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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Grete Weil – Grenzgängerin zwischen Kulturen und Geschlechtern"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelGrete Weil – Grenzgängerin zwischen Kulturen und Geschlechtern
BeschreibungHeinrich Heine Universität Düsseldorf
Literarisches Kolloquium 8. / 9.12.06 zum 100. Geburtstag von Grete Weil
im Vortragsraum der Universitäts- und Landesbibliothek

Grete Weil – Grenzgängerin zwischen Kulturen und Geschlechtern

Grete Weil ist eine der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen, die bisher allerdings aufgrund ihrer Biographie als Shoah-Überlebende und Provokateurin der Nachkriegs(geschlechter)ordnung nicht in den Kanon der Literatur nach 1945 aufgenommen wurde, was zur Folge hat, dass ihr Werk zur Zeit nicht vollständig im Buchhandel erhältlich ist. So sind gerade ihre - neben dem Roman „Tramhalte Beethovenstraat“ - wichtigsten, weil provozierendsten Bücher, „Meine Schwester Antigone“ und „Generationen“, nicht auf dem literarischen Markt vertreten.

Dazu teilt sich die wissenschaftliche Rezeption in zwei verschiedene, das Werk einseitig fokussierende Traditionslinien: Die eine vereinnahmt die Autorin für die Entstehung einer Tradition feministischen Schreibens, die andere als Repräsentantin des so genannten anderen Erinnerungskollektivs deutscher Geschichte, der Shoah-Überlebenden.
Beide Rezeptionsstränge weisen dem Werk entgegen der erklärten Absicht der Interpreten erneut eine randständige ‚Sonderposition’ innerhalb der deutschen Literaturgeschichte zu, obwohl Grete Weil selbst mit ihrem Werk, insbesondere mit ihrem Antigone-Roman, an der Zusammenführung der beiden getrennten Gedächtnisse der Nachgeschichte des deutschen Faschismus gearbeitet hat, indem sie in den Roman einen Zeugenbericht der Täterseite über die Vernichtung eines Ghettos in Polen integriert.

Angesichts des 100. Geburtstags von Grete Weil ist es an der Zeit, ihr Werk als integrale, unverzichtbare Stimme einer exzentrischen Position zwischen den Kulturen und Geschlechtern in den Kanon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aufzunehmen, weil es der deutschen Geschichte des Faschismus die Perspektive der Opfer einschreibt, traditionelle Geschlechterkonstruktionen radikal infrage stellt, das Altern als literarisches Thema lange vor dem gegenwärtigen Trend entdeckt und mit literarischen Verfahren der Moderne experimentiert.

Das literarische Kolloquium zum Werk Grete Weils setzt sich zum Ziel, das gesamte Spektrum ihres Schreibens im Kontext der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts zu diskutieren.


PROGRAMM

Freitag, den 8.12.06

16.00 – 16.45
Ariane Neuhaus-Koch: Grete Weils unveröffentlichter Roman „Der Weg zur Grenze“ – Ein Dokument des Exils

16.45 – 17.30
Vera Viehöver: „Warum wir eine Manon-Oper schrieben“. Grete Weil und Hans Werner Henze

17.30 – 18.15
Stephan Braese: Grete Weils „Happy, sagte der Onkel“ und die antiautoritäre Bewegung


Samstag, den 9.12.06

9.00 – 9.45
Marco Castellari: Grete Weils Antigone. Mythenkorrektur, Autobiographie und Shoah in „Meine Schwester Antigone“

9.45 – 10.30
Rita Calabrese: Schreiben „nach“ Generationen

10.30 – 11.15
Irmela von der Lühe: Strategien des Autobiographischen bei Grete Weil

11.15 – 12.00
Sibylle Schönborn: Zwischen den Geschlechtern und Kulturen. Gender und Judentum im Werk Grete Weils


Information und Kontakt:

Prof. Dr. Sibylle Schönborn
Germanistisches Seminar II
der Heinrich Heine Universität
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
schoenborn@phil-fak.uni-duesseldorf.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDüsseldorf
Beginn08.12.2006
Ende09.12.2006
PersonName: Schönborn, Sibylle [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: schoenborn@phil-fak.uni-duesseldorf.de  
KontaktdatenName/Institution: Germanistisches Seminar der Heinrich Heine Universität 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 1 
Postleitzahl: 40225 
Stadt: Düsseldorf 
E-Mail: schoenborn@phil-fak.uni-duesseldorf.de 
Internetadresse: http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeGenderforschung; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.14.00 Literatur der NS-Zeit. 1933-1945; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.15.00 Exilliteratur; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.14.00 Zu einzelnen Autoren
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