VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige " Macht. Ohnmacht. Zufall. Spannungsfelder im Musiktheater "
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel Macht. Ohnmacht. Zufall. Spannungsfelder im Musiktheater
BeschreibungMacht, Ohnmacht und Zufall. Spannungsfelder im Musiktheater

Berlin, 11.-13.02.2010

Öffentliche Tagung des Sonderforschungsbereichs "Kulturen des Performativen" der Freien Universität Berlin und der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste vom 11. bis 13. Februar 2010

Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Die Opern- und Musiktheaterforschung versteht sich traditionell in erster Linie als Kompositionsgeschichte. Weitgehend ausgeklammert bleibt hingegen die Frage der Aufführungsdimension. Diesem Desiderat widmet sich das Forschungsprojekt zum Musiktheater im Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“.
Die Begriffe Macht, Ohnmacht, Zufall sind in dieser Hinsicht in besonderer Weise geeignet, die Spannungsverhältnisse im Musiktheater zu beschreiben. Wer hat die Macht über die Aufführung? Lässt sich der Zufall regieren? In der Oper des 19. Jahrhunderts versuchte man mittels detaillierter Festlegungen in der Partitur, Planbarkeit und Wiederholbarkeit zu garantieren und damit Macht über die Aufführungsrealität zu erlangen. Dagegen stehen Tendenzen im Musiktheater der Gegenwart, die Unbestimmtheit der Aufführung, und damit Zufall, bewusst in die Produktionen mit einzubeziehen.
Die dreitägige, öffentliche Tagung beleuchtet Strategien im Musiktheater zwischen Machtausübung und Machtentzug. Wissenschaftler, Opernregisseure, Komponisten, Dramaturgen, Musiker treffen in der Diskussion über verschiedene Konstellationen von Macht, Ohnmacht und Zufall zusammen. Performances und Installationen ergänzen die theoretische Reflexion um konkrete Beispiele. Zum Auftakt geht es um den Umgang mit Festlegungen wie Regie- und Ausdrucksanweisungen in der historischen Aufführungspraxis und im Regietheater. In einem zweiten Themenblock stehen Strategien der Notation im Mittelpunkt, die die Grenzen der Ausführung über- oder unterschreiten. Die dritte Fragestellung bezieht sich auf das Wechselverhältnis von Auditivem und Visuellem im Musiktheater. Welche Macht- und Kontrollgefüge zwischen Auge und Ohr herrschen in Performances und Installationen, die Auditives und Visuelles multimedial zusammenführen?
Das Forschungsprojekt zum Musiktheater im Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“ der FU Berlin hat bereits eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen und Publikationen zu diesem innovativen Ansatz mit verschiedenen Kooperationspartnern veranstaltet (u. a. Bayreuther Festspiele, Komische Oper Berlin, Oper Leipzig).
Programm:
Donnerstag 11. 02. 2010 Plenarsaal

14.00 Uhr

Begrüßung
Nele Hertling Erika Fischer-Lichte

Einführung
Christa Brüstle, Clemens Risi

Eröffnung der Installationen

Georg Nussbaumer
»Walküren, Wölfe, Waldvöglein«

Brigitte Witzenhause
»Antigone«

PAUSE

Sektion 1
Historische Aufführungs- praxis und Regietheater

15.30 Uhr
Clemens Risi
Die Gesten des Holländers 1852 und heute. Macht und Ohnmacht szenischer Vorschriften bei Richard Wagner

16.15 Uhr
Boris von Haken
Richard Wagner und die Konzepte der szenischen Aufführung

PAUSE

17.30 Uhr
Robert Sollich
Sola scriptura? Der Textbegriff in der Oper von Pfitzner bis Derrida


Freitag 12. 02. 2010 Plenarsaal

Sektion 2
Notierte/produktive Überforderung, Grenzen der Notation

14.00 Uhr
Thomas Seedorf
Striche, Punktierungen, Retuschen – Richard Wagners aufführungs- praktischer Pragmatismus

14.45 Uhr
Dörte Schmidt
Die eigentlich musikalische Tätigkeit oder Schrift und Ausdruck bei der Aufführung von Musik in der Musik nach 1950

PAUSE

16.00 Uhr
Björn Gottstein
Imperativ & Ungehorsam. Über mögliche Strategien der Interpreta- tion zeitgenössischer Musik

PAUSE

17.00 Uhr Podiumsdiskussion Neue Musik und neues Musik- theater zwischen Experiment und Anordnung Stefan Drees Hans-Joachim Hespos Siegfried Mauser Charlotte Seither Christa Brüstle (Moderation)

PAUSE

19.30 Uhr Performance Volker Schindel »Nostalgie – Solo für einen Dirigenten« von Dieter Schnebel (ca. 20 Min.)

Samstag 13. 02. 2010 Plenarsaal

Sektion 3
Musik im Konzert (Streit, Dialog) der Künste

14.00 Uhr
David Roesner
»Ich komponiere als Regisseur und inszeniere als Komponist« – Dialoge über komponiertes Theater. Versuch einer Diskursanalyse

14.45 Uhr
Matthias Rebstock
Musiktheater als Arbeit an einer Phänomenologie des Hörens. Annäherungen und Selbstvergewisserungen

PAUSE

16.00 Uhr
Stephanie Schwarz, Rainer Simon
Mit den Augen gehört. Strategien der Sicht- und Unsichtbarmachung in Musikaufführungen und -installationen

16.45 Uhr
Matthias Weiß
I WANT MY MTV. Zum Stellenwert des Visuellen in den Musikvideos »Let Forever Be« von den Chemical Brothers und »Imitation Of Life« von R. E. M.

PAUSE

18.30 Uhr Podiumsdiskussion Macht, Ohnmacht, Zufall in der Oper Sebastian Baumgarten Carl Hegemann Peter Konwitschny Sandra Leupold Michael von zur Mühlen Barbara Beyer (Moderation)

PAUSE

20.30 Uhr Podiumsdiskussion Streit der Sinne. Zur Zukunft des Musiktheatralen Gerard Mortier Georg Nussbaumer Jochen Sandig Brigitte Witzenhause Nele Hertling (Moderation)

Teilnehmer:
Sebastian Baumgarten
Regisseur
Barbara Beyer
Regisseurin, Dramaturgin und Professorin
Christa Brüstle
Musikwissenschaftlerin
Stefan Drees
Musikwissenschaftler
Erika Fischer-Lichte
Theaterwissenschaftlerin
Björn Gottstein
Musikwissenschaftler und -journalist
Boris von Haken
Musikhistoriker
Carl Hegemann
Autor und Professor für Dramaturgie
Nele Hertling
Theaterleiterin
Hans-Joachim Hespos
Komponist
Peter Konwitschny
Regisseur
Sandra Leupold
Regisseurin
Siegfried Mauser
Pianist und Musikwissenschaftler
Gerard Mortier
Designierter künstlerischer Leiter Teatro Real Madrid
Michael von zur Mühlen
Regisseur
Georg Nussbaumer
Komponist
Matthias Rebstock
Regisseur und Juniorprofessor für Szenische Musik
Clemens Risi
Musik- und Theaterwissenschaftler
David Roesner
Theaterwissenschaftler
Jochen Sandig
Raumpionier und Kulturunternehmer
Volker Schindel
Musiker und Performer
Dörte Schmidt
Musikwissenschaftlerin
Stephanie Schwarz
Musik- und Theaterwissenschaftlerin
Thomas Seedorf
Musikwissenschaftler
Charlotte Seither
Komponistin
Rainer Simon
Musik- und Theaterwissenschaftler
Robert Sollich
Theaterwissenschaftler und Dramaturg
Matthias Weiß
Kunsthistoriker
Brigitte Witzenhause
Regisseurin und Audio-/Videokünstlerin

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.adk.de/de/aktuell/veranstaltungen/2010/01_02/0211_Macht_Fly...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Beginn11.02.2010
Ende13.02.2010
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Clemens Risi, Freie Universität Berlin 
Strasse/Postfach: Grunewaldstr. 35 
Postleitzahl: 12165 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030-83856695 
E-Mail: clemens.risi@fu-berlin.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeTheater (Aufführungspraxis)
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/12332

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 07.02.2010 | Impressum | Intern