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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Alltag als Genre. Lebensstile und Warenkulturen in Ost und West"
RessourcentypCall for Papers
TitelAlltag als Genre. Lebensstile und Warenkulturen in Ost und West
BeschreibungAlltag als Genre
Lebensstile und Warenkulturen in Ost und West

Internationale Tagung in Leiden (Niederlande), 18.-20. Mai 2007
im Rahmen des Projekts
Europäische Mythen und nationale Identität


Call for Papers

Die Beschäftigung mit dem Alltag gilt in der Geschichte der deutschen Literatur nicht eben als Ausweis realistischer Wirklichkeitsdarstellung: Schon die Theoretiker des ‚poetischen Realismus‘ sahen nur die Sonntags-, nicht aber die Alltagsexistenz als literaturwürdigen Gegenstand an. Zu den Charakteristika des Alltags aber gehören Einförmigkeit, Wiederholung, Banalität oder gar Trivialität. Unterschiedliche Genres greifen diese Merkmale des Unspektakulären und gerade Nicht-Einzigartigen auf. Neben das traditionelle Tagebuch ist dessen Internet-Variante, der Weblog getreten oder auch die visuelle, simultane Dokumentation von Alltag durch Webcams. Neben literarischen Alltags-Genres aus dem Kontext der Gebrauchsliteratur wie Thekenliteratur, Kalenderspruch oder Alltagslyrik stehen literarische Texte, die sich um eine Poetik des Alltags bemühen, sie reflektieren und vorführen. Angestelltenromane zählen ebenso darunter wie die journalistische Reportage des Nebensächlichen.
Der Alltag hat als Sujet in der Kunst des deutschsprachigen Raums nach 1945 eine besondere Geschichte, denn diese verläuft in Ost und West durchaus gegenläufig. Literatur und Kunst nehmen hier einerseits eine Archivfunktion wahr, insofern sie Produkte, Verhaltensweisen und Motive konservieren, ja diese als charakteristisch und selbstverständlich für historische Perioden und Gruppen sichtbar halten. Literatur und Film sind darüber hinaus auch reflexive Medien, deren Narrative nicht nur aufbewahren und vermitteln, sondern als ästhetische Inszenierungen und Unterwanderungen auch den eigenen Konstruktionscharakter in der Form sichtbar machen, was die Frage nach der Genrezuordnung evident macht. Hinter der Betrachtung von Spaziergängen zeigt sich eine komplexe Ästhetik der Bildwahrnehmung, in der Schilderung von Menuefolgen zeigt sich die Struktur kultureller Distinktionen, im Bericht von Fußballereignissen spiegelt sich der Wunsch nach Identitäten. Die Mythisierung des Alltags aber erfüllt und das gilt für Ost und West gleichermaßen immer auch eine politische Funktion, die jeweils kontextabhängig ist.
Die Tagung untersucht Repräsentationen und (mythisierende) Inszenierungen von Alltag unter folgenden Gesichtspunkten:

· Literarische Genres, die eine Poetik des Alltags verfolgen: z. B. Thekenliteratur, Lyrik (Brinkmann), Arbeitswelt (Roeggla), Angestelltenroman (Genazino)
· Themen und Motive (als Topoi des Alltags: Spaziergang, Autofahrten, Fußball, Esskultur, Spiele, Shopping, Sex Autoren u. a. Handke, Ortheil, Berg, Winkler, Vanderbeke)
· Funktionalisierungen (Gesellschaftskritik, Geschlechterpolitik, Ankunftsliteratur in der DDR Autoren u. a. Streeruwitz, Elsner, Reimann)
· Ästhetik des Alltags (Shopping, Lifestyle Popliteratur II, Schulze: Erlebniswelt Sozialistischer Realismus Autoren u. a. Michael Rutschky, Kracht, Stuckrad-Barre, Illies)
· Archivierung des Alltags als phänomenologische Rettung (Ostalgie, Pop I, Delius, Timm)

Die Tagung wird konzipiert als Zusammenarbeit von fünf europäischen Universitäten:
Leiden, NL (Faculteit der Letteren; Zentrum für Sprache und Identität, CTI)
Bremen, D (Fachbereich 10; Institut für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien, IfkuD)
Ferrara, I (Dipartimento di Scienze Umane)
Liège/Lüttich, B (Philosophie et Lettres, Département Germaniques)
Warwick, UK (Department of German Studies)
(zugleich: Internationaler Arbeitskreis Literatur und Politik in Deutschland e.V.).

Wir wünschen uns zu diesem Thema Beiträge von Literatur- und Kulturwissenschaftlern, Medienwissenschaftlern, Historikern, Kunsthistorikern, Politologen, Soziologen sowie Wissenschaftlern aus angrenzenden Arbeitsgebieten.
Die Vorträge können sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache gehalten werden.
Abstracts von maximal 300 Worten erbitten wir bis zum 15. November 2006, Rückmeldungen bis zum 22. Dezember 2006.
Wir beabsichtigen, die Beiträge in der Reihe „Jahrbuch Literatur und Politik“ im Universitätsverlag Winter, Heidelberg, zu veröffentlichen.

Ihren Vorschlag richten Sie bitte gleichzeitig an alle fünf unten angegebenen eMail-Adressen:

Prof. Dr. Anthonya Visser a.visser@let.leidenuniv.nl
Prof. Dr. Matteo Galli matteo.galli@unife.it
Prof. Dr. Alexandra Pontzen a.pontzen@ulg.ac.be
Prof. Dr. Heinz-Peter Preußer preusser@uni-bremen.de
Dr. Helmut Schmitz h.schmitz@warwick.ac.uk


Matthias Wilde, Dipl. Soz.päd., M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Geschäftsführung am Institut
GW II, B 3040

Universität Bremen, Fachbereich 10
Institut für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien (ifkud)
Postfach 33 04 40
D - 28334 Bremen [Briefpost]

Bibliothekstraße 1
D - 28 359 Bremen [Paketpost]

Tel.: +49 0421 218 - 2559
Fax.: +49 0421 218 - 4961
E-Mail: mwilde@uni-bremen.de

Leitung:
Prof. Dr. Heinz-Peter Preußer

Stellvertretende Leitung:
Prof. Dr. Wolfgang Emmerich

http://www.deutschlandstudien.uni-bremen.de/startseite.htm


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLeiden
Bewerbungsschluss15.11.2006
Beginn18.05.2007
Ende20.05.2007
PersonName: Matthias Wilde 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: mwilde@uni-bremen.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Bremen, Fachbereich 10, Institut für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien (ifkud) 
Strasse/Postfach: Postfach 33 04 40 
Postleitzahl: 28334 
Stadt: Bremen 
Telefon: +49 (0)421 218 - 2559 
Fax: +49 (0)421 218 - 4961 
LandNiederlande
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR > 18.11.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland > 19.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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