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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Konjunkturen der Höflichkeit in der Frühen Neuzeit"
RessourcentypCall for Papers
TitelKonjunkturen der Höflichkeit in der Frühen Neuzeit
BeschreibungJohann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit

Konjunkturen der Höflichkeit in der Frühen Neuzeit
Early Modern Dynamics of Politeness
Internationale und Interdisziplinäre Tagung /
International and Interdisciplinary Conference

Frankfurt am Main, 13.-15. März 2008

Call for Papers

Das Thema Höflichkeit hat gegenwärtig Konjunktur – in der
Ratgeberliteratur wie in der Forschung. Es gibt bisher allerdings kaum
kulturwissenschaftliche Interpretationen für diese aktuelle Hinwendung
zu zivilem Umgang und Manieren, wohl aber für historisch frühere Phasen
und Formen des Interesses an Höflichkeit, insbesondere in der Frühen
Neuzeit, in der es darum gehe, instabil gewordene Verhaltensregeln und
–rituale und das nicht länger Selbstverständliche zur Diskussion zu
stellen (Macho).

Höflichkeit erscheint aus dieser Perspektive als das Thema der
politischen und kulturellen, der sozialen und konfessionellen Brüche und
Übergänge. Wurde also Höflichkeit überall dort benötigt, wo traditionale
(lehensrechtliche oder ständische) Verhaltensregeln nicht ausreichten?
Gilt dies besonders für kulturelle Kontaktzonen wie Höfe, Universitäten,
Städte, Märkte, in denen es um das Aushandeln neuer Verhaltensformen
ging? Welche auslösenden Faktoren können wir in diesen
Aushandlungsprozessen beobachten? Waren die alten Regeln überholt, weil
sie nicht differenziert genug waren für die Vielfalt der Statusgruppen,
die sich etwa an den Höfen, in den Städten oder an den Universitäten
begegneten; weil man mit ebenbürtigen Gegnern zurechtkommen mußte; weil
man mit Fremden zu tun hatte, deren Status nicht einzuschätzen war? Ein
Teil der Forschung spricht mit Blick auf ein eher diskontinuierliches
Interesse an Umgangsformen von den Konjunkturen der Höflichkeit, von
ihren Schicksalen, von ihrer Dynamik. Es sei in der Frühen Neuzeit um
Changing Codes, um The End of Conduct, um The Emergence of Polite
Society, um The Fortunes of the Courtier gegangen. Höflichkeit wird so
zu einem Gegenstand der gegenwärtig vieldiskutierten Kulturgeschichte
des Politischen. Sie stellt sich als eine – tendenziell
universalistische – Verkehrsform dar für den Umgang mit
unterschiedlichen Menschen, Sprachen und sozialen Kulturen und, so läßt
sich zusammentragen, zielt auf Vermittlung, auf Kommunikation, auch
Selbstrepräsentation. Dies bezog die Geschlechter in unterschiedlicher
Weise ein. Wie wurden dabei die Körper thematisiert? Wie veränderte sich
die Sprache? Wie gestalteten sich symbolische und reale Räume, Bildung
und Unterricht unter der Wirkung von Höflichkeit? In welchen sich
verändernden Schriften, Manieren- und Anstandsbüchern wurde Höflichkeit
auf welche Weise zum Thema? Und was besagen mögliche Einsichten im Blick
auf die heutige Zeit?

Das Symposion soll dieses vielschichtige (historische) Interesse an
Formen, Rhetoriken, Texten und Kontexten der Höflichkeit (der
Politeness, der Courtoisie, der Manieren, der Tischzuchten, der 'guten
sytten') und ihrer Dynamik, insbesondere in der Frühen Neuzeit, zu
seinem Gegenstand machen. Es soll das aktuelle Interesse an diesem Thema
kulturgeschichtlich befragen und diskutieren und zugleich ein Ort des
Austauschs und der Auseinandersetzung über mögliche Interpretationen und
Theorien sein.

Wir bitten um Ihren Beitrag zu den beschriebenen Zusammenhängen; bei
Rückfragen wenden Sie sich bitte an untenstehende Adressen.
Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Bitte schicken Sie uns per
Email einen Themenvorschlag, eine kurze Darstellung (abstract) Ihres
Beitrages und eine Kurzfassung Ihres wissenschaftlichen Werdeganges
(15-20 Zeilen) bis zum 15. Januar 2007 an eine der folgenden Adressen:


Dr. Gisela Engel
Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
G.Engel@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Brita Rang
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
BRang@t-online.de

Prof. Dr. Susanne Scholz
Institut für England und Amerikastudien
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
s.scholz@em.uni-frankfurt.de

Prof. Dr. Johannes Süßmann
Historisches Seminar
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
suessmann@em.uni-frankfurt.de


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFrankfurt/Main
Bewerbungsschluss15.01.2007
Beginn13.03.2008
Ende15.03.2008
PersonName: Dr. Gisela Engel, Prof. Dr. Brita Rang, Prof. Dr. Susanne Scholz, Prof. Dr. Johannes Süßmann 
Funktion: Organisation 
E-Mail: G.Engel@em.uni-frankfurt.de, BRang@t-online.de, s.scholz@em.uni-frankfurt.de, suessmann@em.uni-frankfurt.de 
KontaktdatenName/Institution: Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 
Strasse/Postfach: Grüneburgplatz 1 
Postleitzahl: 60323  
Stadt: Frankfurt am Main 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1300 - 1500; Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770
Klassifikation09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 10.00.00 16. Jahrhundert > 10.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 10.00.00 16. Jahrhundert > 10.12.00 Emblematik. Stoffe. Motive. Themen; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.11.00 Emblematik. Stoffe. Motive. Themen; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.12.00 Stoffe. Motive. Themen
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