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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Ander(e)s Erzählen? Narrative Konstruktionen von Differenz in Film, Literatur und Historiographie "
RessourcentypCall for Papers
TitelAnder(e)s Erzählen? Narrative Konstruktionen von Differenz in Film, Literatur und Historiographie
BeschreibungCall for Papers
Ander(e)s Erzählen? Narrative Konstruktionen von Differenz in Film, Literatur und Historiographie

Dass die Berücksichtigung der Analysekategorie Geschlecht für die Untersuchung von Erzählungen bedeutsame Erkenntnisse zeitigen kann, gilt heute als weitgehend unumstritten. Während die bisherige Forschung zur gender-orientierten Erzähltextanalyse allerdings im Wesentlichen den Zusammenhang von Geschlecht und Narration in den Blick nimmt, will die interdisziplinäre Tagung »Ander(e)s Erzählen? Narrative Konstruktionen von Differenz in Film, Literatur und Historiographie« diesen Fokus um strukturell verwandte Perspektiven erweitern. Kategorien wie Geschlecht, soziale Schicht, Ethnizität, Religion, Sexualität, Region, Machtverhältnisse, Alter etc. treten in der Regel nicht als alleinige Differenzmerkmale auf, sondern in verschiedenen Kombinationen und produzieren auf diese Weise spezifische Formen von Identität und Differenz. Die gegenwärtigen Debatten um Intersektionalität – also sich überschneidende, bedingende und wechselseitig miteinander verwobene Effekte der Differenzstiftung – können auch für den erzähltheoretischen Zugriff entscheidende Impulse liefern. Auf Produzentenebene, im Hinblick auf Genres oder den konkreten Text erlaubt ein intersektionaler Ansatz wesentlich genauere und konkretere Analysen, wie die Tagung anhand von exemplarischen Beispielen zeigen wird. Dadurch dass sowohl Aspekte der Intersektionalität wie auch interdisziplinäre Zusammenhänge und Überschneidungen thematisiert werden, soll ein zweifach produktiver Anschluss an die internationale Geschlechterforschung versucht werden.

Der Tagung liegt dabei ein doppelter Fokus zugrunde: Einerseits sollen theoretisch-methodische Fragen diskutiert und individuelle Fallstudien am konkreten Material vorgestellt werden, andererseits soll diskutiert werden, wo die Grenzen der Intersektionalitätsforschung auf dem Feld der Narrativitätsforschung liegen. Angesprochen sind Vertreter aller Disziplinen, für die narrative Aspekte relevant sind; die im Titel definierten Themenfelder – Film, Literatur und Historiographie – sind als übergreifende Instrumente von Kultur, weniger als disziplinär gebundene narrative Formen zu verstehen.Die Perspektiven, die den einzelnen Beiträgen zugrunde gelegt werden können, sind letztlich unbeschränkt. So ist die Untersuchung verschiedener differenzstiftender Merkmale in Bezug auf ein bestimmtes Textcorpus oder einen einzelnen Text ebenso denkbar wie Vergleiche zwischen einzelnen Medientypen (Produktion von Differenz in Film und Literatur) oder die Beschäftigung mit der Herstellung und/oder Aufrechterhaltung spezifischer Formen von Differenz in verschiedenen Epochen oder Nationalkulturen.

Anregungen für mögliche Fragestellungen sollen die nachfolgenden Skizzen geben, wobei wir ausdrücklich darauf hinweisen wollen, dass auch andere, kombinierte oder vergleichende Ansätze ausdrücklich erwünscht sind:

Produzentenebene

-Welche Erzähldispositionen sind mit unterschiedlichen sozialen und weltanschaulichen Positionen verbunden; gibt es z.B. einen Nexus von diskursiver Au-torität, Männlichkeit und politischen Konjunkturen?

-Wie werden zum Beispiel nationalgeschichtliche Darstellungen oder journalistische Texte durch die männliche, weiße, bürgerliche Position ihrer Verfasser strukturiert und welche gegenläufigen Tendenzen sind zu beobachten?

-Wird in verschiedenen religiösen Kontexten, etwa Konversionserzählungen, ‚männlich’ apostrophiertem Erzählen eine andere Bedeutung zugeschrieben als ‚weiblichem’? Welche kulturellen Konsequenzen gehen damit einher?

-Lassen sich Unterschiede in der Inszenierung von männlichen und weiblichen Erzählern (etwa in Briefen aber auch fiktiven Narrativen) beobachten und welche Rolle spielt dabei die sexuelle Orientierung, politische Position oder Religionszugehörigkeit. Gibt es hier historische Kontinuitäten oder Verschiebungen?

Ebene des Genres

-Welche Überschneidungen existieren hinsichtlich der kultursemiotischen Kodierung von Genres (Brief, Tagebuch, Gedicht usw. vs. Monographie, Autobio-graphie usw.) in Bezug auf Geschlecht, Religion, Ethnizität u.ä.?

-Gibt es öffentliches und privates Erzählen? Wer operiert aus welchem Grund mit welchem Modell?

-Welche historischen Perspektiven werden über die hoch bewerteten Narrative repräsentiert, welche nicht? Welche Rückwirkungen für das kulturelle Ge-dächtnis ergeben sich daraus?

-Welche Korrelation von experimentellen/ arrivierten Formen der/s Produzenten existieren?

Textebene

-Wie werden die intersektionalen Beziehungen verschiedener Differenzkategorien im Text (re-) produziert?

-Welchen Stellenwert haben etwa Religiosität, Geschlecht und Nation in Autobiographien von Männern und Frauen? Welche Aspekte werden wo pointiert, wo nur implizit verhandelt?

-Werden die Produzenten- und Genrekonstellationen direkt oder indirekt in den Texten reflektiert? Welche historischen Varianten und Konjunkturen lassen sich dabei identifizieren?

-Welche Adressaten werden im Text angesprochen; wie sind diese Referenzen kodiert?

-In welchem Verhältnis stehen Plot, Perspektive und die verschiedenen Differenzkategorien?

-Welches Verhältnis besteht zwischen dem Gesellschafts- und Menschenbild und der Anlage historischer Narrationen?

Die Tagung wird vom 19.-21. November 2010 an der Bergischen Universität Wuppertal in Kooperation mit dem dortigen Zentrum für Erzählforschung stattfinden.
Reisekosten (Bahnfahrt 2. Klasse, Übernachtungen) können für eingeladene Referenten übernommen werden. Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.

Abstracts von etwa einer Seite richten Sie bis Ende März bitte per E-Mail an beide Organisatoren: Dr. Christian Klein (Bergische Universität Wuppertal): chklein@uni-wuppertal.de, Falko Schnicke, M.A. (Graduiertenkolleg »Geschlecht als Wissenskategorie« an der HU Berlin): falko.schnicke@gmx.de. Eine Rückmeldung erfolgt Mitte April.
Für Fragen und Kommentare stehen wir unter den genannten Adressen gern zur Verfügung!

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.fba.uni-wuppertal.de/zef/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWuppertal
Bewerbungsschluss31.03.2010
Beginn19.11.2010
Ende21.11.2010
PersonName: Dr. Christian Klein 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: chklein@uni-wuppertal.de 
KontaktdatenName/Institution: Zentrum für Erzählforschung der Bergischen Universität Wuppertal 
Strasse/Postfach: Gaußstraße 20 
Postleitzahl: 42119 
Stadt: Wuppertal 
Telefon: 0202-4393167 
E-Mail: chklein@uni-wuppertal.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeErzähltheorie; Literaturtheorie: Themen; Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortNarratologie; Intersektionalität
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.03 Epik
Ediert von  H-Germanistik
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