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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Call for papers Variations 18 (2010) "
RessourcentypCall for Papers
TitelCall for papers Variations 18 (2010)
BeschreibungCall for papers – Variations 18 (2010)


Rätsel / Énigmes / Riddles


"Wer geht am Morgen auf vier, am Mittag auf zwei, am Abend auf drei Beinen?" Seit Oedipus und der unersättlichen Sphinx, seit der Königin von Saba, die Salomon auf die Probe stellt – "temptare eum in enigmatibus" –, durchziehen Rätsel als zentrales Strukturelement literarischen Erzählens und dramatischer Handlung die Kultur- und Literaturgeschichte, vom didaktischen Rätsel der Antike zum selbständigen Genre im Mittelalter, über die Popularität in der Renaissancedichtung (Rabelais, Strassburger Rätselbuch) und in Kalendern bis hin zum Rätsel als mondänes Spiel im 18. Jahrhundert und als konstitutives Moment von Gattungen des 19. Jahrhunderts: dem Volksmärchen, der phantastischen Erzählung, dem Kriminalroman.

Darüber hinaus weist der Begriff des Rätsels eine charakteristische Doppelung auf, die es literaturwissenschaftlich zu fassen gilt: Impliziert er in seinem Kern stets die prinzipielle Lösbarkeit und Sinnhaftigkeit und ermöglicht damit ein Spiel des Verbergens und Entdeckens, so nähert er sich in der eingebürgerten metaphorischen Verwendung als Rätselhaftes, als Enigma, stets auch der existenziellen Kategorie des Geheimen, des Arkanen der menschlichen Existenz und der Welt. Diese produktive Doppelung findet sich auch in jener Rätselhaftigkeit wieder, die oft dem Kunstwerk zugeschrieben wird: Dessen hermeneutische Dimension wie auch die Hermeneutik als kulturelle Technik, die an das Kunstwerk herangetragen wird, rücken es in die Nähe des Rätsels und machen dieses zu einer Figur des literaturkritischen und -wissenschaftlichen Diskurses.

Ausgehend von den hier skizzierten Überlegungen suchen wir Beiträge, die das Phänomen des Rätsels in der ganzen Vielfalt der aufgezeigten Perspektiven theoretisch und/oder in einschlägigen Fallstudien thematisieren. Schon die semantischen Verwerfungen zwischen Rätsel, énigme, riddle, enigma, ??????? (zagadka) etc. können dabei zu einem komparatistischen Zugang Anlass bieten, der für die geplante Publikation besonders erwünscht ist.


Abstracts (300–400 Wörter) sowie eine kurze Bio-Bibliographie können bei der Redaktion bis zum 30. November 2009 unter folgender Adresse eingereicht werden: variations@rom.uzh.ch. Wir publizieren Artikel in deutscher, englischer und französischer Sprache. Die Benachrichtigung über Annahme oder Ablehnung erfolgt Mitte Januar 2010. Die fertig geschriebenen Artikel müssen der Redaktion bis spätestens 31. Mai 2010 vorliegen und dürfen 32'000 Zeichen nicht überschreiten.


Redaktion Variations

Literaturzeitschrift der Universität Zürich

Deutsches Seminar der Universität Zürich

Schönberggasse 9

CH – 8001 Zürich

variations@rom.uzh.ch

http://www.variations.uzh.ch

Wie in den vorangegangenen Ausgaben besteht auch die Möglichkeit, thematisch nicht an das Thema gebundene Artikel, literarische Texte und künstlerische Beiträge wie z. B. Zeichnungen, Collagen oder Fotografien zu veröffentlichen.


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.variations.uzh.ch
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.11.2009
PersonE-Mail: variations@rom.uzh.ch  
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Seminar der Universität Zürich 
Strasse/Postfach: Schönberggasse 9 
Postleitzahl: 8001 
Stadt: Zürich 
Internetadresse: http://www.variations.uzh.ch 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/10369

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