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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Zwischen Heilung und Vergiftung: Erfahrungen mit dem Pharmakon „Schrift“"
RessourcentypCall for Papers
TitelZwischen Heilung und Vergiftung: Erfahrungen mit dem Pharmakon „Schrift“
BeschreibungErstes CFP des neuen Netzorgans für interdisziplinäre Theorie "dekonstrukte.de":

Zwischen Heilung und Vergiftung: Erfahrungen mit dem Pharmakon „Schrift“

Theuth, der Erfinder der Rechenkunst, der Geometrie, der Sternenkunde, des Würfelspiels und der Buchstaben trat einst vor den König Thamus aus Theben. Ihm präsentierte er seine Künste und wünschte ihre Verbreitung in ganz Ägypten. Der König ließ sich von Theuth über den Nutzen jeder Erfindung unterrichten. Zu den Buchstaben sagte Theuth: „Dieser Lehrgegenstand, o König, wird die Ägypter weiser machen und gedächtnisfester; denn als ein Mittel (pharmakon) für den Verstand und das Gedächtnis ist er erfunden.“ Theuth präsentierte dem König also die Schrift als Pharmakon. Der König aber nahm die ihm zugedachte Gabe nicht an und fällte ein vernichtendes Urteil: Die Schrift erschien ihm nutzlos und gefährlich.

Theuths Pharmakon, das sich offensichtlich bis heute erhalten hat, kann Heilmittel oder Gift sein und je nach Dosierung unterschiedliche Reaktionen auslösen. Zugespitzt formuliert, ist mit ihm die Frage von Leben und Tod immer gegenwärtig. (Der Gott der Schrift ist auch der Gott des Todes. )

Um ein wenig zu differenzieren: Wie wirkt, sofern sie wirklich wirkt, die Schrift einerseits als Heilmittel? Wen oder was kann sie heilen? Welche therapeutischen Wirkungen weisen Schreiben und Lesen auf? Daß es sie geben soll, behaupten ja beispielsweise Poesie- und Bibliotherapeuten. Und wie steht es andererseits um die unerwünschten Nebenwirkungen? Welche Warnhinweise gibt es bzw. sollten gegeben werden? Was bedeutet eigentlich „richtige und falsche Dosierung“ für den Buchstabenkonsum?

Solche und ähnliche Fragen umkreisen das Zentrum einer möglichen Auseinandersetzung mit dem Pharmakon Schrift, dessen Grenzen damit längst nicht gesetzt sind. Es geht hier auch, aber nicht nur um Wissensfragen nach der janusköpfigen Tradition der Schrift. Überdies sind Erfahrungen gefragt. Wir wenden uns mithin an Intensivkonsumenten des Pharmakons, mehr oder weniger professionell Lesende und Schreibende: Welche Effekte löst Theuths Erfindung bei Ihnen aus? Was haben Sie (gewissermaßen im Selbstversuch) beobachtet und erfahren?

Ob Aufsatz, Bericht, Essay, Fragment, Notat etc. – die Form des Beitrags ist frei wählbar. Wir planen, die Texte zunächst auf dekonstrukte.de zu publizieren. Und da wir das also im Netz tun, sind auch solche Reflexionen höchst willkommen, die die Herstellung und den Konsum des Pharmakons ausgerechnet in diesem Medium ernst nehmen. Wir freuen uns auf Ihre Zusendung bis zum 31. Mai 2010: redaktion@dekonstrukte.de

PD Dr. Leonhard Fuest (Universität Hamburg)
fuest@dekonstrukte.de
http://dekonstrukte.de/
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://dekonstrukte.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.05.2010
PersonName: Fuest, Leonhard [PD Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: fuest@dekonstrukte.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturtheorie: Themen
Zusätzliches SuchwortPharmakon
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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