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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Interkulturelles Lernen. Literatur-, Sprach- und medienwissenschaftliche Perspektiven"
RessourcentypCall for Papers
TitelInterkulturelles Lernen. Literatur-, Sprach- und medienwissenschaftliche Perspektiven
Beschreibung*Interkulturelles Lernen*


*Literatur-, sprach- und medienwissenschaftliche Perspektiven*


Tagung im Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Dortmund, durchgeführt in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung


Termin: 26.-27.10.2007


Die Bundesrepublik ist längst ein von Heterogenität geprägtes Einwanderungsland. Die gerade in jüngster Zeit verstärkt initiierten Integrationsdebatten verweisen jedoch deutlich auf gravierende Defizite im (gesellschafts-)politischen Handeln. Es gilt − die (mitunter polemischen) Leitkultur-Diskussionen zeigen es −, unsere kulturell, ethnisch und religiös inhomogene Gesellschaft verstärkt positiv zu gestalten bzw. positiv wahrzunehmen, will man nicht länger das Entstehen von Parallelgesellschaften forcieren.

Interkulturelles Lernen muss grundsätzlich gesellschaftliche Praxis werden, und besonders die Schule ist der Ort, an dem es institutionalisiert werden kann. Hier sollte, das hat die Kultusministerkonferenz schon vor Jahren gefordert, das Bewusstsein vermittelt werden, dass Verschiedenheit eine alltägliche Erfahrung ist, die bereichern kann und keineswegs bedrohlich sein muss, und sollten vor allem stereotype Konzepte des ‚Eigenen’ und des ‚Fremden’ reflektiert werden. Interkulturelles Lernen vermag dabei nicht nur das Zusammenleben in einem heterogenen Deutschland zu fördern, sondern es vermittelt zugleich Kompetenzen, die in einer globalisierten Lebensrealität unverzichtbar sind.

Der Deutschunterricht bietet dem interkulturellen Lernen besondere Möglichkeiten, und zwar sowohl im Bereich des Sprach- als auch des Literaturunterrichts: 1. Der schulische Unterricht kann heute in der Regel nicht mehr von einer sprachlich homogenen Gruppe von einsprachigen Lernern ausgehen. Daher sollen Möglichkeiten zur Erfassung und Bewertung sprachlicher Fähigkeiten sowie, daran anschließend, Konzepte zur Förderung von mehrsprachigen Kindern diskutiert werden. 2. Für den Literaturunterricht ist eine Kanonerweiterung längst überfällig: In den letzten Jahren hat sich die deutschsprachige ‚Migranten-’/‚Migrationsliteratur’ aus dem Ghetto der einstigen ‚Gastarbeiterliteratur’ befreit, sie ist zu einem attraktiven integralen Bestandteil der allgemeinen Literatur geworden, man denke nur an Erfolgsautoren wie Rafik Schami oder Feridun Zaimoglu. Dasselbe gilt auch für das Kino der ‚Einwanderer-Kinder’, wie sich beispielsweise am Berlinale-Erfolg von Fatih Akins /Gegen die Wand/ zeigte. Diese kulturellen Erweiterungen sollten sich auch entsprechend im schulischen (Lektüre- und Medien-) Repertoire widerspiegeln.

Zu diesem Gesamt-Themenkomplex sind Beiträge, gern auch disziplinenübergreifend, aus der germanistischen Literatur- und Sprachwissenschaft, der Didaktik sowie der Film-, Fernseh- und Medienwissenschaft erwünscht, und zwar zu folgenden Themenbereichen:

· Interkulturelles Lernen: wissenschaftliche Standortbestimmung (Begriff, Methoden)

· Interkulturelle Germanistik: wissenschaftliche Standortbestimmung (Begriff, Forschung, Gegenstand, Methodik)

· Kategorisierungen: Gastarbeiterliteratur, Ausländerliteratur, Migrationsliteratur, Migrantenliteratur, Minderheitenliteratur, interkulturelle Literatur, deutsche Literatur

· Beiträge zur kinder- und jugend- bzw. erwachsenenliterarischen deutschsprachigen interkulturellen Literatur, evtl. Behandlung im Unterricht

· Konstruktionen von Identität und Alterität, Stereotypenbildung in Literatur, Film und anderen Medien (aus literatur-, sprach- und medienwissenschaftlicher Sicht)

· Migration bzw. Fremdheitserfahrungen in Film und Fernsehen, evtl. Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

· Sprache(n) und Interkulturalität

· Förderung der Mehrsprachigkeit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

· Berücksichtigung der individuellen Mehrsprachigkeit bei Sprachstandserhebungen in der Grundschule


Die zweitägige Veranstaltung dient in erster Linie dem wissenschaftlichen Austausch, sie soll aber auch für die Zielgruppe der (Lehramts-)Studierenden attraktiv sein. Aus diesem Grunde sind sowohl Vorträge (30 Min.) als auch Workshops (90 Min.) geplant. Im Einzelfall kann auch eine Kombination aus Vortrag und thematisch anschließendem Workshop sinnvoll sein.

Vorschläge für Vorträge bzw. Workshops bitte mit einem kurzen Abstract (max. 300 Wörter) bis zum 28.2.07 an folgende Adresse: martina.oelke@uni-dortmund.de.

Eine Rückmeldung erfolgt bis Ende März.

Für Unterbringung, Versorgung und Fahrtkostenerstattung der Referenten wird ggf. gesorgt.

Die Veranstaltung findet im Campus Treff Dortmund statt.



Dr. Petra Meurer, Dr. Martina Ölke
Universität Dortmund
Fakultät Kulturwissenschaften
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Emil-Figge-Str. 50
44227 Dortmund

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDortmund
Bewerbungsschluss28.02.2007
Beginn26.10.2007
Ende27.10.2007
PersonName: Ölke, Martina [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: martina.oelke@uni-dortmund.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Dortmund, Institut für deutsche Sprache und Literatur 
Strasse/Postfach: Emil-Figge-Str. 50 
Postleitzahl: 44227 
Stadt: Dortmund 
Telefon: +49 (0)231-7554573 
Fax: +49 (0)231-7554498 
E-Mail: deutsch@pop.uni-dortmund.de 
Internetadresse: http://www.deutsch.fb15.uni-dortmund.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKontaktlinguistik (Sprachkontakt, Interferenzforschung, Interkulturelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit); Sprachdidaktik (Schuldidaktik, Erwachsenenbildung, Konzepte sprachlicher Bildung)
Klassifikation02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.09.00 Deutsche Sprachgeschichte > 02.09.01 Allgemeines
Ediert von  H-Germanistik
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