VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Krieg – Literatur, Medien, Emotionen"
RessourcentypCall for Papers
TitelKrieg – Literatur, Medien, Emotionen
BeschreibungCall for papers

Krieg – Literatur, Medien, Emotionen


Prof. Dr. Søren Fauth, Universität Aarhus
Kasper Green Krejberg, M.A., Universität Aarhus
Dr. Jan Süselbeck, Philipps Universität Marburg

Termin: 2. bis 4. September 2010

Tagungssprache: Deutsch und Englisch
Tagungsort: Aarhus Universitet, Nordre Ringgade 1, 8000 Århus C

Spätester Abgabetermin für das Exposé: Freitag, den 30. April 2010

Ankündigungstext (auf Deutsch und Englisch):


Internationale und interdisziplinäre Tagung zu emotionalen Strategien und Effekten von Kriegsdarstellungen in der Literatur und den Medien

Das Thema der Kriegsdarstellung hat in den letzten Jahren in der Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft erheblich an Bedeutung gewonnen. Nicht nur das Zeitalter der Globalisierung, seiner entgrenzten „asymmetrischen Kriege“ (Herfried Münkler) und des von dem US-Präsidenten George W. Bush nach dem 11. September 2001 ausgerufenen „War on Terror“ dürfte zu diesem neuen ‚Boom‘ beigetragen haben. Vielmehr hat auch die Frage, wie die neuen Möglichkeiten globaler Affektmobilisierung, die das Internet bietet, einzuschätzen sind bzw. wie Literatur und Medien auf diesen epochalen Medienwechsel reagieren, interdisziplinären Analysen ganz neue Dimensionen eröffnet.

Während sich die Formen der Kriegsführung in der Geschichte stetig veränderten, haben sich auch die Gefühle, die diese bei den Menschen auslösten, nach kulturellen, historischen und diskursiven Mustern gewandelt. Geändert haben sich außerdem die Intentionen der nachträglichen Dokumentationen und Repräsentationen kriegerischer Handlungen, die seit jeher auf die Erzeugung menschlicher Emotionen zielten und damit stets etwas Bestimmtes bezweckten. Ästhetische Darstellungen des Krieges zeugen kaum von dessen wahrem Charakter als vielmehr von der starken affektiven Wirkung, die man seinen unbeteiligten Beobachtern aus den unterschiedlichsten Beweggründen und in den verschiedensten Abwandlungen – etwa beschönigt als Quell ekstatischer Freude, als Erlebnis belebender Spannung oder eben auch in einer pazifistisch motivierten Anklage seiner Gräuel – außerhalb des konkreten Kriegsgeschehens zu vermitteln versuchte.

Ebenso erneuert haben sich dabei mit den Zeiten auch die Medien und die Wahrnehmungsapparaturen, mit denen derartige Affekte provoziert wurden. So ist es kaum noch möglich, die emotionalen Wechselwirkungen innerhalb dieser medialen „Kriegsmaschine“ (Gilles Deleuze / Félix Guattari) zu beschreiben, indem man sich nur auf die Betrachtung literarischer Texte kapriziert. Auch die Berücksichtigung der einschlägigen Kinogeschichte, etwa mit ihren Debatten um das Für und Wider sogenannter „Antikriegsfilme“, ist hier unerlässlich.

Die Tagung ermöglicht die Diskussion verschiedenster Aspekte medialer Kriegsdarstellungen. Damit hat sie mit einer seit langer Zeit immer weiter kulminierenden Geschichte medialer Täuschungen umzugehen, die den Krieg niemals so zeigten, wie er war – sondern so, wie er der jeweiligen historischen Ansicht nach idealiter zu sein habe oder wie das Publikum ihn sehen sollte. Bis heute prägen entsprechende ‚Pathosformeln‘ auch unsere Gefühle dem Krieg gegenüber immer wieder neu.

Gleichzeitig bergen solche Darstellungsmodi für die Kunst ein enormes Potential, das nicht zuletzt auch massenhaft zu Unterhaltungszwecken genutzt wird, da das mit dem Thema assoziierte Unbehagen – etwa im Sinne von Angstlust – keineswegs immer nur als negativ empfunden wird. Gewissermaßen „todsicher“ ist es jedenfalls, dass die Darstellung des Sterbens in literarischen Texten – und auch anderen Medien, wie man hinzufügen darf – „ein Ereignis von kaum zu überbietender [...] Emotionalisierungskraft ist“, wie der Literaturwissenschaftler Thomas Anz einmal festgestellt hat.

Erwünscht sind Kurz-Exposés zu einschlägigen Vortragsthemen im Umfang von 600 Zeichen inklusive Leerzeichen, bis zum 30. April 2010 zu senden an:

Prof. Dr. Søren Fauth, Universität Aarhus: tyssf@hum.au.dk
Kasper Green Krejberg, M.A., Universität Aarhus: kaspergk@hum.au.dk
Dr. Jan Süselbeck, Philipps Universität Marburg: jan.sueselbeck@staff.uni-marburg.de



War – Literature, Media, Emotions

An international and interdisciplinary conference on the emotional strategies and effects of war representations in literature and media

University of Aarhus: September 2-4, 2010
(Language: English and German)

Latest date for sending your exposé: April 30th 2010


In recent years the matter of representing war has gained importance in literary, cultural, and media studies. Not only has the age of globalisation and its intensification of ‘asymmetrical warfare’ (Herfried Münkler) as well as the ‘global war on terror’ contributed to this boom. On a global scale the employment of new ways to mobilise affect also play a major role, which is obvious from the worldwide propagation of war stories and war images on the internet. This epochal media-development influence the way in which the arts, the cinema, and the news media represent war, thus presenting the growing field of war and culture studies with new interdisciplinary challenges.

As the actual warfare continuously changes emotional responses to war change with it. Dependent on cultural, historical, and discursive patterns these transformations become visible in the subsequent documentation and representation of belligerent actions. Aesthetic representations of war do not primarily bear witness to the ‘true’ nature of war or to its ‘actual’ events. Rather, they document the strong emotional repercussions intended to affect nonparticipant spectators of all kinds, for all possible reasons, and in every imaginable form, ranging from the beautifying portrait of war as a source of ecstatic joy and adventurous excitement, to the pacifistic accentuation of the horrors of war and the meaninglessness of violence.

In this process our media and observational instruments have concurrently been renewed and multiplied. Hence, it is not really possible to describe the emotional interactions inside this mediatised ‘war machine’ (Gilles Deleuze/Félix Guattari) with an approach that focus only on literary texts. The diversity of the culturally reproduced ‘theatre of war’ and the problems raised by different representational acts must be taken into consideration, for instance the relevant history of war cinema and the debate pro/con the ‘anti-war film’ or the discussion following the internet publication of soldier’s war photographs.

This interdisciplinary seminar presents the possibility to discuss these and many other aspects of the impact of war on various forms of cultural production as well as the emotional consequences of reading about or ‘looking at war’ (Susan Sontag). The common point of departure is the history of mediatised illusions according to which war is never showed ‘as it really was’ but always as the historical or cultural community in question ideally envision it. Such ‘pathos formulas’ still permeate and persistently reshape our sentiments towards war.

Simultaneously, representations of war hold an enormous potential for the arts; a potential especially released for purposes of mass entertainment, and despite the unpleasant connotations of the topic not only conceived of in negative terms. At any rate the depiction of death in literary texts – and in other media, one might add – is ‘an event of emotional power barely to be exceeded’, as Thomas Anz has once claimed.


Please send a short exposé with ideas for your speech (600 keystrokes including spaces) until April 30th 2010 to:

Prof. Dr. Søren Fauth, Universität Aarhus: tyssf@hum.au.dk
Kasper Green Krejberg, M.A., Universität Aarhus: kaspergk@hum.au.dk
Dr. Jan Süselbeck, Philipps Universität Marburg: jan.sueselbeck@staff.uni-marburg.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortÅrhus
Bewerbungsschluss30.04.2010
Beginn02.09.2010
Ende04.09.2010
PersonName: Søren Fauth [Prof. Dr.] 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: tyssf@hum.au.dk 
Name: Kasper Green Krejberg [M.A] 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: kaspergk@hum.au.dk 
Name: Jan Süselbeck [Dr.] 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: jan.sueselbeck@staff.uni-marburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Aarhus Universitet 
Strasse/Postfach: Nordre Ringgade 1 
Postleitzahl: 8000  
Stadt: Århus C 
LandDänemark
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/12287

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 07.02.2010 | Impressum | Intern