror und Form, wie sie sich aus literatur- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven öffnen, soll der Band „Terror und Form / Terror and Form“ aufgreifen. Beitragsvorschläge im Umfang von ca. 500 Worten werden (zusammen mit einer Kurzbiographie) in deutscher oder englischer Sprache bis zum 31. März 2010 erbeten an franz-josef.deiters@arts.monash.edu.au. Der Termin für die Abgabe der fertigen, nach den redaktionellen Vorgaben des Jahrbuchs eingerichteten Manuskripte wird der 30. Oktober 2010 sein. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme eines Beitrags ins Jahrbuch erfolgt über ein „Peer Review“-Verfahren.

Herausgeber: Franz-Josef Deiters, Axel Fliethmann, Birgit Lang, Alison Lewis, Christiane Weller

http://www.arts.monash.edu.au/german/limbus/index.php

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.arts.monash.edu.au/german/limbus/index.php
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.04.2010
PersonName: Franz-Josef Deiters, Axel Fliethmann, Birgit Lang, Alison Lewis, Christiane Weller 
Funktion: Herausgeber 
E-Mail: franz-josef.deiters@arts.monash.edu.au 
LandAustralien
BenutzerführungDeutsch
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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