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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Wissenschaftsplanung und Förderpolitik"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelWissenschaftsplanung und Förderpolitik
BeschreibungWISSENSCHAFTSPLANUNG UND FOERDERPOLITIK
Marbacher Arbeitskreis Geschichte der Germanistik
Deutsches Literaturarchiv Marbach – Kilian-Steiner-Saal
3. – 4. Dezember 2009

Forschung operiert mit heuristischen Annahmen und Versprechen. Sie kann ihre Ergebnisse nicht antizipieren, muss sich aber zu erhofftem Ertrag oder befuerchteter Ertraglosigkeit investitionssteuernd verhalten. Unter gesteigerten heuristischen Druck geraet Forschung, wenn sie mit Politik und Oekonomie kommuniziert; wenn sie innerfachlich und ausserfachlich publizistisch in Erscheinung tritt. Foerderprogramme, evaluative Verfahren und Qualitaetsstandards verlangen Voraussagbarkeit von Erfolg, setzen Problemprioritaeten und treffen Erwartungsaussagen.
Der entsprechende Planungs- und Innovationsdruck ist an den Geisteswissenschaften in den vergangenen Jahren nicht spurlos voruebergegangen. Dies betrifft sowohl die Forschungsprogramme als auch ihre institutionelle Gestaltung, die Selbststeuerung wie die Reaktion auf politische und oekonomische Anreize, die Allokation von Forschungsgeldern wie die Allokation von Aufmerksamkeit. Die beschleunigten Entwicklungen, die sich im Rahmen der Grossinvestitionen der vergangenen Jahre beobachten lassen, geben Anlass, die Frage nach den komplexen Zusammenhaengen von Planung und Foerderpolitik wissenschaftstheoretisch und wissenschaftshistorisch zu stellen.
Wie lassen sich Projekte mit hohem Risiko foerderpolitisch verhandeln? Wie wirken sich politische und oekonomische Steuerungsversuche auf die Entwicklung, auf Programmatik und Praxis geisteswissenschaftlicher Forschung aus? Welche Normenkonflikte ergeben sich aus uebergreifender Forschungsplanung und Projektsteuerung, wie verschieben sich Verhaeltnisse von epistemischer Autonomie und epistemischer Heteronomie, wie veraendern sich Selbstbeschreibungen von Forschungspraxis? Wo haben Regulierung und Investitionslenkung sich bewaehrt, wo haben Eingriffe sich als problematisch erwiesen? Wie kann die Wissenschaftsgeschichte mit ihrem kritischen Instrumentarium Planungsprozesse der Forschungsfoerderung begleiten?
Das Marbacher Symposium konzentriert sich in einem ersten Teil auf ausgewaehlte Fallstudien aus der Geschichte der Wissenschaftsfoerderung und Forschungsplanung in der Germanistik. Im Vordergrund steht dabei die Rekonstruktion von Gross- und Langzeitprojekten. Im Rahmen einer abendlichen Podiumsdiskussion wird die Frage politisch gestellt. Experten aus Wissenschaftspolitik, Wissenschaftsfoerderung und Wissenschaftsgeschichte diskutieren ueber gegenwaertige Entwicklungen im interdisziplinaeren und internationalen Vergleich.
Konzept des Symposiums: Prof. Dr. Hans-Harald Mueller (Hamburg), Prof. Dr. Sandra Richter (Stuttgart), Dr. Carlos Spoerhase (Kiel), Dr. Marcel Lepper (Marbach)


PROGRAMM

3. Dezember 2009
14.00 Uhr
Begruessung und Einleitung: Marcel Lepper (Marbach)
Moderation: Wilhelm Vosskamp (Koeln)
Carlos Spoerhase (Kiel):
Big Science – zur Geschichte eines foerderpolitischen Begriffs
Kommentare: Hans-Harald Mueller (Hamburg), Andreas Gardt (Kassel)

15.30 Uhr
Kaffeepause

16.00 Uhr
Sandra Richter (Stuttgart), Manuel Braun (Stuttgart):
Die Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart: Edition und Foerderpolitik im 19. Jahrhundert

17.00 Uhr
Fuehrung durch das neu eroeffnete Schiller-Nationalmuseum und die neue Dauerausstellung zum 18. und 19. Jahrhundert

18.00 Uhr Abendessen

20.00 Uhr Podiumsdiskussion
Welche Foerderpolitik fuer die Geisteswissenschaften?
Historia magistra vitae – Reinhart Koselleck, nach dem die DFG ein Foerderprogramm fuer risikoreiche Projekte benannt hat, konnte zeigen, an welche Grenzen ein Konzept des historischen Lernens stoesst. Wissenschaftshistorische Ergebnisse lassen sich nicht massstabgetreu in foerderpolitische Strategien uebersetzen. Die beschleunigten Entwicklungen, die sich im Rahmen der Grossinvestitionen der vergangenen Jahre beobachten lassen, geben Anlass, die Frage nach den komplexen Zusammenhaengen von Planung und Foerderpolitik wissenschaftstheoretisch und wissenschaftshistorisch zu stellen. Welche Foerderpolitik fuer die Geisteswissenschaften waere, wissenschaftsgeschichtliche Erkenntnisse im Blick, gegenwaertig wuenschenswert, welche waere realisierbar?
Es diskutieren
Ulrich Herbert (Universitaet Freiburg, FRIAS)
Axel Horstmann (VolkswagenStiftung)
Manfred Niessen (DFG)
Peter Strohschneider (Wissenschaftsrat / LMU Muenchen)
Moderation: Ralf Mueller-Schmid, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur

Kontakt
Dr. Marcel Lepper – Forschungsreferent – Leiter der Arbeitsstelle Geschichte der Germanistik
Deutsches Literaturarchiv Marbach – E-Mail: lepper@dla-marbach.de

Organisation
Birgit Wollgarten, Sekretariat – Deutsches Literaturarchiv Marbach – Schillerhoehe 8-10 – 71672 Marbach
Tel.: 07144 - 848 - 175 – Fax.: 07144 - 848 - 191 – E-Mail: wollg@dla-marbach.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMarbach a. N.
Beginn03.12.2009
Ende04.12.2009
PersonName: Lepper, Marcel [Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: lepper@dla-marbach.de 
KontaktdatenName/Institution: Leiter der Arbeitsstelle Geschichte der Germanistik, Forschung – Wissenschaftliches Programm – Stipendien, Deutsches Literaturarchiv Marbach 
Strasse/Postfach: Schillerhöhe 8-10 
Postleitzahl: 71672 
Stadt: Marbach am Neckar 
E-Mail: lepper@dla-marbach.de 
Ediert von  H-Germanistik
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