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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Skandal! Mechanismen öffentlicher Aufmerksamkeitserzeugung"
RessourcentypCall for Papers
TitelSkandal! Mechanismen öffentlicher Aufmerksamkeitserzeugung
BeschreibungCall for Papers zur Tagung:
Skandal! Mechanismen öffentlicher Aufmerksamkeitserzeugung
22.01. bis 23.01. 2010 an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus

Skandale machen Normverletzungen in großem Stil sichtbar, produzieren öffentliche Empörung über ein vermeintliches Fehlverhalten und lassen im Verstoß die Regeln der jeweiligen diskursiven und performativen Praxis sichtbar werden. Während beispielsweise in der Endphase der Busch-Administration Verletzungen des Kriegs- und Menschenrechts in Haditha, Abu Ghraib oder Guantanamo von den westlichen Medien skandalisiert wurden, empörte man sich kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers vorzugsweise über Äußerungen, die nicht konform mit der medialen Selbstinszenierung der USA als einem singulären Opfer gingen – so etwa über Karlheinz Stockhausens Statement, die Attentate seien „das größte Kunstwerk, das es je gegeben hat, […] das es überhaupt gibt für den Kosmos.“
Hieran zeigt sich beispielhaft, dass sich Skandale nicht nur über ihren jeweiligen Diskurs hinaus ausweiten können. Ein künstlerisches Statement kann zum Politi¬kum werden. Auch scheint das, was als skandalträchtig gilt, historisch und nicht zuletzt auch massenmedial bedingt: Erst im Verstoß gegen ein jeweils gültiges Tabu und im Rahmen massenmedialer Verbreitung kann sich ein Skandal voll entfalten, überhaupt erst zu einem Skandal werden. Das gilt nicht nur für politische Skandale, sondern auch für kulturelle oder medial inszenierte, wie Reich-Ranickis Wutrede anlässlich der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008 oder Janet Jacksons „Nippelgate“.
Wir wollen uns im Rahmen quantitativer und qualitativer Methoden dem Phänomen des „modernen Skandals“ in drei Panels nähern. Innerhalb jedes der – nicht unbedingt trennscharfen – thematischen Panels sollen (nicht nur) ausgehend von Fallanalysen grundsätzliche Überlegungen zur Rekurrenz der Strukturen und Ökonomien, der Mechanismen und Strategien von Skandalen im Feld der Medien, der Politik und Kultur angestellt werden.

Politikskandale – Skandalpolitik

Existiert so etwas wie der paradigmatische politische Skandal, etwa Watergate oder die Barschel-Affäre? Lässt sich eine Typologie des politischen Skandals rekonstruieren, beispielsweise hinsichtlich des Ablaufs und der Folgen? Und umgekehrt: Welcher Politik folgt die Offenlegung, die Inszenierung, aber auch die Abwiegelung oder Vertuschung eines Skandals? Was zeichnet etwa ein erfolgreiches Skandalmanagement aus? Und inwieweit benötigt Politik in einer Mediengesellschaft Skandale, um sich selbst zu inszenieren?

Kulturskandale – Skandalkultur

Aus dem Kunstbetrieb und dem Feuilleton sind regelmäßige Skandale nicht mehr wegzuden¬ken. Offensichtlich braucht der Künstler vor dem Hintergrund eines spätmodernen Innovati¬onszwangs den Skandal, um das Provokative und jeweils Neue des eigenen Werkes öffentlichkeitswirksam zu inszenieren. Lässt sich diese These verallgemeinern? Gilt diese für eine postmodernistische Kunst genauso wie für eine modernistische, für Hochkultur genauso wie für Popkultur? Außerdem: Existieren unterschiedliche Skandalkulturen? Lassen sich also Spezifika regionaler oder nationaler Skandalkulturen synchron oder diachron ausdifferenzieren?

Medienskandale – Skandalmedien

In welchen Fällen werden die Medien selbst zum Objekt der Skandalisierung? Wodurch also zeichnet sich ein Medienskandal aus? Und grundsätzlicher: Sind Skandale heutzutage ohne ihre massenmediale Verbreitung überhaupt noch denkbar? Inwieweit sind es darum die Massenmedien, die als Skandalierer auftreten, den Skandal überhaupt erst produzieren? Inwiefern bedienen sich Medien in ihrer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ des Skandals als spektakulärem Ereignis? Inwieweit ist somit die Ökonomie der Massenmedien eine Ökonomie der Skandalisierung, sind Massenmedien immer auch Skandalmedien?

Teilnahme, Veranstalter

Der Call richtet sich an Wissenschaftler aus den Bereichen der quantitativen und qualitativen Medien-, Politik- und Kulturforschung. Die Bewerbung sollte ein Exposé (2500 Zeichen) für einen maximal 20-minütigen Vortrag mit Angabe des Panels sowie eine Kurzvita (500 Zeichen) enthalten und bis spätestens 31. Oktober 2009 (Terminverlängerung!) an die Tagungsassistentin Beatrix Altmeyer: btu-skandal-tagung@gmx.de sowie an beide Veranstalter gemailt werden.
Es ist die Publikation eines Tagungsbandes vorgesehen. Die Tagung ist gebührenfrei. In vorab zu begründenden Fällen kann an auswärtige Referenten ein Reise- und Übernachtungskostenzuschuss gezahlt werden.

Prof. Dr. Christer Petersen
Juniorprofessor für Angewandte
Medienwissenschaften, BTU Cottbus
Telefon: +49 (0) 355-69 21 84
Email: petersen@tu-cottbus.de
www.tu-cottbus/medienwissenschaft

Kristin Bulkow, M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Institut für Kommunikationswissenschaft,
TU Dresden
Telefon: +49 (0) 351-463 42 311
Email: kristin.bulkow@tu-dresden.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.tu-cottbus.de/medienwissenschaft
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortCottbus
Bewerbungsschluss31.10.2009
Beginn22.01.2010
Ende23.01.2010
PersonName: Petersen, Christer [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: petersen@tu-cottbus.de 
KontaktdatenName/Institution: Brandenburgische Technische Universität Cottbus 
Strasse/Postfach: Siemens-Halske-Ring 14 
Postleitzahl: 03046 
Stadt: Cottbus 
Telefon: 0355 69 21 84 
Fax: 0355 69 21 50 
Internetadresse: www.tu-cottbus.de/medienwissenschaft 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeSemiotik (Text und Bild); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Themen; Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/10451

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