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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler - German Journal for Young Researches, Investigators"
RessourcentypCall for Papers
TitelZeitschrift für Nachwuchswissenschaftler - German Journal for Young Researches, Investigators
BeschreibungCall for Papers
Wo bitte geht´s zum Text?
(Moderne) Perspektiven der Literatur und des Schreibens

Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler - German Journal for Young Researches, Investigators
Peer Reviewed

Maryanne Wolf beschreibt in ihrem Buch Das lesende Gehirn den „Tanz mit dem Text“, und sie erweitert damit den Möglichkeitsraum von Texten um die Perspektive ihrer Körperlich-keit, die vierte – synthetisierende – Dimension des Schreibens. Denn – das Schreiben und das Lesen der Texte bewirkt ein spezifisches Etwas in unserem Bewusstsein, das wir näher beleuchten wollen. Ideologien, Sichtweisen, Fragestellungen und Denkpotenziale entstehen erst durch das Bilden von Texten. Beim Schreiben, beim Lesen, beim Bilden von Texten geht es immer um die dialektische Ambivalenz eines komplexen Zusammen-Spiels von Körper, Körperlichkeit und Geist: um den „Tanz mit dem Text“. Es handelt sich dabei um einen Tanz mit einer subtilen Choreographie, die sich erst in der Vernetzung der unterschiedlichen motivationalen Impulse und Handlungsstrukturen der Schreibenden, die zugleich immer auch Lesende sind, erschließt. Diese Vernetzung ist unser Thema und die kommende Aus-gabe der Zeitschrift versteht sich insofern als eine Möglichkeit des „Raunens“, des Sprechens über die Perspektive von Texten, über ihre Wissenschaft und ihre Ausformungen. Nicht zu-letzt gehört dazu auch die Frage danach, ob dieser „Tanz“ codierbar ist? Oder ob seine »condition humaine« nicht immer individuell und subjektzentriert in diesem Zusammen-Spiel von Körperlichkeit und geistseelischer Verfassung ist, der Text also angewiesen ist, auf das Mit- und Gegeneinander von Tänzer und Handlungsfigur, von Autor und Leser. Die Intertextualität, der alle Texte zu Grunde liegen, gewinnt damit ebenfalls eine Perspektive der Körperlichkeit.

Hier hinein greift die Perspektive des Spiels, des Sprachspiels und mit Wittgenstein die Idee des Sprachspiels als Sprach-Manipulation: die (moderne) Manipulation am »Ende der großen Erzählungen« Lyotards.

Bei Valéry lesen wir dazu: „Man kann einen Text auf sehr viele unabhängige Arten ansehen, denn er lässt sich abwechselnd von der Phonetik, von der Semantik, von der Syntax, von der Logik, von der Rhetorik her beurteilen, nicht zu vergessen die Metrik und die Etymologie.“ Und an anderer Stelle: „Wenn ich ein Buch aufschlage, bietet das Buch meinen Augen zwei recht unterschiedliche Arten an, Anteil an ihm zu nehmen. […]. Es kann ihnen eingeben, sich auf eine regelmäßige Bewegung einzulassen, die sich entlang einer Zeile von einem Wort dem anderen Worte mitteilt, nach einem Sprung, der nichts zu bedeuten hat, auf der nächsten Zeile wieder auflebt und in ihrem Fortschreiten eine Menge aufeinander folgender Reaktionen des Geistes hervorruft, deren gemeinsame Wirkung ist, jeden Augenblick die augenhafte Inbesitznahme der Zeichen aufzuheben, um an ihre Stelle Erinnerungen und Verknüpfungen von Erinnerungen zu setzen. Jede dieser Wirkungen ist der erste Markstein einer beliebig möglichen unendlichen Entwicklung. […]. Das Buch ist aber andererseits ein Gegenstand, eine Summierung vorhaltender Eindrücke, der unvermittelt eingehende, nicht auf Konvention beruhende Eigenschaften zugeordnet sind.“

Die Formstruktur des Sprachlabyrinths, die Kombinatorik und Metaphorik bedingt eine spezi-fische Beweglichkeit und eine Eigendynamik der Sprache, die nicht mehr als homogen ge-fügtes Ganzes wahrgenommen wird, sondern die sich über die Mehrschichtigkeit des einzel-nen sprachlichen Elements – Satz, Wort, Buchstabe – definiert. In der Analogie zu Walter Benjamin gesprochen: was vermag den Bereich des Textes „von innen“ zu sprengen?

Virulent ist die Frage nach dem Umgang mit dem Text, mit dem Wort und seinen spezi-fischen Bezüglichkeiten und das in einem heterogen angelegten Kontext – als Impuls journalistischen Schreibens, als Motivation der Übersetzungsarbeit, als Vernetzung fiktionaler Prosa-, Lyrik oder Dramenstruktur, als intermedialer Arbeitsbereich in der Text-Bild-Relation und nicht zuletzt in der wissenschaftlichen Aufbereitung innerhalb der Germanistik und Komparatistik. Die nächste Ausgabe der Zeitschrift für Nachwuchswissen-schaftler soll zu möglichen (modernen) Schreib- und Lesarten Aufschluss geben. Das Spektrum möglicher Beiträge ist inhaltlich und formal entsprechend weit gefasst: Fach-artikel, Arbeitsberichte, Lesungsberichte und/oder Rezensionen.
Für die übernächste Ausgabe suchen wir Wissenschaftliche Arbeiten (Fachartikel, Kurzbeiträge oder Projektideen) in deutscher oder englischer Sprache zu den Themen der:


Germanistik
Literatur- und Textwissenschaft

Frist für die Einreichung ist der 31. März 2010



Weitere Hinweise für Autoren finden Sie unter www.nachwuchswissenschaftler.org. Die Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler ist peer reviewed, kostenlos und aus-schließlich online verfügbar.


Wissenschaftlicher Beirat / Scientific Board
Dr. rer. pol. Dipl.-Pol. Holger Bentz; Dr. phil. Dominik Faust; Prof. Dr. Michael Gente; Prof. Dr.-Ing. Andreas Karcher; Dr. Dipl.-Psych. Harald Meyer; Yumi Michalski, MSc; Daniel Possenriede, MSc; Dr. med. Annette Schmidt-Taube, MSc; Dipl.-Wi.-Ing. Randolph Schütte; Dr. Dipl.-Chem. Uwe Trebbe

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.nachwuchswissenschaftler.org/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.03.2010
PersonName: Nicoletta Wojtera (M.A.) 
Funktion: Fachredaktion Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte 
E-Mail: nicoletta.wojtera@gmx.de 
KontaktdatenName/Institution: Zeitschrift für Nachwuchswissenschaftler - German Journal for Young Researchers - Peer Reviewed 
E-Mail: nicoletta.wojtera@gmx.de 
Internetadresse: http://www.nachwuchswissenschaftler.org/ 
E-Mail: editor@nachwuchswissenschaftler.org 
Internetadresse: http://www.nachwuchswissenschaftler.org/Call_for_Papers-ZfN_20100111.pdf 
Ediert von  H-Germanistik
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