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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Magischer Einklang – Dialog der Künste im Werk Hermann Hesses"
RessourcentypCall for Papers
TitelMagischer Einklang – Dialog der Künste im Werk Hermann Hesses
Beschreibung"Magischer Einklang – Dialog der Künste im Werk Hermann Hesses"

Düsseldorf, 25.-27. Mai 2010

"Wenn ich nur Maler wäre statt Dichter", bekennt Hermann Hesse in einem Schreiben an den österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig aus dem November 1903. Das Bekenntnis ist zum einen als ein Rekurs auf die Inszenierungen und Figurationen des Dichters in Johann Wolfgang von Goethes Erinnerungsschrift "Dichtung und Wahrheit" zu verstehen, zum anderen als ein Hinweis, dass Hesse die bildende Kunst wie die Literatur als Ausdrucksformen einer subjektiven Anverwandlung der Erscheinungen der äußeren Wirklichkeit begreift. So dokumentiert sein literarisches Werk die Fähigkeit, Menschen, Dinge oder Ereignisse im imaginären Raum des epischen Textes zu arrangieren, welche mit dem Vermögen des Malers korrespondiert, Gegenstände oder Landschaftselemente in der Zweidimensionalität eines Bildes zu strukturieren. In seinem Schaffen spiegeln sich daher Prozesse der Übertragung visueller in sprachliche Bilder. Dennoch ist, wie das literarische Werk, auch sein bildnerisches Œuvre, das nach den lebensgeschichtlichen Krisen der Jahre 1912 bis 1919 einsetzt, als Ausdruck innerpsychischer Konflikte gedeutet worden, welche durch die künstlerische Arbeit sublimiert werden.

Ebenso wie von der bildenden Kunst ist Hermann Hesses literarisches Werk von der Musik sowie von musikalischen Diskursen und Prinzipien geprägt. Die Musik ist nicht nur, wie die Romane "Gertrud" und "Das Glasperlenspiel" belegen, ein integraler Aspekt des epischen Geschehens, sondern bestimmt auch die Kompositionsform der Dichtungen. Vor dem Hintergrund der musikästhetischen Betrachtungen Friedrich Nietzsches vollziehen die Schlusskapitel des "Steppenwolfs" eine Synthese des Literarischen und des Musikalischen, welche als Emanationen des psychischen Innenraums eine Antwort zu geben versuchen auf die Aporien der Moderne.

Indem Literatur, Kunst und Musik einander im Werk Hermann Hesses wechselseitig bedingen, erhellen und vertiefen, entsteht eine spezifisch moderne intermediale Interdependenz jenseits traditioneller Inhalte und Strukturen. Sie zu erhellen und an Beispielen zu konkretisieren, ist das Anliegen der Tagung.

Gebeten wird um Vorträge von 30 Minuten Länge zur Fortschreibung und Kritik intermedialer Bezüge, Formen des Medienwechsels oder der Medienkombination in den Werken Hermann Hesses, eine komparatistische Analyse intertextueller Strukturen im Kontext der klassischen Moderne oder eine semiotische, systemtheoretische oder kulturwissenschaftliche Untersuchung einzelner Schriften und Werkkomplexe vor dem Hintergrund der Geistes- und Ideengeschichte. Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

Themenvorschläge (maximal 1 Seite) sowie bio- und bibliografische Angaben zu Ihrer Person übersenden Sie bitte bis zum 10. Januar 2010 an:

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig
Germanistisches Seminar
Abteilung II: Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Gebäude 23.21, Raum 01.55
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstr. 1
D-40225 Düsseldorf
E-Mail: herwig@phil-fak.uni-duesseldorf.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDüsseldorf
Bewerbungsschluss10.01.2006
Beginn25.05.2010
Ende27.05.2010
PersonName: Herwig, Henriette [Prof. Dr.] 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: herwig@phil-fak.uni-duesseldorf.de 
KontaktdatenName/Institution: Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig, Germanistisches Seminar II 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 1 
Postleitzahl: 40225 
Stadt: Düsseldorf 
Telefon: 0211-815907 
Fax: 0211-8115941 
E-Mail: herwig@phil-fak.uni-duesseldorf.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945; Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.04 Dichtung und Musik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.13.00 Zu einzelnen Autoren
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