VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Jahrbuch der ungarischen Germanistik 2009 - Sprachwissenschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelJahrbuch der ungarischen Germanistik 2009 - Sprachwissenschaft
BeschreibungJahrbuch der ungarischen Germanistik 2009 - Sprachwissenschaft

Der thematische Schwerpunkt des nächsten Jahrbuchs der Ungarischen Germanistik soll auf Interkulturalität gelegt werden. Setzt man sich nun das Ziel, diesen wohl sehr weiten und „brüchigen“ Begriff auf linguistische Fragestellungen zu beziehen, so ergibt sich dabei ein immer noch beinahe unübersehbares Spektrum möglicher Thematisierungen. Man werfe nur einen Blick etwa auf die Monografie von Földes (2003) zur interkulturellen Linguistik oder man bedenke nur, dass eine Fülle von unterschiedlichen Aspekten hier zu sehen ist, die alle sozusagen nach interkultureller Bearbeitung verlangen. Freilich birgt „diese unerschöpfliche Quelle“ die Gefahr in sich, in einem Ergebnis im Sinne von „alles ist interkulturell“ zu münden. In diesem Sinne stellt sich für uns die Frage, wie eine sinnvolle Abgrenzung der interkulturellen Linguistik etwa von der Kontakt- oder der kontrastiven Linguistik möglich ist. Diese sprachwissenschaftlichen Disziplinen befassen sich nämlich mit Themen, die auch in der interkulturellen Linguistik im Vordergrund stehen. Inwieweit kann also der interkulturellen Linguistik der Status eines etablierten Forschungszweiges mit klar definiertem Gegenstand, eigenen Methoden und Zielsetzungen zugesprochen werden? Ist die interkulturelle Linguistik nicht eher als eine neue Sichtweise, eine neue Perspektive zu verstehen, aus der die traditionellen Forschungsrichtungen in der Linguistik bestimmte sprachliche Phänomene als interkulturelle Praxis zu erfassen versuchen?
Ausgehend von obigen Überlegungen heißt die sprachwissenschaftliche Redaktion des Jahrbuchs der Ungarischen Germanistik Beiträge aus der kontakt- und kontrastiv-linguistischen Forschung willkommen, die ihr Thema aus interkultureller Perspektive behandeln und auch zum Status der interkulturellen Linguistik als eigenständiger linguistischer Forschungsrichtung Stellung nehmen. Zur Anregung und Orientierung sollen hier zwei mögliche Thematisierungen angegeben werden:

1. Kultureigene Sprechhandlungen – interkulturelle Kommunikationshandlungen

Beispielsweise zeigt Ten Thije (2002) anhand einer kurzen Sequenz aus einer Teambesprechung zwischen niederländischen und surinamisch-niederländischen Pädagog(inn)en auf, wie aus einem Muster von Sprechhandlungen eine „Interkultur“ mit Diskursformen entsteht, die in ihrer Eigenart weder auf konventionelles niederländisches noch auf surinamisches Verhalten rückführbar sind. Denn, so Ten Thije (2002: 67): „Eine diskursive Interkultur verschafft einem multikulturellen Kollektiv einen common ground, eine gemeinsame Basis, die ihre interkulturelle Kommunikation ermöglicht und letztlich befördert“. (Földes 2007: 35)

2. Unterschiedliche Sprachstrukturen - unterschiedliche Kommunikationskulturen, vgl. hierzu etwa folgendes Zitat:

So ist es z.B. stilistisch nicht unerheblich, dass im Japanischen die grammatische Differenz zwischen Subjekten und Objekten nicht so klar markiert wird wie in den indogermanischen Sprachen. Wegen dieser grammatischen Vagheit kann der Wechsel von einer aktivischen zu einer passivischen Darstellungsweise dann auch nicht als markantes Stilistikum eingesetzt werden. Ähnliches gilt auch für die Differenz von Singular- und Pluralformen, die im Japanischen nicht obligatorisch gekennzeichnet werden müssen. Im Kontrast zu den grammatischen Vagheiten der japanischen Sprache auf diesen Gebieten gibt es in ihr aber einen großen Reichtum von sprachlichen Differenzierungsformen, mit denen soziale Beziehungen markiert werden können. (Köller 2009: 1224)

Ein Exposé von ca. einer Seite, das den zu erwartenden Beitrag skizziert, ist erwünscht. Einsendungen bitte an die Redaktion unter folgender Adresse: jug.redaktion@gmail.com. Die geplante Abgabefrist der Beiträge ist der 14. Februar 2010.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss14.02.2010
KontaktdatenName/Institution: Jahrbuch der ungarischen Germanistik / ELTE Germanistisches Institut 
Strasse/Postfach: Rákóczi út 5 
Postleitzahl: 1088 
Stadt: Budapest 
E-Mail: jug.redaktion@gmail.com 
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/11738

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 04.01.2010 | Impressum | Intern